Wie bereits bei der letzten Sommer-Olympiade präsentiert uns auch 2012 Sega das offizielle Videospiel zum größten Sportevent der Welt.
Wir haben uns nun kurz vor der Eröffnung das Spiel genauer angesehen und versucht möglichst viele Medaillen für Österreich zu holen. Wie
es uns dabei ergangen ist und ob das Spiel selbst eine Gold-Medaille verdient hat, erfährt ihr in unserem Review.
Die Entwickler von Sega haben sich wieder einmal angestrengt um eine möglichst große Auswahl an Sportarten zu präsentieren. Insgesamt
stehen uns nun in London 2012 - Das offizielle Videospiel zu den olympischen Spielen ganze 46 Disziplinen in acht Kategorien zur
Auswahl. Wer jedoch genauer hinsieht, wird merken, dass am Ende jedoch nur 31 Sportarten übrig bleiben, da manche Sportarten für Männer
und Frauen zur Verfügung stehen, es jedoch keinen Unterschied zwischen diesen gibt. Im Endeffekt wird jedoch für jeden Spieler etwas
dabei sein, denn es gibt begonnen bei den klassischen Laufbewerben, über Schwimmbewerbe, Schießbewerbe oder unterschiedlichen
Leichathlethikbewerben eine echt sehr unterschiedliche Auswahl an Sportarten, die auch an den Original-Schauplätzen stattfinden.
Ihr selbst übernehmt die Rolle von fiktiven Athleten eines Landes, welches ihr euch zu Beginn auswählen könnt. Bekannte Namen, wie Usain
Bolt werdet ihr vergeblich suchen. Im Karriere-Modus müsst ihr dabei jeden Tag aus vier unterschiedlichen Wettbewerben zwei auswählen,
wo ihr zuerst direkt in den Qualifikationen landet um euch dort für das Finale zu qualifizieren, wo ihr dann um die Medaillen kämpft.
Habt ihr dies nicht geschafft, könnt ihr eines der hart erarbeiteten Neustarttickets lösen oder müsst auf das Finale verzichten. Zu
Beginn jeder Sportart könnt ihr euch ein kurzes Tutorial einblenden lassen, wo ihr die Steuerung eures Athleten lernen könnt. Die
jeweiligen Tutorials könnt ihr sooft wiederholen, wie ihr wollt und es als nötig erachtet. Anders als bei vielen anderen Sportspielen,
geht es beim diesjährigen Olympia-Werk nicht um reines Button-Mashing, sondern ums gezielte drücken einer der Tasten und dies oft
möglichst schnell und im passenden regelmäßigen Rythmus. Im normalen Modus wird es jeder Spieler halbwegs schaffen, pasable Ergebnisse
und die ersten Medaillen erzielen. Wer sich lieber körperlich anstrengen will, kann es per Kinect oder Move ausprobieren, was gut
funktioniert hat und jede Menge Spass machten.
Schade ist, dass man im Karriere-Modus nicht die vollständige Olympiade durchspielen kann, sondern nach 22 Disziplinen alles zu Ende
ist. Die Möglichkeit die Olympiade von der Eröffnung bis zur Abschlussveranstaltung mit allen zur Wahl stehenden Sportarten hätten dem
Langzeitspielspass gerade im Einzelspielermodus viel gebracht.
Grafik
Sega hat sich angestrengt, ein technisch hochwertiges Spiel abzuliefern und dies ist ihnen großteils gut gelungen. Das Spiel wirkt aus
einem Guss und die Sportler und ihre Animationen wirken sehr realistisch und ansehlich. Auch die Präsentation der Wettkampfstätten und
die dazugehörigen Animationen und Wiederholungen sind sehr schön gehalten. Einzig abseits des Geschehens wird man im Hintergrund abundzu
die Liebe zum Detail vermissen und auch die Ladebildschirme konnten uns nicht wirklich begeistern.
Sound
Obwohl Sportspiele eigentlich einen überschaubaren Rahmen an Sprachausgabe haben, hat Sega eine deutschsprachige Synchronisation
ausgelassen. Die englischsprachigen Kommentatoren können jedoch durchaus begeistern, über deutsche Sprecher hätten wir uns trotzdem
richtig gefreut. Die Hintergrundmusik untermalt das Spiel gut ohne dabei zu sehr in den Vordergrund zu rücken und zu stören. Die
Geräuschkulisse in den Stadien gibt uns das Gefühl mitten im Geschehen zu sein und für gute Stimmung zu sorgen. Und das patriotische
Herz lacht natürlich, wenn man eine Goldmedaille gewonnen hat und die eigene Nationalhymne tönt aus den Lautsprechern.
Multiplayer
Ein Sportspiel braucht natürlich einen Multiplayer-Modus und hier hat sich Sega einiges überlegt. So kann man online gegen bis zu acht
Spielern aus aller Welt spielen und Medaillen für sein eigenes Land sammeln oder offline mit zu Viert direkt vor der eigenen Konsole um
die Medaillen rittern. Ihr habt hier jeweils die Wahl im schnellen Spiel zufällige Sportarten spielen oder ganze Turnier erstellen.
Offline gibt es noch die Möglichkeit gemeinsam mit Freunden ganz eigene Herausforderungen zu spielen um dort vordefinierte Ziele zu
schaffen um so weitere Herausforderungen freizuschalten. Bis zu vier Spieler können auf einer Konsole dabei antreten. Ein riesen
Minuspunkt ist jedoch die Tatsache, dass es nicht möglich ist eine komplette Olympiade gemeinsam mit Freunden zu spielen. Warum Sega
dies nicht umgesetzt hat, ist uns unklar. Schade ist auch, dass in manchen Spielmodi, wie zum Beispiel den Herausforderungen nur der
erste Spieler Achievements sammelt und nicht alle angemeldeten.
Fazit
Genre. Leider ist es nicht möglich gegen die Original-Athlethen anzutreten und auch die vollständige Olympiade ist weder im Singleplayer
noch im Multiplayer spielbar. Dennoch macht das Spiel wirklich Spass und hat uns durch die gute Umsetzung der Steuerung, die uns
durchaus gefordert hat, und der hochwertigen technischen Umsetzung für Stunden an die Konsole gefesselt. Spätestens als wir in der
Gruppe spielten, verging die Zeit wie im Flug und wir wollten nicht mehr aufhören. Zum perfekten Sportspiel und der eindeutigen
Goldmedaille fehlt noch einiges, vielleicht gelingt dies Sega 2016. Aber bereits jetzt können wir das Spiel mit ruhigem Gewissen
empfehlen, dass auf keiner Party fehlen sollte






