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Review: Battlefield 3

von Andreas · ca. 6 Min. Lesezeit
Battlefield 3

Der Herbst zieht ins Land und somit auch der Kampf der Ego-Shooter der unterschiedlichsten Publisher. Electronic Arts legt mit Battlefield 3 nun vor um den Klassenfeind Call of Duty in die Schranken zu weisen. Ob dies gelingen kann? Wir haben versucht dies herauszufinden.

EA hat in den letzten Wochen und Monaten viel versprochen. Man wolle manches neu

machen und wolle neue Wege beschreiten um ein neues Spielgefühl zu vermitteln.

Dies ist leider nicht ganz gelungen.

Ihr übernehmt zu Beginn des Spieles die Rolle von Sgt. Blackburn, der sich in der

Eröffnungssequenz von einer Brücke auf einen fahrenden Zug wirft. Wie sich schnell

herausstellt, ist dieser voll mit Terroristen samt Bombe und ihr versucht ihn auf

eigene Faust zu befreien. Kurz vorm Führerhaus werden wir jedoch überwältigt und

uns wird eine Waffe auf den Kopf gerichtet. Genau in dem Moment springt das Spiel

in einer Rückblende sechs Stunden zurück und ihr befindet euch in einem Verhörraum

mit zwei US-Bundesagenten, die euch festhalten und Antworten von euch wollen. Was

Blackburn vorgeworfen wird, erfährt man erst später, aber es dürft schon was

tragisches sein, wenn die Agenten sogar zu foltern bereit sind.

Die zwei Agenten versuchen Blackburn auszuquetschen um seine Sicht der Dinge zu

erfahren und so erzählt dieser über einen Angriff im Iran, wo man Reste von

Massenvernichtungswaffen findet, die anscheinend an Terroristen verkauft wurden.

Die Einheit macht sich nun weltweit auf die Suche nach der Bombe und kommt dabei

nach Kasachstan, Europa und auch in die USA. Ihr übernehmt als Spieler dabei immer

wieder Blackburn und spielt in seinen Erinnerungen Teile seiner Geschichte nach.

Die Story selbst wird durch die Verhörszenen vorangetrieben und Lücken werden

durch Erzählungen der beiden Agenten aufgefüllt, die Informationen von anderen

Kontaktmännern haben.

Die Welten in Battlefield 3 sind ziemlich eng gehalten und selten hat man

weitläufige Areale zu erobern. Meistens ist ein eher enger Weg vorgegeben, dafür

passiert um uns herum fast die ganze Zeit etwas. Bomben erschüttern den Boden,

Gegenfeuer schießt an uns vorbei und ein Erdbeben lässt die Gebäude in Schutt und

Asche verfallen. Das Schlachtfeld um uns herum lebt wirklich, dennoch hat man als

Spieler nicht viel Wahl, wo man herumlaufen darf und soll. Sich etwas abseits der

von den Entwicklern gewünschten Pfade zu bewegen ist leider nicht möglich.

Versucht man es doch, kann man dann unter Umständen mit den Rücksetzpunkten in

Konflikt geraten, die uns dann gerne auch mal direkt vor eine Horde Gegner

absetzen.

Schade ist auch, dass die Missionen alle etwas abgehackt sind. Selten gibt es

wirkliche Übergänge, sondern meistern hüpft man rein durch die Erzählung von

Mission zu Mission. Das die KI auch noch ihre Probleme hat, steigert auch nicht

unbedingt den Spielspass. So kann es schon passieren, dass unendliche viele Gegner

auftauchen, solange man nicht bis zu einem gewissen Punkt vorangeht. Desweiteren

haben manche Gegner anscheinend wahnsinnige Zielfertigkeiten und zielen immer auf

unseren Kopf bzw. sehen uns sogar durch Wände hindurch.

Grafik

Technisch zeigt uns DICE was auf der Konsole alles möglich ist. Um die perfekte

Grafik zu genießen, muss man das Spiel auf der Xbox 360 installieren, bekommt

dafür aber wunderschöne HD-Grafik geliefert. Das Spiel mit Licht und Schatten

haben wir selten zuvor so gut umgesetzt gesehen und auch die Flugmission hat uns

Staunen lassen. Gerade im Multiplayer bringt die Grafik auch seine Vor- und

Nachteile für Spieler, so kann die tiefstehende Sonne auch schon einmal blenden,

weshalb man sich dort verstecken kann.

Einzige Probleme, die wir selten, aber doch entdecken konnten, waren leichte

Framerate-Einbrüche, wenn das Spiel nachlädt bzw. abspeichert.

Sound

Ebenso gelungen ist die musikalische Umsetzung. Die Charaktere wurden gut vertont,

die Geräuschkulisse schafft es Atmospähre zu schaffen und auch die Soundeffekte

überzeugten unsere Ohren. Auch die sonstige Musik im Spiel ist nur das Beste vom

Besten. Man kann im Sound-Bereich absolut nichts bemängeln. In dieser Qualität würden wir uns mehr Spiele wünschen.

