Lange haben wir gewartet, hier ist sie nun, die Playstation 4. Als eines der ersten österreichischen Medien dürfen wir die Konsole und die
Launch-Titel schon jetzt, wenige Tage vor Release, testen. Unweigerlich bekommt man als Redakteur jedoch auch die ersten Reviews vom
amerikanischen Markt mit, wo die Konsole ja bereits erhältlich ist. Und während die Amerikaner Knack ziemlich durch den Kakao ziehen, fragen
wir uns eigentlich warum? Denn Knack hat alles, was man sich von einem klassischen Jump 'n' Run erwartet, welches man beruhigt seinen Kindern
in die Hand drücken kann. Mehr dazu in unserem ersten Playstation 4 Review.
Das Genre der Jump ´n´ Run hat in den letzten Jahren schwer zu kämpfen, da viele das Genre bereits als tot ansehen. Als letzte Bastion gegen
den Untergang stellt sich vielfach gerade Sony heraus, die immer wieder richtig gute Spiele wie zum Beispiel Jak and Daxter, Crash Bandicoot
oder Ratchet und Clank herausbrachten. Gerade der Erfinder der letztgenannten Spielreihe, Mark Cerny, hat sich nun mit Knack etwas Neues
ausgedacht und obwohl es ein Jump ´n´ Run ist, einen der interessantesten Launch-Titel kreiert.
Knack spielt in einer Fantasiewelt, in der alte, misteriöse Relikte existieren, die eine besondere Energie ausstrahlen, dass sie überall auf
der Welt als Energiequelle genützt werden. Ebenso gibt es neben den Menschen jedoch auch die Goblins, die im ewigen Krieg mit den Menschen
stehen und diese wieder einmal angreifen. Als die Menschen wieder einmal zurückschlagen wollen, präsentiert der Wissenschaftler "Doc" seine
neueste Erfindung. Bei einer Expedition hat er in einer Höhle ein ganz spezielles Relikt gefunden und nach langer Forschung hat er es
geschafft zu Leben zu erwecken, ein magisches Wesen Namens Knack, dass nur aus Relikten besteht. Je mehr Relikte in der Nähe sind und Knack
anziehen kann umso größer wird er dabei auch bis zur Größe eines Golem. Auch die Lebenspunkte steigen dabei mit der Größe von Knack und er
hält mehr Treffer von Gegner aus, auch wenn er dabei wieder Relikte verliert. Diese kann man jedoch fast überall auf der Welt finden, können
wir doch auch fast alles auf der Welt zerschlagen. Dank mancher Materialien bekommt Knack ein ganz besonderes Aussehen, wie zum Beispiel durch
das Sammeln von Eiskristallen. Vorteile bekommen wir dadurch keine, jedoch meistens Nachteile. Die Eiskristalle schmelzen zum Beispiel sehr
schnell in der Sonne.
Knack ist ein spannendes Jump `n` Run Spiel, das den Schwerpunkt weniger auf die Rätsel legt, sondern eher auf die Action- und Kampfszenen.
Diese gehen leicht von der Hand, benötigt man doch nur einen Knopf um die Gegner aufs Korn zu nehmen. Mit dem rechten Analogstick können wir
Angriffen ausweichen. Ergänzend dazu gibt es noch drei Spezialangriffe, für die wir jedoch Sonnensteine sammeln müssen. Mit einem lässt ihr
den Boden per Erdbeben erzittern, mit dem zweiten läst ihr einen Wirbelsturm los und mit dem dritten Spezialangriff schießt ihr selbstzielende
Projektile los um Gegner aus der Distanz zu erledigen. Hier wirkt das Spiel nicht ganz perfekt ausbalanciert. In manchen Leveln hatten wir
beim Spielen keinen Platz für weitere Sonnensteine um dann in den schwierigen Sequenzen an einem Mangel zu leiden. Wenigstens bleiben einem
die Sonnensteine erhalten, falls Knack einmal das Zeitliche segnet.
Um im Spiel weiterzukommen, müsst ihr nach der Reihe einzelne Räume abschließen und dabei immer alle Gegner ausschalten, denn bevor dies nicht
erledigt ist, öffnet sich die Tür zum Weiterkommen nicht. Jedes Level besteht aus mehreren Räumen oder Arenas, die ihr nach der Reihe schaffen
müsst. Jeder Gegnertyp greift euch dabei anders an, weshalb ihr gut darauf achten müsst, wer euch gegenüber steht. Knack hält nämlich generell
nur sehr wenige Treffer aus und die automatischen Speicherpunkte sind so selten gestreut, dass ihr teilweise richtig lange Spielsequenzen
wiederholen müsst. Aufreibend wird es, wenn man einen schweren Gegner besiegt um dann im nächsten Raum von einem kleinen Gegner mit nur einem
Schlag in Einzelteile zerlegt zu werden und die ganze Herausforderung zu wiederholen ist. Da gehört schon ein wenig Ruhe und Gelassenheit
dazu, dass man die Herausforderung annimmt und dann einzelne Level wieder und wieder spielt. Am Ende jedes Levels wartet dann noch ein Boss
auf euch, der nochmal schwerer ist und ganz Besondere Angriffe für euch parat hält.
