Obwohl Just Dance einige Schwächen hatte, konnte das Spiel schnell eine
Anhängerschaft finden und tausende Spieler am Nintendo Wii überzeugen und
begeistern. Nun erscheint das Spiel mit seinem dritten Teil erstmals auf den Next
-Gen-Konsolen und versucht die etwas anderen Körper-Steuerungs-Methoden
auszunützen. Anders als auf der Nintendo Wii werden jedoch auf der Xbox 360 nicht
nur die Handbewegungen erkannt und bewertet, sondern der ganze Körper. Wie gut
dies umgesetzt wurde und ob sich das Spiel gegen die starke Konkurrenz auf der
Konsole durchsetzen kann, haben wir uns tänzerisch genauer angesehen.
Ubisoft präsentiert uns Just Dance 3 als buntes Erlebnis, das etwas an die
Flowerpower erinnert. Überall gibt es grelle bis neonbunte Farben, die dem Spiel
einen ganz eigenen Stil geben. Hier hat sich jedoch seit dem ersten Teil kaum
etwas verändert, weshalb sich Wii-Spieler sofort heimisch fühlen werden. Aber auch
die Hauptkriterien, warum das Spiel so beliebt war, sind noch immer die selben
geblieben. Der Einstieg ist schnell und einfach, es gibt eine gute Songauswahl
unter den 49 Liedern und es macht einfach unheimlichen Spass. Unter den Liedern
ist für jeden etwas dabei und manche Lieder glänzen sogar mit
Gruppenchoreographien. Man muss sich nur vor die Konsole stellen, den eigenen
Stolz verlieren und versuchen die gezeigten Bewegungen einfach nachzumachen. Egal,
ob man selbst tanzt oder zuschaut, wenn mehrere Spieler dabei sind, begeistert das
Spiel nach kürzester Zeit alle Anwesenden.
Ubisoft hat sich die Umsetzung für die Xbox 360 nicht einfach gemacht, denn statt
eine einfache Portierung von der Wii, wo nur der Oberkörper über die Controller
erkannt werden, wird nun erstmalig beim dritten Teil der ganze Körper erkannt. Je
nachdem, wie gut man sich selbst einschätzt, kann man jedoch selbst Anhand der
Einstellung des Schwierigkeitsgrades festlegen, ob nur der Oberkörper oder doch
der ganze Körper erkannt werden soll. Tanzt man die Schritte erfolgreich nach,
sammelt man Sterne für die Mojo-Leiste, durch die man weitere Tänze oder Modi
freischalten kann. Füllen kann man die Leiste auch, wenn man in den richtigen
Momenten die Lieder mitsingt, was das Tanzen noch schwieriger macht. Einfach sind
die Tänze auf keinen Fall und auf Anhieb wird man keinen einzigen schaffen, da die
Anzeigen oft sehr wenig aussagekräftig sind und man erst weiß, was zu tun ist,
wenn es einem schon vorgetanzt wird. Mit der Zeit lernt man jedoch die Tänze und
Anzeigen und freut sich über den eigenen Lernerfolg.
Obwohl sich Ubisoft redlich bemüht hat, schafft Just Dance auch nicht die perfekt
Bewegungserkennung. Nicht oft, aber doch merklich, werden einzelne Bewegungen
falsch oder gar nicht erkannt. Bei manchen Choreographien wiederum ist es ganz
egal, wie genau sie ausgeführt werden, solange die Anfangs- und Endposition
stimmen. Auffällig ist, dass Fehler immer zu Gunsten des Spielers ausfallen, heir
wollten die Entwickler den Spass über den Erkennungswert stellen. Im direkten
Vergleich muss man jedoch sagen, dass Dance Central die Bewegungen genauer
erfasst.
Ein weiterer, interessanter Modus ist der "Just Create"-Modus, wo man für die
Lieder eigene Tänze entwerfen kann. Ist man zufrieden damit, speichert man sie ab
und kann die neuen Choreographien bei der nächsten Spielesession mit Freunden
ausprobieren und anbieten. Die eigene Figur wird dann im selben Neon-Look
umgesetzt, wie die anderen Vortänzer. Schade ist, dass man nicht zu allen Lieder
die Choreographien online austauschen kann. Ein Karrieremodus wurde zwar nicht
integriert, geht aber auch nicht wirklich ab, bei der restlichen Auswahl an
Spielmöglichkeiten.
Grafik
Bunt, grell und absolut auffällig ist der Grafikstil bei Just Dance 3, welchen man
entweder mag oder sich damit überfordert fühlt. Generell passt das Design zur
Thematik. Schade ist, dass obwohl man die original Stimmen hat, nicht auch die
Original-Videos irgendwo eingeblendet bekommt, da man dann als Spieler etwas
stolzer wäre, wenn man die Schritte seines Idols nachtanzt.
Sound
Natürlich hat Ubisoft einen hohen Wert auf die Musik gelegt und diese ist gut
umgesetzt worden. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, egal ob Party Rock Anthem
von LMFAO oder No Limit von 2 Unlimited, es ist versucht worden für jeden etwas zu
beizulegen. Damit einem nicht langweilig wird, gibt es am xbox Live Marktplatz
weitere Lieder zum Download.
Multiplayer
Anders als bei der Wii, können bei der Xbox 360 Version sogar vier Spieler
gleichzeitig spielen. Man braucht sich gar nicht gross anzumelden, es reicht sich
vor Beginn des Liedes in eines der vier farbigen Vierecke zu stellen und schon ist
man Teil der nächsten Runde. Gerade zu viert macht das Spiel wirklich Spass, vor
allem, wenn man Lieder tanzt, wo es Choreographien gibt, wo alle vier Spieler
miteinander agieren müssen. Just Dance 3 ist ein Spiel, dass auf keiner Party
fehlen sollte.
Fazit
Der mutige Schritt das Spiel auf die Xbox 360 zu bringen, hat sich ausgezahlt.
Zwar gibt es noch vereinzelte Schwächen, wie teilweise wenig aussagekräftige
Anzeigen oder eine teils ungenaue Körpererkennung, dennoch macht das Spiel jede
Menge Spass und darf eigentlich auf keiner Party fehlen. Die großartige
Songauswahl beinhaltet für jeden Geschmack etwas und die Möglichkeit eigene
Choreographien umzusetzen dürfte für Tänzer durchaus ein weiterer Kaufanreiz sein.






