Wenn man an Filmportierungen denkt, dann gibt es nicht mehr viele Publisher, die es heute noch wagen gute Spiele zu produzieren. Schon gar
nicht, wenn es sich um komplizierte Filmthemen handelt, wie es bei Battleship ist, wo Schiffe versenken die Vorlage für den Hollywood-
Streifen war. Wir konnten uns das Spiel nun genauer ansehen und sind schwer überrascht über das Ergebnis.
Wenn man als Redakteur eine Filmumsetzung in der Hand hat, dann rennt einem im ersten Moment der kalte Schauer über den Rücken, den man
weiß nie, ob man eine der vielen lieblosen Umsetzungen in der Hand hält oder ob sich doch eine Perle ins Teststudio verirrt hat. Bei
Battleship sind wir etwas vorsichtiger, denn der Kinofilm ist doch selbst schon eine Umsetzung von Hasbros Tabletop Flottenmanöver. Da man
mit dem einfachen Bekriegen von Schiffen wohl kaum jemanden in die Kinos bekommen hätte, wurden Außerirdische - was denn auch sonst - ins
Geschehen eingebunden. Die Existenz der Menschheit ist bedroht und eure Aufgabe ist es diese zu retten.
Wir befinden uns vor der Küste von Hawaii und die US-Marine hat ein unbekanntes Schiff im Wasser entdeckt. Bevor man sich auch schon
genauere Gedanken darüber machen konnte, wird man auch schon von hochmodernen Gleitern angegriffen. Ihr übernehmt ab nun die Rolle des
Sprengstoffexperten Mathis und tretet in klassischer Ego-Shooter Manier gegen die Alieninvasion an. Mit der Geschichte des Filmes habt ihr
dabei wenig zu tun und auf die Filmstars werdet ihr dabei nicht treffen.
Dadurch, dass wir nicht die Haupgeschichte, sondern eine ganz eigene spielen, bekommt man schnell das Gefühl, nicht so ganz im Geschehen zu
sein. Man befindet sich auf Hawaii und sorgt sich um klassische Ziele, die man aus anderen Ego-Shootern bereits kennt. Man sprengt Gebäude
samt jeglicher Technologie in die Luft, verteidigt Kommunikationsstationen und geht gegen Gruppen von Aliens vor. Die Auswahl an
unterschiedlichen Missionen hält sich dabei durchaus in Grenzen, wenn es da nicht doch die Implementierungen der Flottenmanöver gäbe.
Mittels linken Bumper schaltet ihr nämlich in die Gefechtskontrolle und könnt dann eure Schlachtschiffe und U-Boote befehligen. Diese
geben euch nämlich in Küstennähe durchaus Feuerschutz oder schießen mit Raketen von euch markierte Felsen weg, die euch den Weg versperren.
Die Seeschlachten selbst laufen automatisch ab, jedoch lassen eure Feinde am Land Joker liegen, mitten denen ihr für jeweils 20 Sekunden
die vollständige Kontrolle über eure Kreuzer bekommen könnt, Schäden richtet oder die Angriffskraft steigert.
Die Kombination beider Sachen fordert euch als Spieler durchaus, denn während ihr euch am Land durch die Landschaft schießt und einen
Gegner nach dem anderen erledigt, müsst ihr immer ein Auge die Lebensanzeigen eurer Flotte haben. Schaltet ihr auf die Flottensteuerung um,
wird die Zeit beim Shooter angehalten, damit ihr nicht von Gegnern überrannt wird. Die Gegner sind jedoch sowieso nicht besonders stark,
geschweige denn von einer höheren künstlichen Intelligenz geführt, sodass auch ungeübte Shooter-Spieler kaum Probleme mit den Aliens haben
werden.
Grafik
Dank den vielen Spieleumsetzungen im Insel-Setting mit Palmen, Strand und Meer hat man durchaus Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Titeln
und muss leider erkennen, dass Battleship an die Konkurrenz nicht heran kommt. Die Umgebung ist teilweise detailarm, Texturen leiden an
Pixelarmut und manche Objekte wirken sehr kantig. Die Explosionen wirken extrem angestaubt und erinnern an Titel, die vor Jahren erschienen
sind. An Genregrößen wie Crysis kommt das Spiel leider bei weitem nicht heran. Etwas besser sehen da schon die Gegner aus oder die Licht
und Schatteneffekte, die man wortwörtlich als positiven Lichtblick sehen darf.
Sound
Original-Stimmen aus dem Film werdet ihr keine hören, die anderen Synchronsprecher machen ihr Werk dafür durchaus solide. Die
Hintergrundmusik passt teilweise gut zu den Scenen, schafft aber nie wirklich Gänsehaut-Gefühle entwickeln zu lassen. Großteils bemerkt man
leider die Musik im Hintergrund nicht einmal oder vergisst sie sofort wieder. Schade ist, dass die Stimmen oft auch um einiges zu leise
gehalten sind.
Fazit
gewesen. Die Grundidee ein Brettspiel umzusetzen war schon beim Film mutig, bei einem Videospiel, dass dann ein Ego-Shooter sein soll,
grenzt es fast schon an Wahnsinn. Der Mut hat sich leider nicht bezahlt gemacht, ist das Missionsdesign doch leider zu eintönig und die
technische Umsetzung nicht auf der Höhe der heutigen Zeit. Einen Multiplayer-Modus, der sich in unseren Augen durchaus angeboten hätte,
wird man auch vergeblich suchen. Um etwas positives erwähnen zu können, will ich die parallele Steuerung der Schiffe erwähnen, die ein
durchaus spannendes Konzept sind. Eine Kaufempfehlung können wir deswegen nur absoluten Film-Fans nahelegen, andere Spieler sollten das
Spiel sonst unbedingt einmal anspielen um im Nachhinein nicht enttäuscht zu sein.






