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Review: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten

von Andreas · ca. 5 Min. Lesezeit
Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten

Während in den 90er Jahren mehrere Spiele rund um das DSA-Universum erschienen

sind, ist es in den letzten Jahren recht ruhig geworden rund um die Welt des

deutschen Pen&Paper-Systems. Nach den zwei Drakensang-Titel aus dem Hause

Radon Labs, nahm sich Daedalic Entertainment der Thematik an und entwickelte

ein Rollenspiel rund um Aventurien. Ob DSA auch ohne Würfel Spass machen kann,

haben wir in unserem Review versucht herauszufinden.

In Satinavs Ketten schlüpfen wir in die Rolle vom jungen Geron, der ein

tristes Leben führt, da ihn alle Mitbürger so gut es geht meiden. Dies liegt

daran, dass vor dreizehn Jahren ein Seher im Dorf aufgetauch war, der den Tod

des damaligen Königs und andere Schicksale vorhersah. Als sich diese

erfüllten, warf man ihn schnell auf den Scheiterhaufen, wo der blinde Mann

seine letzte Prophezeiung kundtat, denn Geron solle in einigen Jahren das Ende

bringen. Somit meiden nun alle den jungen Mann, der ein etwas einsames Leben

als Fallensteller genießt. Desweiteren passieren auch einige unheilvolle Dinge

rund um Geron, denn immer wieder gehen unterschiedliche Dinge in seiner Nähe

zu Bruch. Dies liegt jedoch daran, dass Geron eigentlich ein Magie-Dilettant

ist, sozusagen eine Person dessen magische Begabung nie erkannt und somit auch

nicht ausgebildet wurde und sich somit immer recht zufällig manifestiert.

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Das Spiel beginnt nun damit, dass die Königin des verfeindeten Nostria zu

Besuch ist und König Efferdan hierzu allerhand Veranstaltungen stattfinden

lässt. So auch die Eichblattqueste, bei der es Aufgaben zu lösen und somit

Eichenblätter zu sammeln gilt. Der Schnellste bekommt als Preis eine Audienz

beim König. Geron sieht dies als seine Chance und mit unserer Hilfe schafft er

es auch den Wettkampf zu gewinnen, doch was er als großen Gewinn ansieht,

ändert in weitere Folge Gerons ganzes Leben. Denn das Königreich wird von

einer Krähenplage heimgesucht und alle Personen, die an der Jagd des Sehers

teilgenommen haben, werden von ihnen getötet. Der König bittet nun Geron um

Hilfe die Krähen zu verbannen, doch dieser scheitert bei dem Versuch und

besucht seinen Ziehvater und Meister Gwinnlings. Der sieht den Seher als

Ursache allen Übels und um das Dilemma zu lösen, wird eine Fee benötigt und

schickt uns somit auf die Suche nach einer. So kreuzen sich unsere Wege nun

mit Nuridarinellavanda, kurz Nuri genannt, die stark mit unserem Schicksal

verbunden ist. Wir kehren mit ihr im Schlepptau ins Dorf zurück, wo Gwinnling

jedoch auch Opfer der Krähenplage geworden ist und im Sterben liegt. Als

letzten Wunsch bittet er uns, die Fee zu töten um Andergast zu retten. Doch

Geron bringt dies nicht übers Herz und reist mit ihr nach Norden in der

Hoffnung eine andere Lösung zu finden.

