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Review: Mittelerde: Mordors Schatten

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Mittelerde: Mordors Schatten

Wenn man mit anderen Personen über Mittelerde: Mordors Schatten redet, dann fallen sehr oft Vergleiche mit Assassins Creed vom Gameplay her. Doch dies ist dem Spiel gegenüber eigentlich nicht fair. Man wirft ja auch nicht allen Rennspielen, in denen man im Kreis fährt, vor, dass sie bei Mario Kart abgeschaut haben. Mittelerde: Mordors Schatten ist ein klassisches Action-Adventure, das erprobte Ideen als Grundlage nimmt und mit neuen Ideen vermischt um ein richtig interessantes Spiel zu fabrizieren. Wir haben uns das Spiel für euch genauer angesehen und wollen euch nun über unsere Erlebnisse in Mittelerde berichten.

Gondor Waldläufer Talion nimmt seine Aufgabe sehr gewissenhaft wahr, auch wenn er am schwarzen Tor, das Mordor und Gondor

trennt, ein eher eintöniges Leben als Captain der stationierten Garde führt. Doch plötzlich wird alles anders, denn

Sauron ist am Weg zurück nach Mordor und drei dessen treuesten Diener "die schwarze Hand", "der Turm" und "der Hammer von

Sauron" töten unseren wacker kämpfenden Charakter. Doch bevor wir unseren letzten Atemzug aushauen, müssen wir noch

zusehen, wie unsere Frau und unser Sohn sterben müssen, um Sauron entgültig wiederkehren zu lassen.

Doch die Geister heißen unser Ableben nicht gut und sogar der Tod weist uns zurück. Dies erfahren wir vom Geist des

Elfenkönigs Celebrimbor, der als Meisterschmied der Ringe Bekanntheit erlangte und schon in der Vergangenheit gegen

Sauron kämpfte. Vom rachsüchtigen Geist wiederbelebt, machen wir uns mit Talion auf den Weg seine Familie und den eigenen

Tod zu rächen.

Die Angst vieler Mittelerde-Fans über eine schwache Geschichte mit Fehlern in der Erzählung waren unbegründet. Das Team

von Monolith hat sich anscheinend viel Zeit genommen um einen interessanten Geschichtsstrang zwischen dem Hobbit und Herr

der Ringe erzählen zu können. Die in der Geschichte vorkommenden Figuren sind dabei teilweise durchaus bekannt und so

wird man auch den allseits beliebten Gollum im Spiel treffen. Schade jedoch ist, dass man im Laufe der Geschichte manche

Charaktere kennen lernt, eine Verbindung zu ihnen aufbaut und sie irgendwann plötzlich nicht mehr auftauchen.

Eines der größten Features von Mordors Schatten ist aber auf jeden Fall das Nemesis-System, welches die Spielwelt richtig

lebendig macht. Die Uruk-Gesellschaft besteht nämlich aus einer fixen Hirarchie mit Häuptlingen, Hauptmännern, Captains

und deren Leibwächtern. Stirbt eine Person, rückt die nächste Person nach. Die Uruks hegen jedoch auch Neid ihren

Kollegen gegenüber und jeder möchte möglichst viel Macht haben. Jeder besitzt dabei auch ganz eigene Stärken und

Schwächen, die man im Spiel auch geschickt ausnützen kann. So kann man Unruhe stiften, wenn man höher gestellte Personen

ausschaltet und Machtkämpfe los tritt oder sich später mit Celebrimbors Fähigkeiten kontrollieren. Wer kreativ ist, kann

so für wahres Chaos innerhalb der Uruks sorgen und sich einen Vorteil am Weg zu den drei Dienern Saurons verschaffen. So

erinnern sich die Uruks durchaus auch an Begegnungen mit euch, sei es, dass sie euch im Kampf besiegt haben oder von euch

Narben davon getragen habt, bevor sie fliehen konnten. Die Welt in Mordors Schatten wirkt dadurch so lebendig wie in kaum

einem Spiel zuvor, weil sich die ganze Welt auch vollständig ohne euer Zutun andauernd verändert. Solltet ihr jedoch

einmal doch sterben, steigt euer Mörder in der Hirarchie auf und ihr bekommt einen Racheauftrag und wollt ihn die Tat natürlich büßen lassen.

