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Comic-Rezension: Hey, Schwester!: So ein Herzchen!

· ca. 3 Min. Lesezeit · Tokyopop · Andreas Zommer
Comic-Bild: Hey, Schwester!: So ein Herzchen!

Wer selbst Geschwister hat oder Freund mit Geschwistern kennt, weiß ziemlich genau, wie verrückt dieses Zusammenleben manchmal sein kann. Zwischen Streit, kleinen Gemeinheiten, genervten Blicken und plötzlicher Solidarität liegen oft nur wenige Sekunden. Genau davon lebt auch Hey Schwester!, dessen fünfter Band erneut jede Menge Situationskomik aus dem Alltag von Wendy und Marine liefert.

Auch wenn man es den beiden manchmal kaum glauben möchte: Wendy und Marine sind trotz aller Streitereien und Ärgernisse füreinander da. Besonders dann, wenn es gegen die Welt der Erwachsenen geht, halten die Schwestern zusammen. Im neuesten Band dürfen wir wieder am Leben der beiden teilhaben und beobachten, wie sie ihren Alltag meistern, sich gegenseitig auf die Nerven gehen und es immer wieder schaffen, die jeweils andere zur Weißglut zu bringen.

Diesmal läuft allerdings nicht alles rund. Marine fällt die Treppe hinunter und bricht sich das Bein. Natürlich kümmert sich Wendy um ihre kleine Schwester, doch sie nutzt die Situation auch immer wieder schamlos aus, um zumindest ein wenig Ruhe vor ihr zu bekommen. Marine wiederum weiß ganz genau, wann der schlechteste Moment ist, um Wendy zu nerven. Vor allem mit Wendys Freund kann sie sich nicht wirklich anfreunden, und auch die persönlichen Dinge ihrer großen Schwester üben eine große Anziehungskraft auf sie aus. Besonders Wendys Tagebuch wird immer wieder zum Objekt der Begierde. Die große Frage ist nur: Wie kommt man unbemerkt daran?

Auch der fünfte Band bietet wieder zahlreiche kleine Anekdoten aus dem Leben der beiden Schwestern. Viele Situationen wirken vertraut, weil man sie in ähnlicher Form vielleicht selbst erlebt hat. Die Geschichten sind grundsätzlich nicht eng miteinander verbunden und funktionieren meist als kurze, abgeschlossene Episoden. Nur grob gibt es wiederkehrende Elemente, etwa Marines gebrochenen Fuß, der im aktuellen Band immer wieder aufgegriffen wird.

Damit bleiben William und Cazenove ihrer Linie treu. Sie erzählen klassische Alltagssituationen, kleine Streiche und Geschwisterkonflikte mit einem frechen Augenzwinkern. Der Humor ist leicht zugänglich, familienfreundlich und lebt stark von der Dynamik zwischen der älteren Wendy und der jüngeren Marine. Gerade dieser Altersunterschied sorgt immer wieder für witzige Momente: Die eine steckt mitten im Teenagerleben, die andere ist noch im Volksschulalter und versteht es hervorragend, genau dort zu stören, wo es am meisten nervt.

Optisch überzeugt der Band erneut durch farbenfrohe und detailreiche Zeichnungen. Die Figuren sind ausdrucksstark, die Mimik sitzt, und auf vielen Seiten gibt es kleine Details zu entdecken. Man merkt dem Comic an, dass viel Liebe in die Gestaltung gesteckt wurde. Gerade für jüngere Leser funktioniert diese lebendige, bunte Präsentation sehr gut.

Fazit

Andreas Zommer
Andreas Zommer
YouGame Redaktion
Auch der fünfte Band von Hey Schwester! ist wieder ein sehr amüsanter Comic geworden. Die Reihe zeigt auf charmante Weise, wie verrückt, anstrengend und gleichzeitig schön das Leben mit Geschwistern sein kann. Wendy und Marine streiten, tricksen einander aus und treiben sich gegenseitig in den Wahnsinn, aber am Ende bleibt doch spürbar, dass sie zusammengehören.

Die kurzen Episoden sorgen für ein hohes Tempo und machen den Band ideal zum Zwischendurchlesen. Wer eine große zusammenhängende Handlung erwartet, wird hier weniger bekommen. Wer aber freche Alltagskomik, liebevolle Zeichnungen und humorvolle Geschwisterstreitereien mag, ist bei Hey Schwester! Band 5 genau richtig.

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