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Review: Omerta – City of Gangsters

von Andreas · ca. 5 Min. Lesezeit
Omerta – City of Gangsters

Im allgemeinen Glauben sind rundenbasierte Spiele seit Jahren schon tot. Doch letztes Jahr strafte XCOM: Enemy Unknown alle Zweifler und brachte das Spielsystem auch auf die Konsole. Das selbe Konzept versucht nun Omerta: City of Gangsters aufzugreifen und die Spieler mit der Mischung aus Aufbau-Strategie und rundenbasierenden Taktik-Kämpfen zu begeistern. Wir haben uns das Spiel nun genauer ansehen.

Wir befinden uns in Atlantic City und schlüpfen in die Rolle eines unzufriedenen Sizilianers, der hier sein neues Glück sucht. Da wir ein starkes Ego haben, tragen wir den Spitznamen "The Boss". Wir haben eine bewegende Vergangenheit hinter uns, die wir per Fragenkatalog zu Beginn des Spieles festlegen und so auch unsere Charakterwerte mitbestimmen. Aber auch Atlantic City ist nicht die perfekte Stadt in der neuen, freien Welt, denn der Konsum von Alkohol ist hier offiziell verboten. Perfekt für uns eine neue Karriere zu beginnen und in die Welt von Alkoholschmuggel, Spielcasinos und Waffenhandel einzusteigen um zuerst der Herrscher des Viertels und dann der ganzen Stadt zu werden.

Wer sich jetzt eine vollkommen freie Stadt zum Erkunden erwartet, der wird leider enttäuscht werden. Theorethisch kommt man zwar in der Stadt viel herum und bekommt viel zu sehen, jedoch ist die ganze Stadt in 20 stark begrenzte Teile aufgespalten. Wir steuern dabei unseren Charakter, übergeben aber auch viele Aufgaben an unsere Handlanger, die wir mit der Zeit dazubekommen. Diese sind auch unsere wichtigsten Hilfmittel, da wir mit der Zeit natürlich nicht alles selbst erledigen können. Wir müssen Alkohol stehlen, kleinere Aufträge erfüllen und Gebäude für unsere illegalen Geschäfte mieten uns ausbauen. Es ist dabei eure Wahl, was ihr mit den Gebäuden macht, auch wenn euer Grundgedanke natürlich immer die Vermehrung eures Geldes sein sollte. Das Spiel unterscheidet zwischen sauberen und dreckigem Geld, wobei man letzteres auch nur für illegale Tätigkeiten ausgeben kann. So bauen wir einmal eine Brauerei samt Brennerei und verkaufen unseren Alkohol dann illegal in einer unserer Flüsterkneipen, sowie auf legalem Wege über unsere neu eröffnete Apotheke. Natürlich gibt es sonst noch einige andere Gebäude, die euch helfen euren Verkauf anzukurberln und zu verbessern. Wichtig ist dabei immer den Fahndungslevel im Blick zu behalten um zur Not die Polizei zu bestechen.

Im Grunde dreht sich im Spiel alles nur um das liebe Geld und irgendwie hatten wir im Spiel das Gefühl, dass man nicht viel falsch machen kann. Denn es machte gar keinen Unterschied, ob wir unsere Geschäfte ausbalancieren oder uns auf etwas spezialisieren, zu Geld sind wir immer gekommen. Zwar haben wir in weiterer Folge Angriffe von anderen Gangstern bekommen und auch die Polizei wurde aufmerksamer auf uns, aber mit Geld ließ sich dies immer lösen. So gab es immer wieder die Momente, wo wir nur warten mussten, dass wir genug Geld bekommen um uns so das Missionsziel erkaufen zu können. Manchmal mussten wir dabei wirklich einfach die Zeit und die Konsole tatenlos laufen lassen. Wenn einmal alle Handlanger und unser Hauptcharakter dabei sind Aufträge zu erfüllen, kann man einfach gar nichts mehr machen. So sitzt man vorm PC oder der Konsole und wartet, dass sich einer der Charaktere wieder zurückmeldet. Hier bekommt man irgendwie das Gefühl ein Browserspiel vor sich zu haben, denn es ist nicht möglich das Spiel zu beschleunigen.