Ein Action-Spiel wie Mittelerde: Mordors Schatten lebt natürlich von seinen Kampfszenen, die flüssig von der Hand gehen.

Die intelligente Kombination an Standard- und Specialangriffen, wie auch Konter treiben euren Kombozähler nach oben.

Durch die riesige Gegneranzahl, die sich euch teilweise in den Weg stellt, bleiben die Kämpfe immer fordernd und durch

die Finisher-Angriffe bekommt ihr auch etwas für die Augen. Schwierig ist es manchmal die Übersicht zu behalten, wo es

durchaus auch einmal passieren kann, dass man eigene Uruks umbringt. Den ranghöchsten Gegner ausfindig zu machen ist ohne

Geist-Fähigkeit meist auch eine langwierige Sache und kann schon mal in einem Disaster enden. Deswegen ist es in manchen

Situationen besser eher zu schleichen und gezielt Personen auszuschalten. Erinnerung an Assassin´s Creed kommen hier

unweigerlich auf. Auch bei einigen Nebenmissionen, wo es gilt Türme zu erklimmen oder gewisse Sachen zu sammeln.

Grafik

Grafisch ist Mittelerde: Mordors Schatten durchaus abwechslungsreich gehalten. Wer also glaubt, dass das ganze Spiel nur

dunkel und düster ist, der wird sich über Udûn nur so wundern. Von Wiesen, über Wälder bis hin zu Felsen, Bergen und Burgen ist

alles im Spiel enthalten. Besonders schön ist, dass es auch einen Tag-/Nachtwechsel gibt, so wie auch dynmische

Wettereffekte bis hin zu Regen und Hagel. Probleme mit Pop-Ups oder unscharfen Texturen treten zwar abundzu auf, bleiben

aber nicht negativ in Erinnerung.

Sound

Auch bei der musikalischen Umsetzung gibt es nicht viel zu bemängeln. Die Hintergrundmusik passt perfekt zur

Spielstimmung und bleibt im Ohr hängen, die Soundeffekte sind gut umgesetzt und klingen realistisch und ein Highlight

sind sowieso die Synchronstimmen. Hier wurde anscheinend viel Mühe hineingesteckt um passende Stimmen zu finden, die

wirklich zu den Charakteren passen. Wir waren positiv überrascht.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Wer Mittelerde: Mordors Schatten spielt, wird viele Parallelen zu anderen Spielen entdecken. Dies liegt einerseits daran,

dass sich alle Spiele des Genres ähneln, andererseits daran, dass sich das Entwicklerteam von Monolith nicht zu schade

war, gute Sachen von anderen Spielen zu kopieren. So wird man Ähnlichkeiten zu Batman, Assassin´s Creed oder Red Dead

Redemption finden, was in meinen Augen aber nichts schlechtes bedeutet. Die größte Neuerung im Spiel ist nämlich das

Nemesis-System, dass ich mir ab sofort in mehr Spielen wünschen würde, denn selten zuvor hat man so sehr in einer

lebendigen Welt gefühlt, wie hier in Mordors Schatten. Uruks reagieren auf Begegnungen mit uns, es gibt Rivalitäten

untereinander und wenn man die richtigen Personen anstachelt, kann man für Chaos sorgen und sieht, wie sich die Welt

durch unseren Einfluss verändert. Warner Bros. und Monolith haben uns hier wohl das bisher beste Herr der Ringe Spiele

abgeliefert und Action-Adventure-Fans sollten auf jeden Fall zugreifen.
Grafik
9/10
Sound
9/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
9/10