Bernd das Brot hat alles versucht um uns von diesem Review abzuhalten. Er wollte nämlich kein Abenteuer erleben, er wollte nicht, dass wir dieses Abenteuer spielen und er wollte schon gar nicht, dass wir darüber schreiben. Wir haben es trotzdem gemacht und seine einzige Antwort darauf war "Mist". Ob wir lieber doch auf Bernd hören hätten sollen, oder ob ihr euch das Spiel am besten gleich kaufen solltet, erzählen wir euch in unserem heutigen Review.
Fast jeder Erwachsene, der regelmäßig fern schaut, kennt Bernd das Brot, rennen doch die Erzählungen und Abenteuer von
ihm jede Nacht auf KiKa in der Dauerschleife. Sogar in die Charts hat er es mit dem Lied "Tanz das Brot" geschafft,
umso verwunderlicher ist es, dass es bis heute keine Videospielumsetzung gab. Doch nun ist alles anders, denn die Entwickler von bumm game haben uns ein Point ´n´ Click-Adventure geschenkt, dass aus der Masse der Spiele heraussticht. Nun können wir endlich mit Bernd
und seinen Freunden um die Welt reisen um den Diebstahl der Statue des "Erkälteten und Skat spielenden Yakks" zu
lösen.
Das Spiel beginnt jedoch ganz Bernd-typisch. Wie schon in der Nachtsendung befindet sich Bernd in einem weißen Raum. Er
weiß nicht, was passiert ist, er weiß nicht, wie er dort hingekommen ist und er weiß nicht, was er dort eigentlich
sucht. Doch dann tauchen zwei Bilder auf von seinen beiden Freunden, Schaf Chilli und der sprechende Busch Briegel.
Bernd dämmert wieder, was zuletzt passiert ist. Seine beiden Freunde haben nämlich mit ihm ein Heldentrio gegründet und
auch wenn Bernd eigentlich keine Lust darauf hatte, wurde er dazu gezwungen. Deren erster Auftrag führt sie sogleich in
den Stadtpark, wo überlicherweise die Statue des "Erkälteten und Skat spielenden Yakks" steht, die von den Langolianern
gestiftet wurde. Doch nun wenige Tage vor deren Besuch hat jemand die Statue entwendet, was zu internationalen
Spannungen führen könnte, denn in einem Ritual der Besucher soll die Statue mit Teebeuteln beworfen werden. Zeit, dass
wir die Steuerung von Bernd übernehmen und gemeinsam mit seinen zwei Freunden die Statue wieder finden und in Pullovien
einen machtgierigen Konzern zu stoppen.
Bernd das Brot ist ein Spiel, das sich selbst und das Genre nicht ganz so ernst nimmt. So gibt es auch immer wieder
Anspielungen auf ältere Titel, wie Zak McKracken, Zurück in die Zukunft oder andere Spieler. Auf diesem Weg wollen die
Entwickler auch die älteren Spieler ins Boot holen, denn die jüngere Spielgeneration hat zu der Zeit noch nicht gelebt
haben. Aber auch Bernd nimmt sich und das Spiel nicht ernst, denn nicht nur einmal wird er sich mit einem flotten
Spruch über die Entwickler beschweren oder Entscheidungen des Spielers, die er nicht ausführen will, in Fragen zu
stellen.
Die Rätsel sind gut gewählt und auch logisch zu lösen. Viele Aufgaben kennt man schon aus anderen Spielen, so manche
ist aber auch ganz neu. Der Schwierigkeitsgrad ist zu Beginn noch sehr einfach gehalten, steigt mit der Zeit jedoch
ordentlich an. Schade ist, dass die Entwickler jedoch den Spieler in ein fixes Ablaufschema hineindrängen wollen. So
kann man die Lösung für ein Rätsel schon kennen, die Aktion jedoch noch nicht ausführen, da man noch zu früh dran ist
und die Entwickler dies in dieser Situation noch nicht eingeplant haben. So sollte man während des Spieles durchaus
manche Aktionen einfach wiederholen. Desweiteren funktionieren manche Aktionen einfach nicht und so kann man ein paar
Luftballons ohne Grund nicht zum Platzen bringen, bis man am Ende den richtigen gefunden hat. Hier wird der Spieler
teilweise mit zu wenig Feedback im Stich gelassen. Zu Beginn des Spieles wird man auch noch ziemlich linear durch die
Geschichte getrieben, im weiteren Verlauf öffnet sich hier auch die ganze Welt für den Spieler und man bekommt
umfangreichere Rätsel zum Lösen.
Hilfestellungen im Spiel gibt es eigentlich kaum welche. Einzig die Hotspot-Anzeige und ein kleines Tagebuch stehen
euch zur Verfügung, wobei das Tagebuch eigentlich kaum weiter hilft. Interessant ist dafür, dass die Entwickler auf der
CD die Komplettlösung als pdf-Datei mitliefern. Wer somit nicht weiter weiß, kann dort einfach nachlesen.
Grafik
Das ganze Spiel besteht aus wunderschönen handgezeichneten 2D-Grafiken, die mit ihrem Detailgrad positiv auffallen. Die
Charaktere wurden alle als 3D-Figuren umgesetzt und toppen die Umsetzung noch einmal, heben sich aber dadurch auch
deutlich vom Hintergrund ab. Schade ist, dass die Auswahl an Schauplätzen recht begrenzt ist und sie sich oft wiederholen.
Auch die Animationen können bei der Qualität der Grafiken nicht ganz mithalten und so gibt es teilweise Unstimmigkeiten
bei Gesprächen zwischen Lippen und Ton. Von den Bewegungen her erinnern uns die Figuren aber sofort an die TV-
Sendungen.
Sound
Ein Highlight im Spiel sind natürlich die Stimmen, da die Originalsprecher der Serie für die Charaktere gewonnen werden
konnten. Man fühlt sich dadurch sofort wie in der Sendung. Für Neueinsteiger sicher eine gewisse Überwindung, da zum
Beispiel die schrille Stimme von Chilli durchaus gewöhnungsbedürtig ist. Schade ist, dass bei den anderen Stimmen nicht
ganz soviel Aufwand betrieben wurde, so ist die Stimme der Entwickler um einiges schwächer. Die Hintergrundmusik wurde
von einer Band eingespielt und passt zum Spiel, auch wenn sich die Lieder teilweise zu schnell ähneln.
Fazit
selben Humor und die selbe Stimmung aus dem Fernsehen in ein Videospiel zu verfrachten. Ich bin mir nicht ganz sicher,
ob die Geschichte bewusst wenig Tiefe hat um sich den seichten Inhalt der TV-Sendung anzupassen, oder ob die Entwickler
Neueinsteiger in das Spielgenre als Zielgruppe anvisiert haben, hier hätte man aber durchaus noch etwas mehr aus der
Materie herausholen können. Der größte Pluspunkt des Spieles ist aber auf jeden Fall Bernd das Brot, denn er hat schon
jetzt das Potential zum herausstechendsten Charakter des Jahres. Wer nicht zu hohe Erwartungen an das Spiel hat, wird
auch nicht enttäuscht werden, denn das Spiel liefert durchaus Unterhaltung für ein paar Stunden. Und die gratis
Brotbox, in der das Spiel ausgeliefert wird, sucht sowieso ihres gleichen.






