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Review: Cities XL

von Andreas · ca. 5 Min. Lesezeit
Cities XL

Wenn man eine Umfrage machen würde, welche Städtebausimulation Spielern als erstes einfallen, würde wohl Sim City haushoch gewinnen. Seit einigen Jahren versucht der französische Spieleentwickler Monte Cristo im Segment der Aufbau-Simulationsspiele mitzukämpfen und hat nun mit CitiesXL sein neuestes Werk veröffentlicht, dass mit MMO-Ansätzen neuen Wind in das Genre bringen will. Schafft es das Spiel an die Spitze?

Als Spieler ist man mittlerweile mit den unterschiedlichsten Kopierschutzsystemen in Berührung gekommen und auch CityXL fordert den Spieler am Anfang heraus. So kann man das Spiel nur dann das erste Mal starten, wenn man eine aktive Verbindung ins Internet hat. Erst nach Aktivierung durch den am Handbuch abgedruckten Key und dem ersten automatisch durchgeführten Update, könnt ihr das Spiel starten. Sollte das Update während der Installation abbrechen, bleibt euch leider nur die Möglichkeit das Spiel zu löschen und die Installation von neuem zu beginnen. In weiterer Folge braucht man aber keine Internet-Verbindung mehr zum Spielen. Solltet ihr also kein Internet zur Verfügung haben, so steht euch nach der Aktivierung zumindest der Offline-Modus zur Verfügung.

Wer es erfolgreich geschafft hat, das Spiel zu installieren, kann zum Start des Spieles ein erstes
Tutorial spielen, wo einem langsam die ersten Schritte erklärt werden. Ergänzend dazu, müsst ihr am Anfang gleich einmal eure eigenes Ebenbild basteln und habt dafür jede Menge Veränderungsmöglichkeiten um den Körper und das Gesicht euren Wünschen anzupassen. Habt ihr dies geschafft, gründet ihr eure Stadt auf einer der 25 vorgefertigten Karten, wo jede ihre eigenen Vor- und Nachteile hat und plaziert zum Start euer Rathaus auf der Karte, baut ein erstes Versorgungshaus und verbindet die Stadt per Straße mit der Außenwelt. Nun weißt ihr in Sim-City-Manier einzelnen Gebieten ihren Zweck zu und die Bewohner errichten ihre Gebäude von selber. Bis eure Stadt jedoch eine ansehliche Größe erreicht hat, dauert es ein wenig. Wer jedoch alle Gebäude sehen und bauen will, wird sich diese Zeit nehmen müssen, da man einige Gebäude erst ab einer gewissen Einwohnerzahl bauen kann. Die Polizeistation lässt sich zum Beispiel erst ab 10.000 Einwohnern errichten.

Neben dem Wohn- und Arbeitsplatz sind auch die Ressourcen eures Stadtgebietes sehr wichtig. Nicht jedes Gebiet hat alle vorhanden und so muss man schauen, dass man die 15 unterschiedlichen Ressourcen im Auge behält und immer für genügend Nachschub sorgt. Wem Ressourcen ganz fehlen, der muss sie mit der Nachbarstadt tauschen oder einkaufen. Im Offline-Modus steht uns aber nur ein Handelspartner zur Verfügung, weshalb die Funktion hier etwas eintönig ist, da die Kosten vorgegeben sind.

Der Bau eurer Stadt geht ganz einfach von der Hand. Ihr wählt einfach die gewünschten Bauten aus, wählt die Dichte der Bebauung und zieht mit der Maus einfach einen Raster auf der Karte. Die Viertel werden dann automatisch ans bestehende Straßennetz angehängt. Bei den Bewohnern habt ihr die Auswahl zwischen vier verschiedenen Klassen, die von ungelernten Arbeitern bis zu Führungskräften reichen. Natürlich müsst ihr für jede Bewohnerschicht auch die richtigen Arbeitsplätze parat haben, wenn ihr deren Zuwanderung fördern wollt. Obwohl ihr theoretisch auch eine Stadt aus nur einer Bevölkerungsschicht errichten könnt, so ist es dennoch vorteilhaft alle verschiedenen Bevölkerungsgruppen in seiner Stadt nebeneinander wohnen zu lassen, da nur dann alle Räder perfekt ineinander greifen und die Stadt wirklich wachsen kann. Negativ anmerken muss man jedoch die Ungenauigkeit bei den Angaben. Statt dass man Zahlen oder Prozente geliefert bekommt, muss man vielfach mit Aussagen wie "viel" oder "wenig" vorlieb nehmen. Dies macht es vielfach schwierig wirklich effektiv zu planen und muss oftmals durch einfaches Ausprobieren zu den angepeilten Ergebnissen zu kommen.

