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Comic-Rezension: The Wormworld Saga, Band 1: Die Reise beginnt

· ca. 4 Min. Lesezeit · Tokyopop · Andreas Zommer
Comic-Bild: The Wormworld Saga, Band 1: Die Reise beginnt

In der Comic-Szene hört man oft, wie schwer es sei, neue Stoffe erfolgreich auf den Markt zu bringen. Daniel Lieske hat mit „The Wormworld Saga“ eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen. Was ursprünglich als Webcomic begann, gewann online schnell eine große Fangemeinde und schaffte schließlich den Sprung in die gedruckte Form. Mit „Die Reise beginnt“ liegt nun der erste Band bei Tokyopop vor und zeigt, dass sich diese Geschichte auch als Buch hervorragend entfaltet.

Im Mittelpunkt steht Jonas, ein etwa zehn- bis zwölfjähriger Junge, der in der Schule nicht unbedingt zu den Besten zählt. Sein Vater geht deswegen recht streng mit ihm um, auch wenn er im Grunde nur das Beste für seinen Sohn will. Die Ferien verbringt Jonas auf dem Bauernhof seiner Großmutter. Lernen möchte er dort allerdings nicht. Viel lieber streift er durch den Wald oder zieht sich auf den geheimen Dachboden zurück, wo er Fantasy-Bilder zeichnet und seiner Fantasie freien Lauf lässt.

Eines Tages entdeckt Jonas dort ein geheimnisvolles Bild, das sich als Portal in eine fremde Welt entpuppt. Plötzlich findet er sich in einem fantastischen Reich wieder, das ebenso faszinierend wie gefährlich ist. Schnell muss Jonas lernen, dass dieses Abenteuer kein harmloser Traum ist. Als er der Kristallsammlerin Raya begegnet, wird klar, dass seine Ankunft kein Zufall war. Sie scheint ihn bereits erwartet zu haben, denn Jonas soll angeblich der Retter dieser geheimnisvollen Welt sein, auch wenn er selbst davon noch weit entfernt ist, das zu begreifen.

Die Geschichte greift klassische Motive der Fantasy auf, ein Junge aus unserer Welt, ein verborgenes Portal, eine fremde Umgebung und die Andeutung einer großen Bestimmung. Das klingt vertraut, funktioniert aber sehr gut, weil Lieske seine Erzählung mit viel Atmosphäre, Tempo und Gefühl aufbaut. Man merkt sofort, dass hier jemand nicht einfach nur eine Abenteuerwelt entwirft, sondern eine persönliche Geschichte erzählen möchte. Jonas ist kein strahlender Held, sondern ein Kind, das sich nach Freiheit, Anerkennung und einem Ort sehnt, an dem seine Fantasie ernst genommen wird.

Besonders stark ist die visuelle Umsetzung. Daniel Lieske war früher unter anderem im Bereich Videospielgrafik tätig, und diesen Hintergrund sieht man den Bildern an. Die Welt von „The Wormworld Saga“ ist farbenprächtig, detailreich und voller Lichtstimmungen. Sonnenstrahlen, Schatten, Landschaften und fantastische Wesen wirken oft fast wie Konzeptzeichnungen aus einem großen Fantasy-Spiel. Gleichzeitig bleibt der Stil warm und erzählerisch. Die Figuren sind gut unterscheidbar, besitzen Wiedererkennungswert und fügen sich harmonisch in diese opulente Welt ein.

Eine besondere Herausforderung bestand darin, den Webcomic in Buchform zu übertragen. Das Original ist als vertikal fortlaufender Comic angelegt, beinahe wie ein langes digitales Pergament. Für die gedruckte Ausgabe mussten die Bilder neu gesetzt und die Schrift angepasst werden. Diese Arbeit merkt man dem Band positiv an. Nichts wirkt lieblos übernommen oder hastig umgebaut. Stattdessen wurde viel Mühe investiert, damit die Geschichte auch im Buchformat funktioniert. Das Ergebnis ist hochwertig und stimmig.

Auch die Ausstattung überzeugt. Das Hardcover wirkt edel, Logo und Schriftzug sind geprägt, und die Erstausgabe enthält zusätzlich eine Illustration von „Die Reise beginnt“, die ursprünglich für einen Wettbewerb entstanden ist und später den Anstoß zur Umsetzung der Wormworld Saga gab. Dazu kommen ausgewählte Fan-Zeichnungen, Skizzen von Daniel Lieske sowie Einblicke in die Entstehung der Welt und ihrer Figuren. Gerade für Leser, die den Webcomic bereits kennen, bietet die gedruckte Ausgabe dadurch echten Mehrwert.

Fazit

Andreas Zommer
Andreas Zommer
YouGame Redaktion
Ich kannte „The Wormworld Saga“ bereits aus dem Internet und habe dort immer sehnsüchtig auf neue Kapitel gewartet. Als angekündigt wurde, dass der Comic bei Tokyopop in gedruckter Form erscheinen würde, war ich zunächst gespannt, ob die besondere Wirkung des Webcomics auch als Buch funktionieren kann. Die Antwort ist eindeutig: Ja, und zwar erstaunlich gut.

„The Wormworld Saga, Band 1: Die Reise beginnt“ ist wunderschön umgesetzt, hochwertig ausgestattet und erzählt den Beginn eines Fantasy-Abenteuers, das sofort Lust auf mehr macht. Die ersten Kapitel entfalten eine starke Atmosphäre, Jonas ist ein sympathischer Einstiegspunkt in diese Welt, und die Zeichnungen gehören klar zu den größten Stärken des Bandes.

Fans des Webcomics sollten ohnehin zugreifen, weil es ein ganz anderes Gefühl ist, diese Geschichte als Buch in den Händen zu halten. Aber auch Fantasy- und Comic-Fans, die die Reihe noch nicht kennen, bekommen hier einen starken Einstieg. Der einzige Nachteil: Am Ende möchte man sofort weiterlesen und muss sich damit abfinden, dass diese Reise gerade erst begonnen hat.

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