Obwohl Knack durch seine farbenfrohe Aufmachung, Cartooncutszenen und einer einfachen Steuerung sehr familienfreundlich wirkt, muss jedoch
gesagt werden, dass es alles andere als ein leichtes Spiel ist. Wer mit dem normalen Modus spielt, wird mehr als nur einen Tod erleiden und
die vielen Levelwiederholungen wohl auch nervig finden. Nur wenige Spieler haben heute noch die Geduld der alten Tage, weshalb wir zu Beginn
echt den leichten Schwierigkeitsgrad - gerade für Kinder - empfehlen.
Suchfreudige Spieler werden auch ihren Spass im Spiel finden, gilt es doch überall auf der Welt geheime Wände einzuschlagen. Während in
manchen nur Relikte oder Sonnensteine, während es in anderen Räumen versteckte Bauteile zum Sammeln gilt. Findet man nämlich genügend Bauteile
kann man spezielle Geräte zusammenbauen, die Knack im Spiel wirklich weiterhelfen und das Spiel einfacher machen. Suchen zahlt sich deswegen
wirklich aus.
Grafik
Knack ist ein wunderschöner Titel, der ansatzweise zeigt, was die Playstation 4 wirklich leisten kann. Gerade Knack selbst mit den unzählbaren
Relikten aus dem sein Körper besteht und sich bewegen, sieht wirklich schön aus. Die Texturen sehen schön aus, die Gegner sind mit viel Liebe
zum Detail gestaltet worden. Allen voran, die Zwischensequenzen, die man direkt in jeden Animationsfilm verfrachten könnten, sehen richtig gut
aus, auch wenn so manche Figur plötzlich nicht mehr die Detailtiefe besitzt, wie im Spiel selbst. Schade ist jedoch, dass man die Kamera nicht
selbst drehen kann, sondern diese im Grunde immer fix vorgegeben ist. In so mancher Situation verliert man so leider doch den Überblick und
übersieht einen Gegner, der einen dann von hinten niederstreckt.
Sound
Musikalisch zeigt das Spiel seine Stärken, denn die Synchronstimmen sind gut gewählt und passen zu den Charakteren. Auch die Effekte passen zu
dem bunten Abenteuer und die Hintergrundmusik weiß zu gefallen. Es sind zwar keine revolutionären Melodien dabei, die uns auf immer und ewig
hängen bleiben werden, jedoch genau die passenden, kindergerechten und energischen Melodien, die uns durch das Spiel treiben. Interessant ist,
dass sich die Musik sehr flüssig abwechselt und man nie das Gefühl hat etwas zu verpassen, wenn man kurz nicht hinhört. Man findet sich sofort
wieder in der alten Melodie als man aufgehört hat hinzuhören.
Multiplayer
Einen Online-Coop-Modus bringt Knack leider nicht mit, aber immerhin ist es möglich, dass jederzeit ein zweiter Spieler per Knopfdruck ins
Spiel einsteigen oder wieder aussteigen kann. Gerade zu zweit macht das Spiel um einiges mehr Spaß und wird auch etwas leichter, weshalb man
weniger oft Levels wiederholen muss.
Fazit
aussieht, wie so manch anderer Launch-Titel. Er leidet zwar ein wenig an den ewig gleichen Gegnern und den etwas schlauchartigen Leveln, wie
wir es von alten Titeln gewohnt sind. Aber gerade deswegen macht Knack auch wirklich Spass und ist im Coop-Modus durchaus einfacher zu
spielen. Der nächste Blockbuster liegt uns hier sicher nicht vor, aber dennoch ein wunderschönes Spiel mit einer interessanten Geschichte, die
es wert ist gespielt zu werden. Wenn man nicht mit zu hohen Erwartungen herangeht, wird man positiv überrascht werden. Obwohl uns eine neue
Hardware-Generation vorliegt, bringt uns das Spiel nämlich ein wenig Oldschool-Feeling und erinnert uns an so manchen nostalgischen Moment
älterer Titel. Sony hat hier einen Launch-Titel gezaubert, welchen man nicht mehr loslassen will, wenn man ihn einmal zu spielen begonnen hat
und so ist Knack auch uns ans Herz gewachsen! Euch wird das selbe passieren.






