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Review: Max Payne 3

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Max Payne 3

Max Payne hat schon viel erlebt in seinem Leben und während er tagsüber die Reichen und Schönen bewacht, verfällt er Abends durch den Schmerz seiner Verluste seiner Alkohollust und trinkt sich in den Schlaf. Nun hat er jedoch einen neuen Job gefunden, der ihn wieder auf den richtigen Weg bringen soll. Wir haben uns das neueste Kapitel des ehemaligen New Yorker Detective angesehen.

Max Payne ist vom Leben gezeichnet, denn sein bisheriges Leben hat ihm viel Kraft gekostet. Bis zu dem Tod von seiner Frau und seiner Tochter war er eigentlich ein ganz normaler Bürger, der bei der Polizei seine Brötchen verdiente. Doch je mehr er über die Hintergründe und die Verschwörung hinter dem Tod seiner Familie erfuhr, desto mehr verfiel er der Alkohol- und Tablettensucht. Sein Glaube an Recht und Gerechtigkeit ist längst verblasst, sein Job beim NYPD längst gekündigt. Doch bevor er vollkommen zu Grunde geht, versucht ihm ein alter Freund zu helfen und vermittelt Max einen Job in Sao Paolo als Security, wo er die Familie Branco beschützen soll.

Was nach einem einfachen Job aussieht, stellt sich recht schnell als Gegenteil heraus, denn anscheinend haben es ein paar Bösewichte auf die Familie abgesehen und versuchen alles um einzelne Mitglieder zu entführen. So veranstaltet die Familie eine Terassenparty, die dann plötzlich gestürmt wird und Max kann die Familie nur im letzten Moment noch aus den Fängen der Bösewichte befreien. Was hier noch gelungen ist, geht jedoch kurz darauf in einem Nachtclub schief und ausgerechnet die Ehefrau wird am Ende entführt. Der Start einer Geschichte, die euch fesseln wird und einige unerwartete Wendungen bereit hält, die wir euch aber des Spasses Willen nicht weiter spoilern wollen.

Vom bekannten Gameplay hat sich nur wenig geändert, die Action nimmt noch immer einen wichtigen Stellenwert im Spiel ein, auch wenn erstmals ein Deckungssystem integriert wurde, das dem Spiel vollkommen neue Möglichkeiten zur Verfügung stellt. Leichter wird das Spiel dadurch jedenfalls nicht, denn die Gegner haben gelernt intelligent zu agieren und suchen auch selbst Deckung oder versuchen eure Deckung zu umlaufen oder während eurer Ladevorgänge auf euch zu schießen. Wieder mit dabei ist jedoch der Hechtsprung mit dem ihr aus der Deckung springend je nach Können mehrere Gegner in Zeitlupe ins Jenseits befördern dürft. Habt ihr gerade den letzten Gegner am Feld erledigt, könnt ihr den Flug der letzten Kugel in Bullet-Time sehen.


Max hat auch im neuesten Teil wieder eine große Waffenauswahl zur Verfügung, die von der Pistole, über die Uzi und Gewehren bis zu Granatwerfern gehen.

Mit Max Payne hat Rockstar Games kein Open-World-Spiel produziert, sondern präsentiert uns eher ein sehr geradliniges Leveldesign, wo man ohne großen Entscheidungsmöglichkeiten sehr direkt durch die Level und die Spielgeschichte geleitet wird. Damit dem Spieler nicht langweilig wird, darf er unterwegs noch einige Sachen einsammeln. So gibt es einerseits Hinweise zur Entführung selbst zu finden, andererseits goldene Waffenteile, mit denen die Waffen optisch verbessert werden können, sofern alle drei Teile gefunden haben.

