Über 1000 Jahre lang existierte das römische Reich und hatte den Mittelmeerraum und Europa in
seiner Macht. Den Großteil eroberte Rom in umfangreichen Kriegen und intelligenter
Expansionspolitik. Am Spielesektor ist das Thema im Third-Person-Bereich noch unverbraucht,
und so liefert uns Crytek mit Ryse: Son of Rome einen der interessantesten Launch-Titel auf
der Xbox One. Aber kann der ehemalige Kinect-Titel seinen hohen Erwartungen gerecht werden?
Wir übernehmen im Spiel die Rolle des stolzen Centurio Marius Titus, der sein Leben aufs Spiel
setzt um einen Anschlag auf den römischen Kaiser zu verhindern. Doch wie sooft begann alles
viel früher, nämlich in der Zeit als Marius noch Legionär war und seine Familie von
einfallenden Barbaren getötet wurde. Er schwor Rache und zog somit in den Krieg um Vergeltung
nach Britannien. So interessant die Geschichte auf den ersten Blick ist, so schräg sie in
weiterer Folge leider. So werden in der fiktionalen Erzählung historische Gegebenheiten
einfach verfälscht und in den maximal sechs Stunden Spielzeit greifen auch noch die Götter
ein, denn wir sind ja nur deren Schachfiguren. Lobend erwähnen muss man jedoch den Stil der
Erzählung, die auf jeden Fall mit so manch einem Hollywood-Film mithalten kann.
Vom Gameplay her kann man Ryse: Son of Rome am ehesten in die Richtung der Hack ´n´ Slay
einordnen, denn es geht hauptsächlich darum sich von Zwischensequenz zu Zwischensequenz zu
kämpfen. So wunderschön die Kämpfe auch sind, so eintönig werden diese jedoch im Laufe des
Spieles, denn zum Kämpfen werden nur wenige Tasten benötigt. Es gibt eine einfache und eine
schwere Attacke, man kann mit dem Schild blocken und per Flugrolle gegnerischen Angriffen
ausweichen. Das höchste der Gefühle in den Kämpfen sind die cool inszinierten Exekutionen mit
denen ihr Gegner in den Orcus schickt. Hier hätte man ruhig ein paar Rätsel oder
Kletter-/Sprungpassagen einbauen können.
Grafik
Bei der Technik kann das Team von Crytek ihr wahres Können zeigen, denn mit Hilfe der
CryEngine sorgt das Spiel für offenen Münder. Noch nie waren Gesichter so detailliert und
Körper und Ausrüstungen soviele Details besessen. Atmosphärische Licht- und Partikeleffekte
lassen einen stehen bleiben und genau hinsehen. Und obwohl es eine grafische Bombe ist, rennt
das Spiel vollkommen flüssig ab.
Sound
Auch bei der musikalischen Umsetzung wurde nicht geklotzt. Der musikalische Untermalung ist
sehr gut und stimmig umgesetzt und die deutschen Synchronstimmen wurden gut ausgewählt und
passen perfekt zu den Charakteren. Auch die Effekte klingen stark und realistisch.
Multiplayer
Im Mehrspielermodus befindet ihr euch in einer Glatiatorenarena und kämpft mit anderen
Spielern gegen unzählige Gegner und Herausforderungen, die die Arena mit sich bringt. Die
Arena selbst befindet sich dabei im dauerhaften Wechsel und so wird sie immer wieder direkt
während eures Spielens umgebaut. Macht am Anfang wahnsinnig viel Spaß, wird mit der Zeit
leider ein wenig Eintönig. Hier hätte man durchaus mehr Spielmodi einbauen können und dem
Spiel auch einen kompitativen Modus schenken können. Hierfür gab es aber wohl zu wenig Tiefe
im Kampfsystem.
Fazit
schon zerrissen, was sich mit dem Release nicht verändert hat. Wer sich jedoch etwas
vertiefend dem Spiel widmet, erkennt schnell die guten Seiten des Spieles. Das Kampfsystem
funktioniert, die Grafik ist wunderschön und die Geschichtserzählung erinnert an so manchen
guten Film. Schade ist jedoch, dass dem Spiel nicht ein wenig mehr Abwechslung gegönnt wurde
und, dass das Spiel schon nach wenigen Stunden durchgespielt ist. Wer Lust auf ein
unverbrauchtes Game-Setting hat, der wird mir Ryse: Son of Rome auf jeden Fall seinen Spass
haben. Wir hoffen schon jetzt auf einen Nachfolger mit mehr Spieltiefe, denn in der Welt kann
man sicher noch einiges erzählen und erleben.






