Far Cry 3 ist bis heute einer der besten Shooter, die am Markt erschienen sind, weshalb die Erwartungen der Spieler für den vierten Teil recht groß sind. Ubisoft will diesen natürlich gerecht werden, weshalb der neueste Ableger noch größer, besser und beeindruckender sein soll. Als Spieler werden wir nun erstmals in den Himalaya geschickt, wo wir das fiktive Königreich Kyrat erkunden dürfen. Wie es uns dabei ergangen ist und ob Ubisoft alle Versprechen erfüllt hat, erfahrt ihr hier in unserem neuesten Review.
Kyrat ist eigentlich eine schöne Gegend und würde dort nicht Bürgerkrieg herrschen, würde sich ein Urlaub wahrlich anbieten. Doch, da das Gebiet so unsicher ist, waren wir schon lange nicht mehr im Land unserer Vorfahren. Wir übernehmen die Rolle von Ajay Ghale, der sein Leben in Amerika verbringt und wir nehmen trotz aller Warnungen die Reise in das Himalaya-Gebiet auf uns. Der Grund ist ein trauriger, denn unsere Mutter ist verstorben, die aber den letzten Wunsch hatte, dass ihre Asche am heiligen Ort Lakshmana verstreut wird. Als guter Sohn wollen wir dies natürlich erfüllen und hoffen, dass alles einigermaßen ruhig verläuft. Doch natürlich kommt alles anders, als geplant und schon am Grenzübergang lernen wir den wahnsinnigen Diktator Pagan Min kennen. Der selbstverliebte Herrscher im rosa Anzug unterdrückt das Volk mit seiner Privatarmee. Während unser Begleiter Darpan gerade unter Folter befragt wird, werden wir von Mitgliedern des "Goldenen Pfades" befreit. Wir erfahren von den Rebellen, dass unsere Eltern früher wichtig für Kyrat waren. Da Pagan Min eine Hetzjagd auf uns startet, bleibt uns nur eine Möglichkeit, sich auf die Seiten der Rebellen zu schmeißen und versuchen das Land zu befreien.
Far Cry 4 schafft uns eine riesige, offene Welt zu präsentieren, wo an jeder Ecke und Ende Aufgaben auf uns warten. Abseits der Hauptgeschichte warten unzähliche Nebenmissionen, die so abwechslungsreich sind, dass uns dabei nie langweilig wird. Überall gibt es neue Charaktere und neue atemberaubende Bereiche kennenzulernen, von Seen über Wiesen und Wälder bis hin zu schneebedeckten Bergen oder tibetische Siedlungen bekommt man viel zu sehen, wo die Power der aktuellen Konsolen-Generation ihr Können zeigen darf.
Beim Gameplay haben die Entwickler eine angenehme Mischung aus schon Bekanntem und Neuen gebastelt. Wie schon im letzten Teil hat man dabei wieder sehr viele Freiheiten und muss sich nicht immer gleich der Story widmen. So kann man einfach durch die wunderschöne Welt wandern, Tiere jagen und die einzelnen Funktürme besteigen um Kartenteile freizuschalten und die Übertragungen des Diktators zu unterbrechen. In der weitläufigen Welt gibt es überall etwas zu entdecken auch wenn es teilweise ewig dauert durch das abgeschiedene Bergland zu wandern. Wem dies zu lange ist, der kann auch die Schnellreisefunktion nehmen um die längeren Wege abzukürzen. Grundsätzlich wird man dies zu Beginn jedoch kaum ausnützen, da auch überall auf der Karte Nebenmissionen auf euch warten. Ein kleines Highlight sind die Elefanten. Denn nicht nur Hannibal wusste schon, dass Elefanten im Gebirge praktisch sein können, ab sofort wisst ihr das auch. Es macht riesen Spass auf den eigentlich friedlichen Tieren durch die Welt zu reiten um in Momenten, wo es darauf ankommt, deren Zerstörungskraft erleben zu können.