Aber Omerta ist jedoch nicht nur ein Managment-Spiel, sondern auch Rundenkämpfe warten auf den Spieler, wenn man andere Gangster angreift oder von ihnen angegriffen wird. Hier gibt es ähnlich wie bei XCOM: Enemy unknown Bewegungs- und Handlungspunkte, die man weise einsetzen muss. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei angenehm gehalten und auch ohne grosse Taktikkenntnisse wird man die Gegner besiegen können. Planlos gegen die Gegner vorgehen sollte man dennoch nicht, denn nicht jeder Kampf ist automatisch gewonnen. Wichtig sind nämlich auch die unterschiedlichen Waffen, wie Handfeuerwaffen, Shotguns oder Maschinengewehren. Das Deckungssystem hat uns teilweise zur verzweiflung gebracht, denn wir konnten nicht durchschauen, warum manche Objekte in einem Moment als Deckung gelten und im anderen nicht, obwohl es der selbe Tisch ist, der nur wenige Meter weiter steht. Interessant umgesetzt wurde der Mutwert, der Einfluss auf unsere Aktionspunkte hat.

Grafik

Grafisch ist Omerta richtig schön geworden. Man sieht Fahrzeuge herumfahren, die Bäume werfen Schatten und man kann heranzoomen bis man die Details der Dachschindeln oder Holzdielen auf der Promenade sehen kann. Theorethisch also eine gute Grundlage, was aber dann dennoch auffällt ist die geringe Anzahl an aktiven Geschehnissen, denn Fußgänger und Autos sieht man nur selten. Es gibt einen Tag- und Nachtwechsel und auch Wettereffekte wie zum Beispiel Regen wurden eingebaut. Gefallen haben uns die kleinen Zwischensequenzen, die man nach jeder Mission zu sehen bekommt.

Sound

Bei der Musik haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben um uns mit der Atmospähre der 20er Jahre zu fesseln. Dies ist ihnen auch wirklich gut gelungen, denn die Musik bleibt im Ohr hängen und man fühlt sich an alte Gangsterfilme erinnert. Auch die Soundeffekte wurden anscheinend mit viel Liebe umgesetzt, denn man hört die gute Effektuntermalung, wie fahrende Autos oder Meeresrauschen. Je nachdem ob man rein- oder rauszoomt, wird die Geräuschkulisse auch lauter oder leiser.

Multiplayer

Auch ein Multiplayerbereich wurde dem Spiel geschenkt, auch wenn dieser sehr minimalistisch gehalten ist. So stehen einem hier nur die Rundenkämpfe zur Verfüng, wo man im Coop-Modus gegen die KI oder gegen seinen menschlichen Freund antreten darf, natürlich mit den selben Problemen im Deckungssystem wie im Einzelspielermodus. Hier wäre mehr möglich gewesen, schade.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Omerta - City of Gangsters ist ein kein schlechtes Spiel, aber zu einem guten fehlen ihm leider doch noch viele Feinheiten. Das Konzept und die Idee ist gut, aber viele Bereiche im Spiel hätten etwas mehr Feinschliff benötigt oder mehr Liebe zum Detail. So muss man teilweise zu lange Wartezeiten hinnehmen, bekommt optisch zu viele Wiederholungen zu sehen und ist in den Spielmöglichkeiten doch zu eingeschränkt. Aber dennoch macht das Spiel immer wieder Spass und man kann seinen Traum des eigenen Gangsterimperiums virtuell wahr werden lassen. Es gibt noch Luft nach oben, der beim Nachfolger sicher ausgefüllt werden wird, sofern man sich noch einmal an die Thematik heranwagt.
Grafik
7/10
Sound
8/10
Multiplayer
4/10
Gameplay
6/10
Spielspaß
7/10