Schon durch diesen kleinen Einblick ins Spielgeschehen sieht man das sich Das

Schwarze Augen: Satinavs Ketten stark von den letzten Daedalic-Titeln

unterscheidet. Das Spiel ist um einiges düsterer geworden und hat nicht ganz

soviel schwarzen Humor, wie so mancher der letzten Titel. Ein großes Augenmerk

wurde auf eine gute und detailgetreue Umsetzung der DSA-Einzelheiten gesetzt

und währen die Pen&Paper-Fans mehr als erfreut über die Detailtreue sein

werden, kann so mancher Einsteiger in die Materie Anfangs leicht überfordert

werden. Wir können jedoch beruhigen, alle Rätsel sind auch ohne Vorkenntnisse

lösbar. Ganz zu Beginn des Spieles hat man sogar die Möglichkeit sich zwischen

zwei Schwierigkeitsstufen zu entscheiden. Nimmt man die Einsteiger-freundliche

Variante kann man die Hotspotanzeige aktivieren und bekommt somit alle

interessanten Punkte auf dem Screen angezeigt. Ebenso sieht man beim

Kombinationsassistenten, welche Gegenstände wir aktivieren können oder wo wir

sie anwenden können. Wer es lieber etwas schwieriger will, deaktiviert diese

Hilfen und knobbelt sich selbst durch das Spiel. Satinavs Ketten ist ansonsten

ein klassisches Adventure, dass den Spieler auch durchaus zum Nachdenken

bringt. Dies vor allem auch in ethischer Hinsicht. Nuri ist als Fee nicht von

dieser Welt und dadurch von nahezu allem naiv begeistert. Als Fee kann sie

jedoch zaubern, was in manchen Situationen durchaus wichtig wäre, wenn da

nicht die dazugehörigen Schmerzen wären, die Nuri erleiden muss. Ebenso

wünscht sie sich auf der Welt zu bleiben, doch erfahren wir recht schnell,

dass wir ihr Leben nur retten können, wenn wir sie zurück in ihre Welt

bringen.

Anders als bei Deponia ist Satinavs Ketten nicht DRM-frei, sondern wird mit

Steam-Anbindung veröffentlicht. Viele Spieler versuchten dagegen zu

protestieren, Daedalic betonte jedoch, dass die Zusammenarbeit mit Steam aus

wirtschaftlichen Gründen notwendig sei, da man das Spiel so auch international

vermarkten könne, was Geld in die Kassa bringt. Man kann nur hoffen, dass die

nächsten Titel wieder auf Steam verzichten werden. Wenigstens benötigt man

Steam nur zur Aktivierung und nicht aktiv zum Spielen.

Grafik

Obwohl Daedalic im Bereich der Bilder kurz vor Release noch einmal richtig

nachgebessert hat, so wirkt die Grafik leicht angestaubt. Die handgezeichneten

Bilder sind zwar detailreich und um die Welt zu beleben gibt es überall

animierte Kleinigkeiten zu sehen, aber hier gibt es schon besseres am Markt.

Auch die Zwischensequenzen sind gewöhnungsbedürftig, sind sie doch im Stil der

Bleistiftzeichnungen der DSA-Bücher gehalten. Richtig animierte Szenen gibt es

dabei nicht, es ist eher ein umblättern der einzelnen Bilder. Manche Spieler

werden begeistert sein, andere werden erfreut sein über die etwas andere Form

die Geschichte weiterzutreiben. Entscheidet selbst.

Sound

Im Sound-Bereich ist Daedalic bekannt stark und konnte uns wieder einmal

begeistern. Die Synchronstimmen wurden passend ausgewählt und verleihen den

Charakteren ein Leben. Teilweise merkt man jedoch die zu harten und genauen

Betonungen und merkt die Sprachausbildungen der einzelnen Sprecher heraus. Im

Hintergrund werden die Ohren vom wunderbaren Soundtrack verwöhnt, der das

Spiel wunderbar untermalt und den Spieler in Stimmung bringt. Käufer der

Erstauflage freuen sich hier auch über die beigelegte CD mit allen Liedern.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Obwohl ich vor Jahren in die Welt von DSA reingeschnuppert habe, muss ich

zugeben, dass ich eher ein D&D-Spieler war. Dennoch hat mich Satinavs Ketten

vom ersten Moment an gefesselt. Obwohl das Spiel von der technischen Seite

nicht der neue Genreführer wird, da man gerade von Animationsseite mehr

gewöhnt ist, so besticht das Spiel durch seine Geschichte und der aufkommenden

Dramatik. Die Atmosphäre greift nach einiger Zeit um sich und will uns fast

nicht mehr vom PC weglassen. Adventure-Spielern sei das Spiel ans Herz gelegt,

man kann mit einem Kauf nichts falsch machen, denn Daedalic beweist auch

diesemal ihre Vormachtstellung im Adventure-Bereich. Aber auch Fans anderer

Genres, gerade Fans der DSA-Welt sollten durchaus einen Blick über den

Tellerrand wagen, ihr werdet es nicht bereuen.
Grafik
8/10
Sound
9/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
9/10