Die Yoshis zählen neben Mario zu Nintendos beliebtesten Spielfiguren und hatten schon in unzähligen Spielen Gastauftritte. Mit Yoshi´s New Island
erscheint nun deren vierter eigener Titel, wo es wieder gilt Baby Mario zu beschützen und Luigi zu retten. Doch kann der Titel am 3DS an seinen
Vorgänger anschließen?
Die ursprüngliche Geschichte des Vorgängers endete damit, dass der Storch sich der beiden Babys wieder annimmt. Er liefert sie bei einem Pärchen ab,
die jedoch keinen Nachwuchs erwartet haben. So muss der Storch also weiterfliegen um die wahren Empfänger zu finden. Der Hexer Kamek gibt sich jedoch
nicht geschlagen und fängt den etwas dusseligen Storch wieder ab. Während er Baby-Luigi entführen kann, fällt Baby-Mario herunter und landet auf der
fliegenden Insel der Yoshis. Da Mario anscheinend weiß in welche Richtung es zu seinem Bruder geht, schließen sich die Yoshis wieder zusammen und
helfen Mario zu seinem Bruder zu kommen und tragen das Baby abwechselnd auf ihren Rücken durch die Spielewelten. Insgesamt erwarten einen sechs
Welten mit jeweils acht Leveln, wobei es in jeder Welt zwei Bosskämpfe zu bestehen gilt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von Kamek selbst,
der sich uns immer wieder in den Weg stellt bis hin zu riesigen Bohnen oder Fledermäusen ist alles dabei.
Nintendo hat bewusst wenig am Spielprinzip verändert, das auch am Nintendo 3DS hervorragend funktioniert. Grundsätzlich gilt es in gewohnter Jump
´n´ Run-Manier durch die Welten zu laufen. Gegner sollte man tunlichst ausschalten oder ihnen ausweichen, denn bei der leichtesten Berührung beginnt
Mario zu weinen und fliegt in einer Luftblase davon. Ein paar Sekunden bleiben uns hier jedoch immer Mario wieder aus seiner misslichen Lage zu
befreien und wieder auf unseren Rücken zu setzen. Dies ist ein praktischer Bonus, da man so nicht sofort bei jeder gegnerischen Berührung stirbt,
sondern mit Mario einen Joker hat. Aber auch sonst ist die Spielmechanik angenehm gestaltet und jedes Level spielt sich leicht anders. Der
Wiederspielwert wird durch die Sammelobjekte gewährleistet, denn in jedem Level gibt es 30 Zeitsterne, 20 rote Münzen und 5 Sonnenblumen zu finden.
Es ist fast unmöglich beim ersten Mal alle Objekte zu finden, weshalb man die Level durchaus öfters spielt, wenn man alle sein eigen nennen will.
Natürlich können die Yoshis mit ihren langen Zungen weiterhin Gegner verschlucken und in Form von Eiern wieder ausspucken. Diese können wir dann
durch die Welt schießen um entfernte Gegner auszuschalten, Objekte einzusammeln oder versteckte Schalter zu aktivieren. Neu ist die Fähigkeit, dass
wir nun auch gigantische Shy-Guys verschlucken können, durch die wir zu Rieseneiern kommen, mit denen wir richtig viel Schaden in der Welt anstellen
können und nahezu alles in Schutt und Asche legen. Das Zielsystem wurde im Vergleich zum Vorgänger leicht verbessert, denn man kann nun auch den
Winkel fixieren, was das Zielen vereinfacht. Eine weitere Neuerung ist der Turbostern mit dem wir in bester Sonic-Manier durch die Level flitzen.
Erwähnenswert sind auch die neuen Minilevel, in denen unsere Yoshis neue Formen annehmen und wir diese nur noch mittels Bewegungssensors spielen. Da
heißt es in einer Lore durch ein Bergwerk zu fahren, als Hubschrauber zu fliegen oder als Heißluftballon in den Himmel aufzusteigen.
Wem das Spiel dennoch zu schwer ist, dem haben die Entwickler zwei Stufen von Hilfen eingebaut, die nach der Reihe aktiviert werden, wenn wir in
einem Level zu oft sterben. Die erste Hilfe verleiht uns weiße Flügel mit denen wir länger fliegen können. Schaffen wir es weiterhin nicht durch das
Level bekommen wir die goldenen Flügel mit denen wir auch vor den Schäden der Gegner geschützt sind. Wer nur durch das Spiel kommen will, wird
hierfür maximal 8 Stunden brauchen, wer sich etwas mehr Mühe gibt und versucht alle Sammelobjekte zu sammeln, der hat schon bis zu 15 Stunden
Spielspaß zu erwarten.
Grafik
Gerade die Grafik hat in den letzten Monaten bei den Fans für viel Zündstoff gesorgt, bedienten sich die Entwickler doch bei der Wachsmalstift-Grafik
des Vorgängers. Ergänzend zu den malerischen Kulissen wurden noch die Animationen aus Yoshi´s Story übernommen. Auch wenn am 3DS grafisch durchaus
mehr möglich gewesen wäre, sehen die Level schön aus und wurden mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Die Level laufen dabei auch konstant flüssig ab.
Positiv zu erwähnen ist auch, dass die Figuren ein modernes 3D-Modell spendiert bekommen haben und absolut knuffig aussehen. Da will man am Ende
sogar Baby Bowser nicht mehr richtig böse sein.
Sound
Bei der Musik strahlt der japanische Entwickler Selbstsicherheit aus und beweist die eigenen KÜnste. Denn nicht nur, dass uns die Musik gemütlich
durch die Welt begleitet, so gräbt sie sich in unser Unterbewusstein und bleibt auch Stunden später noch hängen. Ganz wie in der Tradition älterer
Nintendo-Titel hat man hier alles richtig gemacht.
Multiplayer
So gut das Spiel selbst ist, so groß hat sich Nintendo mit dem Multiplayer einen Bärendienst erwiesen. Man benötigt nur eine gekaufte Version um zu
Zweit die Minispiele, die man im Laufe des Singleplayermodus freischaltet, gegeneinander spielen zu können. Leider sind diese weder besonders
fordernd, noch besonders lustig zu spielen. Sie sind das genau Gegenteil davon, nämlich recht simpel und fad. Netter Zusatz, der jedoch nie zu
längeren Spielen mit Freunden einladet.
Fazit
Da die Vorlage schon die Spieler begeistern konnte, war nicht viel falsch zu machen. Das alte Konzept wurde aufgegriffen und in einzelnen Bereichen
wurden Verbesserungen gesetzt, die dem Spiel gut tun. Wer aktuell auf der Suche nach einem neuen Jump `n` Run ist, das ein wenig Charme aus alten
Tagen mit sich bringen soll, der ist hier gut aufgehoben. Jüngere Spieler, die bisher noch nicht mit Yoshi in Kontakt gekommen sind, werden
spätestens nach dem Spiel begeisterte Fans sein. Von uns gibt es deswegen eine klare Kaufempfehlung.






