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Comic-Rezension: ENT., Band 1

· ca. 3 Min. Lesezeit · Tokyopop · Julia Jessenitschnig
Comic-Bild: ENT., Band 1

Die Welt des Showbusiness sieht von außen oft nach Glitzer, Glamour und großen Träumen aus. Doch hinter der glänzenden Fassade lauern Konkurrenz, Druck, peinliche Auftritte und gefährliche Geheimnisse. Genau in diese Welt führt Ent. seine Leserinnen und Leser. Ob der erste Band neben Idol-Flair auch eine spannende Geschichte zu bieten hat, haben wir uns genauer angesehen.

Die Geschichte von Ent. stammt von Mi-Sook Park, die Zeichnungen von Eun-Young Kang. Beide Namen sind im deutschsprachigen Raum noch nicht allzu bekannt, was sich mit dieser Reihe durchaus ändern könnte. Im Mittelpunkt steht Somi Han, ein Mädchen, das in der Schule derart unscheinbar wirkt, dass ihre Mitschüler sie nur „die Unsichtbare“ nennen. Niemand würde vermuten, dass sich hinter dem grauen Mäuschen mit gesenktem Blick und ständig ins Gesicht fallenden Haaren ein echtes Starlett verbirgt.

Somi ist nämlich in Wahrheit Kay, die Leadsängerin der aufstrebenden Band Born on the Fourth of July!. Während sie im Alltag schüchtern, zurückhaltend und unsicher wirkt, steht Kay strahlend, engagiert und voller Energie auf der Bühne. Dieser Gegensatz macht die Hauptfigur sofort interessant. Beide Seiten gehören zu ihr, und beide werden von demselben Wunsch getragen. Somi möchte das Richtige tun und ihren eigenen Weg finden. Gerade diese Eigenschaft sorgt jedoch dafür, dass sich die Schlinge im ersten Band immer enger um sie zieht.

Ihr Klassenkamerad Yujin, ein leidenschaftlicher Blogger, kommt nämlich hinter ihr Geheimnis. Er ist allerdings kein gewöhnlicher Blogger. Unter dem Namen Wolfstern schreibt er Fanfictions, die so real wirken, dass sie bereits andere Idole zu Fall gebracht haben. Nun erpresst er Somi und will sie benutzen, um an neue Skandale zu kommen.

Yujin wirkt zunächst freundlich und beinahe harmlos, zeigt aber schnell seine wahre Seite. Der Wechsel von gespieltem Lächeln zu kaltem, berechnendem Blick gehört zu den stärkeren Momenten des ersten Bandes. Somi lässt sich auf sein Angebot ein, um ihre wahre Identität zu schützen. Zu spät merkt sie, auf welches gefährliche Spiel sie sich eingelassen hat.

Der Manga überzeugt vor allem durch sein klares Charakterdesign. Obwohl viele unterschiedliche Figuren auftreten, lassen sie sich gut voneinander unterscheiden. Kleidung, Frisuren, Augen und Auftreten geben den Charakteren eigene Merkmale. Das ist gerade bei Reihen mit größerem Figurenensemble nicht selbstverständlich. Auch die Umgebungen sind schön ausgearbeitet und zeigen, dass Eun-Young Kang viel Mühe in die visuelle Gestaltung gesteckt hat.

Besonders gelungen ist der Covereinband. Auf der einen Seite sieht man Somi mit aschfarbenem Haar, trister Schuluniform und unsicherem Blick. Auf der anderen Seite steht ihr Alter Ego Kay, lächelnd, modisch gekleidet, mit Locken und Glitzerspange. Schon dieses Bild bringt den inneren Konflikt der Hauptfigur stark auf den Punkt. Auf der Rückseite ist Girls’ Generation zu sehen, eine weitere Band, die im ersten Band ebenfalls eine Rolle spielt.

Fazit

Julia Jessenitschnig
Julia Jessenitschnig
YouGame Redaktion
Im Laufe des ersten Bandes zeigt Somi, wie viel in ihr steckt. Sie besitzt Wärme, Stärke und Talent, bleibt aber zugleich verletzlich und unsicher. Genau das macht sie sympathisch. Gleichzeitig wirkt Yujin als Gegenspieler spannend genug, um neugierig auf die Fortsetzung zu machen. Sein stilles Versprechen am Ende kann unmöglich gut ausgehen, weshalb man bereits mit einem Auge auf den zweiten Band schielt.

Ent. Band 1 ist ein gelungener Auftakt für alle, die eine Geschichte zwischen Showbusiness, Schulalltag, Glitzer und Drama suchen. Noch kratzt der Band an manchen Stellen eher an der Oberfläche, doch die Ausgangslage funktioniert, die Figuren haben Potenzial und die Zeichnungen überzeugen.

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