Die WWE-Reihe zählte für THQ zu den besten Zugpferden, doch konnte auch sie den Untergang des
Publishers nicht verhindern. Es verwunderte nicht, dass die Spielreihe recht schnell
aufgekauft wurde und bei 2K Sports ein neues Zuhause gefunden hat. Was sich in der neuen
Version geändert hat und ob es am Erfolg der Vorgänger anknüpfen kann, haben wir uns im Test
genauer angesehen.
Während man sich in der 2013er Version noch einzelnen Epochen widmen konnte um die Wrestling-
Geschichte nachzuspielen, haben sich die Entwickler von Yukes dieses Jahr etwas ganz
besonderes ausgedacht. Passend zum Jubiläum der WrestlaMania darf man die letzten 30 Jahre in
der Kampagne nachspielen um alle Highlight selbst zu erleben. Von der WrestleMania 1 bis zur
Wrestlemania 29 gilt es rund 50 Matches zu bestreiten und alle Evolutionsstufen mitzuerleben.
Ware Wrestling-Fan werden wohl den einen oder anderen Kampf vermissen, aber nur die wenigsten
Spieler werden noch wissen, was vor der Wrestlemania 15 passiert ist. Vor jedem Kampf wird mit
Original-Videos der Story-Hintergrund präsentiert, teilweise werden Original-Interviews mit
den Spielfiguren nachgestellt. Hier spielt die Grafik ihr Können aus und passt sich an die
alten Zeiten an und wirkt wirklich wie eine Übertragung die über 20 Jahre zurück liegt.
Potential wurde jedoch bei den Kommentatoren liegen gelassen, wurden alle Ansagen mit dem
Kommentatoren-Duo Jerry Lawler und Jim Ross eingespielt, die jedoch erst seit der
Jahrtausendwende die Sprecher sind. Schade, dass man hier nicht Originalaufnahmen verwenden
konnte bzw. die Originalsprecher verpflichten. Schön jedoch, dass man in den Kämpfen dank
geskripteter Szenen die Geschichte wirklich nacherleben kann und die Ergebnisse der damaligen
Zeit mehr oder minder richtig wiedergegeben werden.
Ins Spiel gefunden hat auch der neuer Modus "The Streak", eine Hommage an den Undertaker. So
könnt ihr entweder versuchen die legendäre Siegesserie von 21 Siegen des Undertakers zu
brechen oder ihr versucht als Undertaker selbst möglichst viele Gegner zu überstehen. Gerade
bei der ersten Version steht euch jedoch nicht der einfache Undertaker gegenüber, sondern ein
besonder schwer zu schlagender, mit überraschenden Angriffen und teils überragenden Tricks.
Eine Herausforderung, die man nur sehr, sehr schwer bestehen kann, selbst erfahrene Spieler
werden ihre Probleme haben.
Bei der Steuerung und beim Editor hat sich im Grunde kaum was verändert. Hier wurde die
Mechanik vom Vorgänger fast ident übernommen. Zwar gibt es Verfeinerungen bei den Griffen,
immer noch sehr situationsbezogen und leicht zu kontrollieren. Bei Kontern zählt weiterhin nur
der richtige Moment und manche Bewegungsflüsse lassen sich weiterhin nicht unterbrechen. Sieht
zwar gut aus, das Spiel wirkt dadurch jedoch etwas steif und nicht ganz so flüssig, weil man
immer wieder für einige Sekunden zum Zuschauen verdammt ist, bevor man weiter angreifen kann
oder einen Konter setzen darf. Beim Editor wurde nur wenig verändert, sogar die Sortierung der
Elemente wurde beibehalten. Wer also den letzten Teil gespielt hat, wird sich hier sofort
wieder zurecht finden.
Grafik
Von der technischen Seite merkt man, dass die Entwickler an die Grenzen der Konsole stossen.
Das Spiel sieht zwar gut aus, schneidet im Vergleich mit dem 2K Basketballschlachtschiff
leider um einiges schlechter ab, gerade im Hinblick auf das Publikum. Auffällig sind auch
Clipping-Fehler, die vor allem bei größeren und stemmigeren Kämpfern auftreten. Positiv
erwähnen muss man dafür die nachgebauten Arenas, die vielfach jedoch viel zu klein umgesetzt
wurden und vor allem die wunderschön umgesetzten Wrestler-Einzüge mit seinen Effekten und
gewollt übertriebenen Effekten. Schade, dass bei den Kleinigkeiten gespart wurde, denn wenn
der Kommentator über die getapte Brust von Hulk Hogan spricht, erwartet man sich, dass dies
auch grafisch wiederspiegelt wird, was leider nicht passiert.
Sound
Wie schon früher erwähnt, wurde bei den Stadionsprechern leider ein wenig Potential liegen
gelassen. Leider gibt es nur die letzten zwei Kommentatoren, die dann leider auch noch fast
genau das selbe erzählen wie letztes Jahr. Hier hätte man eindeutig mehr machen können. Sonst
kann man dem Spiel von der Seite her jedoch nicht viel vorwerfen. Die Einmärsche sind
bombastisch umgesetzt, die Effekte sind stark, die Stadionstimmung kommt gut herüber. Schade,
dass generell viel zu wenig mit Hintergrundmusik gearbeitet wird. Deutsche Stimmen sucht an
vergebens, deutsche Untertitel wurden jedoch integriert, schade, dass es hierbei bei der
Übersetzung teilweise zu Fehlern gekommen ist.
Multiplayer
Beim Online-Modus wurde anscheinend ein wenig am Netzcode gebastelt, denn die Lags der
Vergangenheit kommen fast nicht mehr vor. Faire Matche sind nun also ohne Probleme möglich, da
diese nun Konter nicht mehr unmöglich machen. Bis zu sechs Spieler Am meisten Spass macht das
Spiel jedoch noch immer im Offline-Multiplayer, wo man seine Freunde so richtig auf die Matte
schmeißen kann.
Fazit
einen neuen Publisher gewöhnen, das Maximum der Konsole herausholen und parallel schon
beginnen an Next-Gen-Versionen zu basteln. WWE 2K14 ist eine solide Weiterentwicklung der
Vorjahresversion und kann gerade mit dem 30 Years of Wrestlemania-Modus wirklich punkten.
Ebenso Spass macht der neue, herausfordernde Streak-Modus, wie auch der verbesserte
Multiplayer. Den riesen Schritt hat die aktuelle Version nicht gemacht, dennoch ist zahlt sich
ein Kauf für Wrestling-Fans mehr als aus. Man kann jedoch schon jetzt gespannt sein, was die
nächste Version können wird, wenn die Entwickler erstmals ein ganzes Jahr Entwicklungszeit
unter 2K haben werden.






