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Review: Tengami

von Bertram · ca. 3 Min. Lesezeit
Tengami

Tengami ist ein Point and Click Adventure im asiatischen Stil, das aus der Masse stechen will. Das man dabei auch so einige Rätsel lösen muss, steht wohl außer Frage, doch wie man diese löst, ist eine der Besonderheiten, die das Spiel ausmachen. So unterschiedlich auch die Jahreszeiten sind, so hin und her gerissen sind wir auch von diesem Titel. Wieso? Dies erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Schon zu Beginn des Spiels erkennt man, dass es sich nicht um ein normales Point and Click Adventure handelt. Im Sinne eines Faltbuches, das die meisten von uns wohl aus ihrer Kindheit kennen, streichen wir über den Bildschirm (vorzugsweise mit dem Eingabestift des Wii U Gamepads) um das schon erwähnte Faltbuch zu öffnen. Dieses Feature begleitet uns durch das gesamte Spiel und macht auch meist durchgehend Laune. Die Story ist schnell erklärt, da sie so gut wie nicht existiert, vielmehr spielt sie sich in eurem eigenen Kopf ab. Als namenloser Held müssen wir nämlich einem verdorrten Kirschbaum wieder neues Leben einhauchen, indem wir seine drei verlorenen Blüten zurückholen. Dies ist nun auch unsere Aufgabe für das restliche Spiel, Blüten sammeln, mit ein wenig Fantasie hätte man hier sicher eine spannendere Geschichte herum spinnen können.


Tengami ist mit Sicherheit kein perfektes Spiel, doch je mehr Zeit man darin verbringt, desto mehr verliert man sich in der Spielwelt. Zwar sind die Level größtenteils linear gehalten, doch die farbenfrohen Umgebungen tun ihr übriges und die Musik unterstreicht alles mit einem harmonischen Klang. Wenn wir gerade bei den farbenfrohen Umgebungen sind, manche Rätsel beinhalten auch den Wechsel der Jahreszeiten, so hat natürlich jede ihren eigenen Farbton und gerade da entfaltet das Spiel eine tolle Atmosphäre. Wobei für richtige Rätsel-Fans ist Tengami wohl nicht geeignet, da sich die meisten immer wiederholen. So senken wir zum Beispiel mit einer Wisch-Bewegung Hügelgruppen so lange, bis wir sie passieren können, oder läuten an Glocken um damit Wölfe zum Schlafen zu bewegen oder um eine verschlossene Tür zu öffnen.


Und genau hier sind wir auch schon an der Schattenseite von Tengami, denn so schön und abwechslungsreich die Umgebungen auch sind, so sind es die Rätsel nicht. Sollte man dennoch einmal nicht weiter wissen, kann man sich im Menü Tipps anzeigen lassen. Auch das man die Spielfigur nicht beschleunigen kann, ist auf die Dauer etwas ermüdend, da man öfters zu ein und derselben Stelle zurück laufen muss und der Protagonist nicht gerade für seine Schnelligkeit bekannt ist. Gut, dies trägt zwar viel zur ruhigen und stimmungsvollen Atmosphäre bei, aber wenn man Minuten für nur ein Rätsel braucht und auch nur weil man hin und her laufen muss, dann ist das doch ein bisschen ärgerlich.

Grafik

Von der technischen Seite haben die Entwickler ein richtig wunderbares Spiel kreiert. Zwar bewegen wir uns mit dem Spiel nicht am oberen Rand des technisch möglichen auf der Wii U, jedoch ist das Setting einfach einzigartig. Die ganze Spielwelt sieht konsequent wie in einem Bilderbuch aus und immer wieder klappen auch ganz neue Bereiche auf. Da das Spiel zu der langsameren Sorte zählt, hat man auch jede Menge Zeit sich alle ausgeschnittenen BIlder in Ruhe anzusehen. Fast langweilig wirkt im Vergleich zur ganzen Umgebung unsere Spielfigur, die mit ihren Bewegungen auch ein wenig klobbig wirkt.

Sound

Musikalisch wird uns nichts bahnbrechend neues geliefert, jedoch wissen die japanischen Musikstücke wirklich zu gefallen, da sie die Stimmung gut untermalen. Der Soundtrack von David Wise ist auch das Highlight für eure Ohren im Spiel, da die restlichen Töne unter nicht erwähnenswert fallen und oftmals nicht einmal auffallen. So hätten wir uns zum Beispiel beim Blättern der Buchseiten gerne Soundeffekte gewünscht. Ebenso macht unsere Spielfigur beim Laufen absolut keine Töne. Schade, dass hier nicht dieselbe Liebe gezeigt wurde, wie bei der Musik.

Fazit

Bertram
Bertram
YouGame Redaktion
Wer Point and Click Adventures mag und vielleicht auch noch eine Schwäche für japanische Settings hat, kann gerade nach einem harten Arbeitstag bei Tengami richtig gut abschalten. Hinzu kommt die wirklich gelungene musikalische Untermalung von David Wise. Schwierige Rätseleinlagen, sowie abwechslungsreiche Spielmechanik sollte man sich allerdings nicht erwarten. Auch mit einer Spielzeit von circa zwei Stunden sitzt man nicht sehr lange an diesem Abenteuer, hier wäre ich gerne länger in dieser Spielwelt hängen geblieben. Am Ende muss aber jeder für sich entscheiden, ob er für diesen schönen, aber kurzen Spielspaß 7,99 Euro ausgeben will.
Grafik
7/10
Sound
7/10
Gameplay
6/10
Spielspaß
6/10