Multiplayer

Bei Ego-Shootern ist natürlich der Multiplayer wichtig, denn erst damit verbringt

man meistens den Großteil der Spielzeit, so auch bei Battlefield 3. Da die Single

-Player-Kampagne Aufgrund der Geschichte nur alleine gespielt werden kann, wurden

sechs spezielle Missionen entwickelt, die für den Coop-Modus speziell konzipiert

wurden. Die Missionen sind sehr unterschiedlich gestaltet und gehen von Horde-

Missionen, wo ihr Gegner abhalten müsst bis zu Sniper-Missionen, wobei ihr

speziell Punkte fürs möglichst schnelle und perfekte Durchlaufen der Mission

bekommt.

Noch mehr Spaß als der Coop-Modus macht jedoch der wirkliche Multiplayer-Modus, wo

euch fünf verschiedene Modi zur Verfügung stehen. Bei Eroberung müsst ihr

klassisch Flaggenpunkte erobern, bei Rush müsst ihr zwei Computerstationen pro

Kartenabschnitt beschützen bzw. zerstören, Squad-Rush, Squad-Deathmatch und Team-

Deathmatch sind die ganz klassischen Modi, die man nicht weiters erklären muss.

Zum Start stehen euch neun Karten zur Verfügung, wobei die sich je nach Spielmodi

doch noch etwas voneinander unterscheiden, gerade in der Größe. Die Karten selbst

sind gut ausbalanciert und bereiten gerade mit der maximal möglichen Anzahl von 24

Spielern riesen Spass.

Der Spass beruht vor allem an den vielen Möglichkeiten, die dem Spieler gegeben

werden. Egal, ob man sich als direkt als Soldat, oder doch in einem Fahrzeug oder

einem Jet oder Heli über die Kampfgebiete bewegt, nie bekommt man das Gefühl

übermächtig zu sein oder anderen Gegnern unterlegen zu sein. Ein gut gewähltes

Schere-Stein-Papier-Prinzip sorgt dafür, dass man in jeder Situation die richtige

Antwort für den Gegner hat. Je größer und theorethisch stärker ein Fahrzeug ist,

umso schwieriger ist es damit umzugehen oder Gegner gezielt ins Visier zu nehmen.

Als bestes Beispiel sind hier die Jets genannt, die sehr schwer zu beherrschen

sind, aber dafür auch eine der gefährlichsten Waffen des Spieles.

Erwähnen muss man auch, dass die Klassen überarbeitet wurden. Vier Klassen stehen

dem Spieler nun zur Auswahl, Soldaten, Medic, Engineer und Sniper, wobei jeder

andere Waffen und Zubehör bei sich trägt. Vieles muss man sich jedoch erst

freischalten, wobei jede Klasse jede Menge Upgrade-Möglichkeiten zur Verfügung

hat. Wer schon aus den Vorgängern die Upgrade-Features geliebt hat, wird sich

freuen, dass diese weiter ausgebaut wurdenDesweiteren sorgt das System, dass man

quasi nicht mehr zum Spielen aufhören kann und versucht eine Auszeichnung nach der

anderen zu bekommen, da man meistens recht schnell zu neuen kommt. Schafft man es

einmal nicht, ist man so knapp dran, dass man sich quasi dazu genötigt fühlt noch

eine Mission anzuhängen, nur um dies schnell noch freizuschalten. Positiv zu

erwähnen ist, dass man mehr Punkte sammelt, wenn man wirklich als Squad arbeitet

und sich gegenseitig hilft und unterstützt und dadurch das Teamplay gefördert

wird.

Zuletzt wollen wir kurz auf die Server eingehen. Endlich gibt es auch für die Xbox

360 eine halbwegs durchdachte Möglichkeit, sich selbst ein Spiel auszusuchen. Nur

reines Auto-Matchmaking gibt es nicht mehr und man kann unterschiedliche

Einstellungen vornehmen und so zum Beispiel alle Fahrzeuge ausschalten.

Eine nette Erfindung ist der Battlelog, ein eigenes soziales Netzwerk, wo alle

Ergebnisse der Schlachten gesammelt werden und man sich diese auch aller seiner

Freunde anschauen kann. Gefällt einem das, was man sieht, kann man dies auch

liken.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Der Singleplayer ist leider nicht die große Offenbarung geworden. Die

Geschichte und die einzelnen Missionen wirken teils aneinander geflickt oder aus

anderen Spielen abgeschaut. Leider gibt es auch Fehler in der Programmierung, wo

man nur dann im Spiel weiterkommt, wenn man sich wirklich an die Vorgaben hält und

bestimmte Wege so abgeht, wie sie von den Programmierern vorgesehen sind. Wer sich

das Spiel also nur für den Singleplayer kaufen will, sollte sich dies gut

überlegen. Viel besser sieht es hier jedoch beim Multiplayer aus. Es gibt viele

gute Neuerungen, durch die Upgrade-Möglichkeiten stundenlange Motivation und durch

das gute Balancing nie wirkliche Frustmomente. Der Multiplayer fesselt für viele

Stunden und es ist wirklich schwer wieder den Controller wieder loszulassen. Also,

wer ein neues Multiplayer-Spiel sucht, kann hier quasi nichts falsch machen.

Technisch können wir auch nur das beste berichten, die Grafik ist atemberaubend

und der Sound ist Balsam auf den Ohren - wahre Hollywood-Qualität.
Grafik
9/10
Sound
10/10
Multiplayer
9/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
6/10