Wenn man Personen nach ihren Lieblings-Beat ´em Ups fragt, dann wird häufig Tekken, Dead or Alive oder Mortal Kombat genannt. Die asiatische Persona-Reihe wird nur ganz selten genannt, obwohl Atlus schon seit Jahren mit der Reihe durchaus gute Bewertungen absahnt. Persona 4 Arena konnte schon 2013 begeistern und nun, knapp 1 1/2 Jahre später erscheint mit Persona 4: Arena Ultimax der Nachfolger. Inwiefern er uns begeistern konnte, verraten wir im heutigen Review.
Womit Persona 4: Arena Ultimax eindeutig positiv herraussticht, ist die Story, die das Spiel mitbringt. Denn der asiatische Titel ist kein klassisches 2D Beat ´em Up, sondern eher ein Rollenspiel mit Beat ´em Up-Kämpfen zwischendurch. Das Spiel setzt kurz nach den Geschehnissen des Vorgängers ein und obwohl der Finalkampf damals gewonnen wurde, wurden nicht alle Rätsel aufgeklärt. Dieses gilt es nun im Nachfolger zu lösen. Das Spiel ist dabei in mehrere Kapitel geteilt, wo uns die Geschichte zum Teil vertont erzählt wird. Leider ist das ganze Spiel nur in englisch spielbar, sogar deutsche Untertitel fehlen. Der Stil, wie wir jedoch durch die Geschichte geführt werden, ist unglaublich lustig und macht richtig Spass, auch wenn die Erzählung teils langatmig werden kann und wir richtig viel zum Lesen haben. Die Reihenfolge in der wir die Kapitel spielen, können wir zum Teil selbst wählen, wobei es einen Unterschied macht, ob wir gerade die Geschichte rund um Personen aus Persona 3 oder Persona 4 spielen, denn die Kapitel sind immer einer der beiden Kämpfergruppe zugeteilt. In manchen Kapiteln kommt es dann auch zu Kämpfen, wobei uns hier sogar die Möglichkeit geboten wird, die Steuerung unserer Kämpfer der CPU zu überlassen, wenn man sich nur auf die Geschichte konzentrieren will.
Will man jedoch selbst kämpfen, darf man sich auf ein extrem durchdachtes Kampfsystem freuen. Die Steuerung ist sehr direkt und leicht lernbar und auch die Kombos hat man relativ schnell gelernt. Die Kunst in Persona 4: Arena Ultimax zu gewinnen liegt dennoch nicht im Button-Smashing, wer lernt Angriffe, Blocks und Sprünge im richtigen Moment zu nützen, wird jeden Gegner besiegen. Die Entwickler haben noch einmal am Balancing gearbeitet, wodurch sich jeder Charakter deutlich unterschiedlich anfühlt, es aber dennoch keine übermächtigen Kämpfer gibt. Die neuen Charaktere passen gut zu den bereits bekannten hinzu und sorgen für angenehme Abwechslung. Gerade als Einsteiger sollte man zuerst ein paar Trainingseinheiten einlegen um die Fähigkeiten der Charaktere kennenzulernen und zu verfeinern.
Neben dem umfangreichen Story-Modus gibt es die klassischen Modi, die man sich erwartet. Es gibt den schon erwähnten Trainingsmodus, Herausforderungen und die Punkt-Attacke. Ebenso mit dabei natürlich ein Online-Modus, wo man sich gegen Spieler auf der ganzen Welt prügeln kann. Herausfordernd ist auf jeden Fall der Golden-Arena-Modus, wo man mit dem selben Kämpfer möglichst viele Kämpfe überstehen muss ohne dass der Lebensbalken vollständig wieder aufgeladen wird. Nach jedem Punkt sammelt ihr Erfahrungspunkte mit dem ihr euren Charakter leicht verbessern könnt. Ein Modus, der nicht nur herausfordernd ist, sondern auch richtig Spass macht.
Grafik
Persona 4: Arena Ultimax sieht unglaublich schön aus und erinnert vom Art-Design an asiatische Anime-Serien. Dabei weiß das Spiel auch perfekt zu überzeugen, denn die Hintergründe sind wunderschön umgesetzt, die Charaktere sind sauber umgesetzt und die Animationen erinnern an die besten Animes, wenn alles bunt und grell ist. Fans der japanischen Medienkultur werden strahlende Augen haben und nicht genug vom Spiel bekommen. Gerade die Kämpfe sind unglaublich gut umgesetzt und teilweise weiß man nicht mehr, wo man hinschauen soll, da das Kampfsystem extrem direkt ist und eine perfekte Kollisionsabfrage hat. Man kann dem Entwicklerteam für die Kämpfe nur ein riesen Lob aussprechen und bedauern, dass man in der Story so selten dazukommt, Kämpfe zu erleben.
Sound
Schade ist, dass dem Spiel nicht die kleinste Synchronisation geschenkt wurde. Uns hat zwar die englische Übersetzung nicht nur einmal zum Lachen gebracht, aber da das Spiel extrem leseintensiv ist, wäre für viele Spieler wohl eine deutsche Synchronisation wünschenswert gewesen. Wer der Sprache nämlicht nicht mächtig ist, wird der Geschichte nicht wirklich folgen können und viel verpassen. Die Hintergrundmusik ist durchaus ok, auch wenn sie nichts ganz besonderes ist. Wer die Spielreihe kennt, wird dafür immer wieder überrascht sein, dass immer wieder Stücke älterer Persona-Titel zu hören sind. Teilweise gibt es dennoch die Momente, wo absolute Ruhe vorherrscht und auch nicht alle Texte werden von Stimmen untermalt.
Multiplayer
Ein Highlight in Beat `em Ups ist natürlich immer der Multiplayer-Bereich, da dieser den meisten Langzeitspass verspricht. Durch die sehr gute Balance der einzelnen Charaktere macht dieser auch richtig viel Spass. Wer nicht nur offline gegen andere Spieler spielen will, der begiebt sich in die Online-Lobby. Hier könnt ihr sogar euren eigenen Avatar im Persona-Style basteln um andere Spieler herauszufordern. Wir konnten dabei immer Spieler finden und die Kämpfe waren dabei immer vollkommen lagfrei und ohne Abstürze, großes Lob für diesen Netz-Code.






