Diablo 3 war eigentlich ein spitzen Spiel, wenn man von den Problemen und Fehlermeldungen absieht,
die einem den Spass vermissen versuchten. Nun erscheint mit Reaper of Souls die erste Erweiterung,
denn der Kampf ist noch nicht zu Ende, denn Todesengel Malthael will Tod und Zerstörung
verbreiten. Einmal mehr müssen wir die Welt retten, doch ob dies auch lohnenswert ist, haben wir
in unserem Review herausgefunden.
Die Entwickler von Blizzard haben seit dem Hauptspiel dazugelernt, denn die Erweiterung startet
vollkommen ohne Problem und macht sofort Spass. Einziger Wermutstropfen bleibt der Online-Zwang,
denn einen reinen Offline-Modus gibt es leider immer noch nicht.
Die Geschichte dreht sich rund um Malthael, einen ehemaligen Erzengel, der uns schon in der
Hauptgeschichte untergekommen ist. Dort spricht Tyrael von seinem ehemaligen Freund, der auf der
Suche nach dem schwarzen Seelenstein verschwunden ist. Der ehemalige gute Engel hat sich seitdem
jedoch der bösen Seite zugewandt und will die Menschheit zerstören um einen Neuanfang für Dämonen
und Engel zu ermöglichen. Die Geschichte verspricht von Anfang an viel Spannung, wird jedoch im
Spiel nicht ganz konsequent auf diesem Level erhalten. So gut die Zwischensequenzen sind, so
schade ist, dass die Gespräche mit anderen Figuren hier nicht mithalten können.
Wer Akt 5 nach circa 5 Stunden beendet hat, muss jedoch nicht ganz enttäuscht sein, denn danach
kann man im neuen Abenteuermodus weiterspielen. In diesem werden wir von Tyrael durch die ganze
Welt von Sanktuario geschickt um unterschiedliche Aufgaben zu erledigen. Dies dauern dabei
zwischen fünf und 25 Minuten und die Gegenstände, die man hier findet, lassen sich auch meistens
sehen. Dank den per Zufallsmodus generierten Missionen bietet die Erweiterung auch für längere
Zeit einen Spass.
Natürlich bringt die Erweiterung viel neues in die Welt von Sanktuario und Blizzard weiß die neue
Stimmung, die mit Malthael aufkommt, gut zu nützen. Die Welt ist düster und man kann das drohende
Ende der Welt förmlich spüren. Überall gibt es Spuren des Krieges und der Niederlagen, die die
Menschen nach der Reihe einfahren. Positiv aufgefallen ist uns vor allem das Leveldesign, dass nun
jedesmal vollkommen neu zusammengestellt wird. Anders als im Hauptspiel betrifft dies nicht nur
Monster, Schatztruhen oder Ereignisse, sondern wirklich alle Teile der Abschnitte.
Auch ein neuer Charakter wurde den Spielern geschenkt, nämlich der Kreuzritter. Dieser ist zwar im
Nahkampf nicht ganz so stark wie der Barbar, hat dafür die Fähigkeiten der Himmelsmagie, die auf
Gegnergruppen anwenden kann. Ein sehr interessanter Charakter, der uns richtig Spass gemacht hat
und dabei stark an den Paladin aus Diablo 2 erinnert. Nicht verändert wurde hier die vorgegebene
Charakter-Entwicklung, wo weiterhin automatisch vorgegeben ist, wie sich die Werte und Fähigkeiten
verbessern. Auch das Paragon-System wurde überarbeitet, so dass nun auch jenseits des neuen
Maximallevels 70 Punkte gesammelt werden können.
Ein riesen Vorteil, den die Konsolenvariante hatte, war die Möglichkeit der Ausweichrolle, die den
Kämpfen mehr Möglichkeiten geben. Spieler, die Hoffnung hatten, dass mit der Erweiterung diese
Möglichkeit auch in die PC-Version Einzug erhält, werden leider enttäuscht. So kann man weiterhin
nur per Klick oder gedrücktem Mauszeiger ausweichen. Ein anderer Wunsch der Spieler wurde jedoch
in die PC-Version nun übernommen, nämlich die sinnvolleren Beuten. So bekommt man zwar insgesamt
weniger, dafür häufiger sinnvolle zur eigenen Klasse passende Beute findet.
Grafik
Grafisch wurde bei der Erweiterung nicht nachgelassen. Die Welt sieht sehr schön düster aus und
auch die Stadt Westmark wurde angepasst und sieht trotz Zufallsmodus sehr real aus. Auch in den
weiteren Arealen des Spieles wie zum Beispiel den Ruinen von Corvus wurde alles sehr stimmig und
schön umgesetzt. Einziger Punkt zur Beschwerde ist das Ende der Geschichte, hier hätten wir uns
echt mehr erwartet von der Grafik um jedoch nichts zu spoilern, wollen wir hier nicht näher darauf
eingehen.
Sound
Bei der Soundumsetzung wurde an das Hauptspiel gut angeknüpft, die Synchronstimmen sind sehr gut
und auch die Hintergrundmusik wurde an das neue düstere Aussehen angepasst. Hier wurde alles
richtig gemacht auch wenn die Stimmen nicht ganz an die englischen Originalstimmen herankommen.
Fazit
Spielzeit nicht mehr missen will. Zwar gibt es teilweise immer noch Bereiche, die mich persönlich
stören, wie zum Beispiel die fixe Charakterentwicklung, dafür wurde ein wirklich guter 5. Akt
hinzugefügt. Auch die sonstigen Erweiterungen sind alle gut gewählt und machen das Spiel noch
besser. Egal ob die neue Charakterklasse oder das neue Endlos-Abenteuer, Blizzard hat dafür
gesorgt, dass Reaper of Souls Spass macht und von Diablo 3 Besitzern gekauft werden muss. Denn mit
der Erweiterung sollten auch bisher enttäuschte Spieler die Liebe zum Spiel wiederentdecken, denn
vieles ist jetzt so, wie es sich Spieler von Anfang an gewünscht haben.






