Obwohl die Yakuza-Reihe in Japan mittlerweile Kult-Charakter hat, hat es das Spiel in unseren Breitengraden schwer und obwohl es mit jedem Teil besser wird, schafft es das Spiel bei uns dennoch nicht den großen Durchbruch zu schaffen. Warum man den vierten Teil jedoch auf keinen Fall verpassen sollte, wollen wir euch im aktuellen Review erklären.
Im vierten Teil befinden wir uns wieder in Tokio, im fiktiven Stadtteil Kamurocho und bekommen dort alles geliefert, was man sich von einem Rotlichtviertel erwartet - Neonlichter, dunkle Hinterhöfe und stylische Clubs, sowie hochpreisige Restaurants. In diesem Umfeld übernehmt ihr die Rolle von vier total unterschiedlichen Charakteren, deren Geschichte ihr hintereinander durchspielt. Wer den Charakter der letzten Teile spielen will, muss zuvor die ersten Personen durchspielen, was bis zu acht Stunden pro Person dauern kann. Die Schicksale und die Geschichte aller Charaktere hängen voneinander ab und im Laufe des Spieles lernt ihr die Verbindungen untereinander kennen. Wer sich von den Informationen und den vielen japanischen Namen überfordert fühlt, dem empfehlen wir das Menü, wo zu allen wichtigen Personen Hintergrundinformationen gesammelt werden, die ihr sogar nach Ereignissen sortieren könnt.
Die vier vorhandenen Spielcharaktere sind sehr unterschiedlich gehalten und jeder hat einen etwas anderen Kampfstil, den es zu beherrschen gilt. Yakuza hat nämlich noch immer Beat´em´Up-Elemente eingebaut, weshalb einen regelmäßig Zufallskämpfe erwarten und die altbekannten Bosskämpfe. Zum Kämpfen könnt/müsst ihr ohne viel nachzudenken einfach die Knöpfe dauerdrücken. Mit der Zeit ladet ihr eure Heat-Anzeige auf, mit welcher ihr dann besonders starke und meistens auch sehr brutale Angriffe tätigen könnt. Blutfontänen, Knochenbrüche und Tritte ins Gesicht sind hier an der Tagesordnung - die Altersbewertung erklärt sich hier recht schnell. Gerade bei den Bosskämpfen erwarten euch jedoch auch immer wieder Quicktime-Sequenzen, die euch vor größerem Schaden bewahren und dem Gegner dafür einen Haufen Schaden zufügen. Am Ende jedes Kampfes sammelt ihr desweiteren Erfahrungspunkte mit denen ihr dann eure Fähigkeiten verbessern könnt.
Damit der Einstieg nicht zu schwer ist, dürft ihr zu Beginn mit dem einfacherem Kredithai Akiyama beginnen, der moralisch etwas doppelgleisig fährt. So verleiht er zwar an Yakuza-Mitglieder Geld, verlangt dafür aber auch, dass diese Armen und Obdachlosen als Gegenleistung helfen, da er selbst vom untersten Milieu abstammt. Auch die sonstigen Charaktere haben mehrere Charaktereigenschaften, die sie nur menschlich machen und so dürft ihr in die Rolle des rachlüstigen Polizisten Tanimura und den ewigen Pechvogel Saeijima schlüpfen. Als vierter Charakter - Fans der Yakuza-Serie wird es freuen - dürft ihr wieder in die Rolle von Kiryu schlüpfen. Alle Charaktere sind miteinander verbunden und ziehen euch ins Spiel, als ob ihr einen interaktiven Film vor euch haben würdet.
Doch auch abseits der Haupthandlung kann man jede Menge entdecken und jede Menge Nebenmissionen und Minispiele warten auf den entdeckungswilligen Spieler. Glücks- und Kartenspiele, Billiard, Karaoke oder sonstige Spiele kann man im Rotlicht von Tokio entdecken. Zusätzlich dazu gibt es bei allen Minispielen Rankings anhand derer ihr eure Ergebnisse mit denen eurer Freunde und anderer Yakuza-4-Spielern vergleichen könnt. Desweiteren könnt ihr auch versteckte Schlüssel finden mit denen sich Schließfächer öffnen lassen und es ist nicht nur einmal recht verwunderlich, was man dann plötzlich für einen Gegenstand in der Hand hält. Hier wollen wir jedoch niemandem den Spass der Entdeckung nehmen.
Grafik
Die Entwickler haben die Geschichte des Spieles wirklich gut umgesetzt und schaffen es den Spieler zu fesseln. Schade ist, dass sich die Grafik vom letzten Teil bis jetzt nicht wirklich verbessert hat. Die Figuren wirken recht eckig, Kanteneffekte treten immer wieder im Spiel auf und auch die Texturen wirken oft unscharf. Auch die Kamera bringt einen manchmal zum Verzweifeln, da sich eure Ziele aus dem Kamerablickfeld entfernen und ihr somit dauernd nachjustieren müsst. Schade, dass die Entwickler in dem grafischen Bereich nicht soviel Einsatz gezeigt haben, wie in den Rendersequenzen, die mehr als beeindruckend sind.
Sound
Auch im neuesten Teil sucht man eine deutsche Synchronisation oder Übersetzung vergebens. Wie bisher liegt nur eine japanische Sprachausgabe vor und alles wird mit englischen Untertiteln übersetzt. Teilweise bekommt man sogar mehr Text zu lesen als man gesprochenen Text hört. Warum noch immer nicht in eine deutsche Übersetzung investiert wird, weiß wohl nur Sega, so manchen Spieler hält dies sicher vom Kauf ab.






