923 Tage dauerte die Siegespause von Tiger Woods, doch vor wenigen Tagen konnte der ehemalige
Weltranglisten-Erste beim Arnold Palmer Inventional seinen 72. PGA-Tour-Sieg holen. Nun
wenige Tage später ist Tiger Woods PGA Tour 13 erschienen und auch hier versucht Electronic
Arts an alte Erfolge anzuschließen. Ob dies gelungen ist, haben wir versucht herauszufinden.
Für die Allgemeinheit zählt Golf nicht wirklich zu den spannendsten Sportarten und sieht nach
einem gemütlichen Spaziergang über perfekt gepflegte Rasenflächen mit ein paar Schlägen
zwischendurch aus. Ähnlich verhält es sich auch bei den meisten Videospielumsetzungen, die
den Spieler entweder kaum an die Konsole fesseln können oder so kompliziert sind, dass man
das Spiel nicht durchschaut. Auf der anderen Seite gibt es die Golf-Fans, die von der
Sportart nicht genug bekommen können und das dazupassende Spiel ist ohne Zweifel Tiger Woods
PGA Tour 13. In keinem anderen Spiel gibt es soviele Original-Plätze und -Spieler.
Während man in den letzten Versionen teilweise die Neuerungen mit der Lupe suchen musste, hat
EA Sports dieses mal ein paar größere Updates integriert. Die interessanteste Neuerung ist
die erstmalige Kinect-Integrierung, wodurch das ganze Gameplay mit dem Körper und
Sprachbefehlen gesteuert werden kann. Die Steuerung funktioniert dabei vollkommen reibungslos
und reagiert sehr fein auf die jeweiligen Bewegungen. Man ist zwar nicht ganz so genau, wie
mit einem Controller, wenn man die Bewegungen nur recht schlampig ausführt. Bemüht man sich
aber, schauen durchaus respektable Ergebnisse am Ende heraus. Natürlich ist es jedoch auch
weiterhin möglich das Spiel mit dem Controller zu steuern und dank Tutorial hat man auch hier
in kürzester Dauer den Dreh raus. Selbst Spieler, die keine Ahnung von Golf haben, werden
keine allzu großen Probleme haben und wenn man mal nicht weiter weiß, fragt man einfach den
Caddy um Rat. Dies geht natürlich nur in den leichteren Schwierigkeitsgraden.
Neben Tiger Woods wurden noch 21 weitere bekannte Golfspieler umgesetzt. Fans der Sportart
werden also den einen oder anderen Spieler eindeutig erkennen können. Wer sich selbst im
Spiel sehen will, nützt einfach den Editor und bastelt sich seinen eigenen Charakter. Nun
kann man sich seiner Karriere widmen oder die Karriere von Tiger Woods nachspielen, mit allen
Höhepunkten seines Lebens - begonnen bei seinen ersten Versuchen im Garten über sein erstes
Hole-in-One bis zu seinen Major-Turniersiegen, wo ihr den weltbesten Golfspieler sogar bis zu
seinem 19. Major-Sieg führen könnt und somit den Weltrekord aufstellen könnt.
Erwähnen muss man die von EA gewählte Taktik im Spiel Geld zu verdienen. So ist ein Teil des
Spieles nur durch langwieriges Spielen freizuschalten. Wer jedoch diese Zeit nicht
investieren will, kann sich um echtes Geld gewisse Dinge freischalten. Ob man dies als reine
Abzocke sehen will oder als Möglichkeit Gelegenheitsspielern die Möglichkeit zu geben auch
alles freizuschalten, darf jeder für sich selbst entscheiden.
Grafik
Auf den ersten Blick sieht das Spiel wunderschön aus, denn die Kurse wurden detailreich
umgesetzt und ein realistisches Schattenspiel weiß zu begeistern. Schaut man jedoch etwas
genauer hin, bemerkt man Schwächen, wie teilweise kantige Landschaften, schwammige
Effektumsetzungen und ein Publikum, das enttäuscht. Positiv erwähnen muss man jedoch wieder
die Darstellung des eigenen Charakters, bei dem Haare und Kleidung realistisch im Wind wehen.
Die Entwickler hätten ruhig etwas mehr Zeit in die Gesamtgrafik investieren können.
Sound
Im musikalischen Bereich hält sich das Spiel eher zurück. Der Kommentator ist gut umgesetzt
und erinnert an TV-Übertragungen, wobei lobenswert ist, dass sich kaum ein Satz in kürzerer
Zeit wiederholt hat. Während den Spielen gibt es auch keine Musik, dafür nette Sound-
Umsetzungen, wie zwitschernde Vögel oder den Wind. Auch das Publikum unterstützt die Stimmung
bei den Turnieren. Gut gewählt auch die Musik in den Menüs, die man leider nicht auch im
Spiel aktivieren kann.
Multiplayer
Im Multiplayer-Bereich hat sich EA einiges überlegt. Nicht nur, dass man online und offline
zu viert spielen kann, so gibt es auch den Club-Modus, wo sich verschiedene Spieler gemeinsam
in einem Country-Club versammeln. Sämtlich online und offline erspielten Punkte werden diesem
Club angerechnet und kommen allen Mitgliedern zu gute. So kann man sich zum Beispiel auf
diese Art neuen Content freispielen. Ebenso wird regelmäßig ein Club-Kapitän ermittelt, der
dann auch zu speziellen Events und Turnieren eingeladen wird und gegen andere Club-Kapitäne
antreten darf.
Fazit
wird angenehm überrascht sein, wenn er die ersten Stunden gespielt hat. Es gibt einige
Neuerungen, die den aktuellsten Teil der Golf-Serie wirklich lohnenswert machen. Zwar gibt es
immer noch Bereiche, die man verbessern könnte, wie zum Beispiel die Grafik, die gerade beim
Publikum verbesserungswürdig ist. Dennoch sind die neuen Features, wie die Kinect-
Integrierung sehr gut umgesetzt und so kann man auch hier getrost sagen, der Tiger findet zu
seiner alten Stärke zurück.