Ebenfalls erwähnenswert sind die Entscheidungen, die man im Spiel treffen muss, denn durch eure Aktionen nehmt ihr Einfluss auf den Bürgerkrieg und die Bevölkerung von Kyrat. Wollt ihr um alles in der Welt Pagan Min schaden? Könnt ihr mit zivilen Opfern leben? Lieber einfach alles zerstören oder doch übernehmen und der Bevölkerung von Kyrat und den Rebellen übergeben? Oder wollt ihr doch nur die Asche eurer Mutter an ihren Bestimmungsort bringen? Immer wieder müsst ihr euch im Spiel entscheiden, wie ihr handelt, was einen umso mehr in das Spiel saugt. Man hätte sich hier durchaus noch mehr Tiefe und eine noch lebendigere Welt wünschen können, aber Ubisoft hat einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht, ein Weg der hoffentlich beim Nachfolger weiter fortgeführt wird.
Last but not least wollen wir uns dem Karteneditor widmen, der schon im Vorhinein für Diskussionsstoff gesorgt hat. So kann man zwar vier verschiedene Modi basteln, kein einziger davon ist jedoch für den Multiplayer verfügbar. Man kann hier nur hoffen, dass Ubisoft, wie versprochen, den Coop-Modus noch nachliefern wird. Die vorhandenen Modi beginnen beim klassischen Gegner töten, über den Jäger-Modus oder die Erobung der Außenposten bis hin zum Survival-Modus. Dies funktioniert sehr gut und man kann schnell ohne Probleme neue Gebiete erstellen oder vorhandene zu verändern. Auch Gegner, Tiere, Gebäude und vieles mehr, kann frei platziert werden. Die ersten kreativen Karten findet man mittlerweile auf YouTube. Wer sich also ein paar kreative Ideen sucht, wird dort sicher fündig und kann somit seine eigenen Ideen in die wunderbare Welt von Kyrat einfließen lassen.
Grafik
Ubisoft hat in Far Cry 4 eine verbesserte Version der Dunia-Engine eingesetzt, die schon für Far Cry 2 und Far Cry 3 verwendet wurde. Durch die jahrelange Erfahrung gibt es keine grafischen Bereiche im Spiele, über die man sich beschweren muss oder kann. Von 60 Bilder pro Sekunde kann man zwar nur träumen, die 30 Bilder pro Sekunde laufen jedoch absolut flüssig und stabil ab. Man erkennt kein Tearings oder sonstige Unschärfen. Die Welt ist wunderschön umgesetzt und wirkt sehr realistisch. Ein Highlight sind hier die Lichteffekte, die nicht nur beim Schattenwurf überzeugen, sondern auch beim Sonnenuntergang. Es gibt zwar auch immer wieder Momente, wo man sehr genug hinsehen muss um Unterschiede zum Vorgänger zu sehen, aber dennoch zählt Far Cry 4 zu den schönsten aktuellen Next-Gen-Spielen.
Sound
Die Hintergrundmusik passt perfekt zum Spiel, zum Setting und den jeweiligen Situationen, das wahre Highlight ist aber die Synchronisation. Es wurden perfekt zu den Charakteren passende Synchronsprecher gewählt, die die Personen perfekt zur Geltung bringen lassen. Hier gibt es ein riesen Lob von uns. Nicht ganz so perfekt sind die vielen Soundeffekte und Soundsamples, die im Spiel eingespielt werden. Sogut und witzig der Radiosprecher auch ist, den wir immer wieder im Auto zu hören bekommen, so nervig wird er nach einiger Zeit, wenn sich seine Texte zu wiederholen beginnen.
Multiplayer
Wer gerne mit Freunden spielt, wird sich freuen, dass man Far Cry 4 auch im Coop-Modus spielen kann. Leider ist der Modus nur über Xbox Live möglich und nicht offline. Dennoch macht das spiel zu Zweit richtig Spass, das Spiel ist jedoch in vielen Situationen dann zu einfach. Spricht man sich gemeinsam ab, gibt es jedoch kaum fordernde Situationen, hier hätte Ubisoft ein wenig am Balancing feilen sollen und vielleicht den einen oder anderen Gegner mehr auf uns loslassen müssen. Neben dem Coop gibt es noch einen Multiplayer-Modus, der uns an Splinter Cell erinnert. Auf der einen Seite hat man die mit normalen Waffen ausgerüsteten Soldaten des Goldenen Pfades, auf der anderen Seite die mystischen Krieger der Kajshasa, die um einiges stärker sind. So besitzen sie Pfeile, die bei einem Treffer sofort tödlich sind und Granaten, die Raubtiere heraufbeschwören. Dieser Modus ist durchaus fordernd, auch wenn man sich auf Seiten des Goldenen Pfades einarbeiten und stark zusammen arbeiten muss.