Grafik

Die Entwickler haben es geschafft ein Spiel aus einem Guss zu fabrizieren, wo alles Hand und Fuss hat. Nie wird man im Singleplayer einen Ladebildschirm oder sonstige Ladesequenzen erleben. Auch die Menüs wurden immer ins Spiel direkt integriert, was wirklich gut aussieht. Technisch ist das Spiel unheimlich gut geworden und die Grafik spielt richtig dem geistigen Zustand des Hauptcharakters. Je nach Alkohol- und Schmerztabletten-Missbrauch verschwimmt immer wieder das Bild. Auch sonst wird oft mit der gerade im Kino sehr modern gewordenen Wackelkamera gearbeitet. Schöne Effekte, die aber nicht jeden glücklich machen werden, aber dem Spiel einen ganz eigenen Stil geben.

Während die Innenräume im Spiel nicht immer mit der höchsten Detaildichte aufwarten können, bekommt man in den Außenleveln, besonders in den Slums, nicht genug von der Engine und ertappt sich dabei, wenn man einfach nur die Gegend und die Grafik genießt. Die Charaktere sind wundervoll animiert und die Zwischensequenzen werden alle direkt mit der Spielgrafik animiert und kommen direkt aus dem Spiel heraus. Vorgerenderte Videos wird man hier nicht finden.

Sound

Eine deutsche Sprachausgabe sucht man vergeblich, denn Max Payne 3 hat nur eine englische Sprachspur gespendet bekommen. Wer sich bei den recht derben Sprüchen und den depressiven Monologen von Max im englischen überfordert fühlt, der kann sich jedoch deutsche Untertitel einblenden lassen.

Die Soundeffekte klingen alle sehr realistisch und die Hintergrundmusik passt perfekt zu der Stimmung im Spiel, auch wenn sie sehr rockig und elektisch angehaut sind.

Multiplayer

Obwohl man schon im ersten Teil von Max Payne einen Multiplayer einbauen wollte, musste man bis zum dritten Teil warten, bis er endlich umgesetzt wurde. Die Bullet-Time und Shoot Dodge wurden dabei in leicht veränderter Art aus dem Single-Player übernommen. So werden mit der Bullet-Time nur Gegner im Blickfeld des Spielers beeinflusst, während es für die anderen Spieler normal weitergeht. Zusätzlich dazu gibt es mit den Burst einzelne Fähigkeiten, die den Gegner beeinflussen und verwirren.

Mit dabei ist auch ein Rangsystem mit inklusive der Möglichkeit Waffen und weitere Burst freizuschalten. Teilweise gibt es jedoch Balancing-Probleme, wodurch schwache Spieler mit starken durchgemischt werden, wobei letztere durch die freischaltbaren Gegenstände im Vorteil sind. Ebenso dauert es einige Zeit bis man sich durch die Ränge hochgekämpft hat. Bei der Spielsuche selbst gibt es die Möglichkeit einstellen, ob ihr mit Zielhilfe oder ohne spielen wollt, was das Multiplayer-Spiel um einiges fordernder macht.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Max Payne ist mehr als nur ein Spiel. Im Grunde ist es wie ein Film, in dem wir selbst die Hauptrolle spielen und quasi nicht mehr ausbrechen können. Die Stimmung von Sao Paolo mit den Unterschieden von Reich und Arm wurde perfekt eingefangen und mittendrinnen befindet sich unser Hauptcharakter, der, trotz der vielen sterbenden Menschen in seinem Umkreis, versucht sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und seine Vergangenheit zu verarbeiten. Eindeutig einer der besten Spielgeschichten dieses Jahres. Technisch kann man sich nicht beschweren, es ist zwar sicher nicht der neueste Referenz-Titel bezüglich Grafik, liefert uns aber dennoch ein sehr gutes Spiel ab, was nur vereinzelt mit Performance-Problemen zu kämpfen hat. Schön, dass Rockstar Games Max Payne nun auch einen Multiplayer-Modus geschenkt hat. Der große Wurf ist damit nicht gelungen, aber dennoch ist es eine gelunge Abwechslung zur Konkurrenz.
Grafik
9/10
Sound
8/10
Multiplayer
8/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
9/10