Hat man das Spielprinzip jedoch durchschaut, kann man die Stadt schnell wachsen lassen und wird wenig Probleme im Spiel haben. Dafür ist der Schwierigkeitsgrad leider doch etwas zu niedrig gehalten. Ob man mit den angekündigten Erweiterungen für weiteren MOtivationsschub sorgen werden, ist bisher noch unklar, da bis auf wage Ankündigungen bisher nichts bekannt ist. Offiziell sollen die kostenpflichtigen Erweiterungen jedoch monatlich erscheinen und neue Möglichkeiten in das Spiel bringen, wie zum Beispiel den Einbau von öffentlichen Verkehrsmitteln oder von speziellen Einrichtungen, wie sein eigenes Ski-Ressort.

Grafik

Grafisch ist das Spiel herrlich anzuschauen, sofern man den richtigen Rechner dafür hat. So werden
einem dann auch wirklich ansehliche Gebäude geliefert mit belebten Straßen und einer schönen Flora. Hält sich der PC jedoch im Bereich der Mindestanforderungen auf, so wirkt alles doch etwas kantig und klotzig und die Straßen sind vollkommen unbelebt. Interessant ist es grafisch den Tagesablauf durchlaufen zu lassen und somit alle Tages und Nachtzeiten in eurer Stadt durchleben zu können. Wen dies jedoch stört, der kann die Lichtverhältnisse an bestimmten Tageszeiten dauerhaft anhalten. Mit der Maus könnt ihr ebenfalls total unkompliziert die Kamera in alle Richtungen bewegen und problemlos rein- und rauszoomen.

Sound

Während die Grafik zu überzeugen weiß, kommt der musikalische Bereich leider nicht wirklich an die Qualität heran. Die Hintergrundmusik wirkt etwas lieblos und kann nach einiger Zeit durch die
Eintönigkeit zu nerven beginnen. Auch die Soundeffekte werden viel zu wenig eingesetzt. So hört man in der Millionenstadt nur vereinzeltes Hupen und keinen wirklichen Lärm, wie man aus der Realität gewohnt wäre.

Multiplayer

Auf den ersten Blick macht der Multiplayer-Modus durchaus Spaß, da man mit anderen Usern gemeinsam eine große Welt besiedelt und diese auf die Aktivitäten aller Spieler reagiert. Doch schon beim Starten der Multiplayer-Karte hat man die Qual der Wahl, welche Karte man wählen soll, da schon alle guten vergeben sind und man sich somit automatisch mit einem Mangel an Ressourcen auseinandersetzen muss. Der große Vorteil ist hier jedoch, dass der Handel mit anderen einen größeren Spielraum bieten und man sich hier auch gut auf gewisse Bereich spezialisieren kann. Gesamt gesehen bietet der Multiplayer sicher mehr Handlungsspielraum als der Single-Modus, da der Handel um einiges komplexer ist. Ebenso hat jeder Spieler seine eigene Profilseite im Internet und kann mit seinem Avatar jede andere Stadt auf der Welt besuchen und sich so auch die eine oder andere Bau-Taktik abschauen.

Anzumerken sind jedoch auch die Kosten, die der Multiplayer-Modus mit sich bringt. Wer nämlich längere Zeit online spielen will, muss sich nach den sieben gratis Einstiegstagen auf Kosten von acht Euro pro Monat einstellen. Gratis ist der Planeten-Modus leider nicht und ob der jetztige Modus die Kosten rechtfertigt, muss wohl jeder für sich entscheiden. Unserer Meinung nach trifft dies nicht zu.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Obwohl ich Anfangs etwas skeptisch war, hat CitiesXL bewiesen, dass es als Aufbau-Simulation
funktioniert und Spaß macht. Gerade der Online-Modus mit der Möglichkeit mit anderen Spielern handeln zu können, muss positiv erwähnt werden. Schade ist jedoch, dass das Spiel doch recht einfach aufgebaut ist, da die Zusammenhänge sehr einfach miteinander verstrickt sind. Man muss nur die Grundbedürfnisse stillen und schon strömen jede Menge Bürger in die Stadt. Stillt man sie nicht, hat man jedoch mit keinen großen Konsequenzen zu rechnen,denn soziale Unruhen gibt es nicht. Für Einsteiger in das Genre ist das Spiel also durchaus zu empfehlen. Ob das Spiel im Multiplayer jedoch länger als die sieben gratis Tage Spaß machen wird, wird sich noch zeigen, denn ob der Multiplayer-Modus wirklich acht Euro pro Monat rechtfertigt, muss wohl jeder selbst herausfinden.
Grafik
8/10
Sound
6/10
Multiplayer
6/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
8/10