Der Herbst zieht ins Land und somit auch der Kampf der Ego-Shooter der unterschiedlichsten Publisher. Electronic Arts legt mit Battlefield 3 nun vor um den Klassenfeind Call of Duty in die Schranken zu weisen. Ob dies gelingen kann? Wir haben versucht dies herauszufinden.
EA hat in den letzten Wochen und Monaten viel versprochen. Man wolle manches neu
machen und wolle neue Wege beschreiten um ein neues Spielgefühl zu vermitteln.
Dies ist leider nicht ganz gelungen.
Ihr übernehmt zu Beginn des Spieles die Rolle von Sgt. Blackburn, der sich in der
Eröffnungssequenz von einer Brücke auf einen fahrenden Zug wirft. Wie sich schnell
herausstellt, ist dieser voll mit Terroristen samt Bombe und ihr versucht ihn auf
eigene Faust zu befreien. Kurz vorm Führerhaus werden wir jedoch überwältigt und
uns wird eine Waffe auf den Kopf gerichtet. Genau in dem Moment springt das Spiel
in einer Rückblende sechs Stunden zurück und ihr befindet euch in einem Verhörraum
mit zwei US-Bundesagenten, die euch festhalten und Antworten von euch wollen. Was
Blackburn vorgeworfen wird, erfährt man erst später, aber es dürft schon was
tragisches sein, wenn die Agenten sogar zu foltern bereit sind.
Die zwei Agenten versuchen Blackburn auszuquetschen um seine Sicht der Dinge zu
erfahren und so erzählt dieser über einen Angriff im Iran, wo man Reste von
Massenvernichtungswaffen findet, die anscheinend an Terroristen verkauft wurden.
Die Einheit macht sich nun weltweit auf die Suche nach der Bombe und kommt dabei
nach Kasachstan, Europa und auch in die USA. Ihr übernehmt als Spieler dabei immer
wieder Blackburn und spielt in seinen Erinnerungen Teile seiner Geschichte nach.
Die Story selbst wird durch die Verhörszenen vorangetrieben und Lücken werden
durch Erzählungen der beiden Agenten aufgefüllt, die Informationen von anderen
Kontaktmännern haben.
Die Welten in Battlefield 3 sind ziemlich eng gehalten und selten hat man
weitläufige Areale zu erobern. Meistens ist ein eher enger Weg vorgegeben, dafür
passiert um uns herum fast die ganze Zeit etwas. Bomben erschüttern den Boden,
Gegenfeuer schießt an uns vorbei und ein Erdbeben lässt die Gebäude in Schutt und
Asche verfallen. Das Schlachtfeld um uns herum lebt wirklich, dennoch hat man als
Spieler nicht viel Wahl, wo man herumlaufen darf und soll. Sich etwas abseits der
von den Entwicklern gewünschten Pfade zu bewegen ist leider nicht möglich.
Versucht man es doch, kann man dann unter Umständen mit den Rücksetzpunkten in
Konflikt geraten, die uns dann gerne auch mal direkt vor eine Horde Gegner
absetzen.
Schade ist auch, dass die Missionen alle etwas abgehackt sind. Selten gibt es
wirkliche Übergänge, sondern meistern hüpft man rein durch die Erzählung von
Mission zu Mission. Das die KI auch noch ihre Probleme hat, steigert auch nicht
unbedingt den Spielspass. So kann es schon passieren, dass unendliche viele Gegner
auftauchen, solange man nicht bis zu einem gewissen Punkt vorangeht. Desweiteren
haben manche Gegner anscheinend wahnsinnige Zielfertigkeiten und zielen immer auf
unseren Kopf bzw. sehen uns sogar durch Wände hindurch.
Grafik
Technisch zeigt uns DICE was auf der Konsole alles möglich ist. Um die perfekte
Grafik zu genießen, muss man das Spiel auf der Xbox 360 installieren, bekommt
dafür aber wunderschöne HD-Grafik geliefert. Das Spiel mit Licht und Schatten
haben wir selten zuvor so gut umgesetzt gesehen und auch die Flugmission hat uns
Staunen lassen. Gerade im Multiplayer bringt die Grafik auch seine Vor- und
Nachteile für Spieler, so kann die tiefstehende Sonne auch schon einmal blenden,
weshalb man sich dort verstecken kann.
Einzige Probleme, die wir selten, aber doch entdecken konnten, waren leichte
Framerate-Einbrüche, wenn das Spiel nachlädt bzw. abspeichert.
Sound
Ebenso gelungen ist die musikalische Umsetzung. Die Charaktere wurden gut vertont,
die Geräuschkulisse schafft es Atmospähre zu schaffen und auch die Soundeffekte
überzeugten unsere Ohren. Auch die sonstige Musik im Spiel ist nur das Beste vom
Besten. Man kann im Sound-Bereich absolut nichts bemängeln. In dieser Qualität würden wir uns mehr Spiele wünschen.
Multiplayer
Bei Ego-Shootern ist natürlich der Multiplayer wichtig, denn erst damit verbringt
man meistens den Großteil der Spielzeit, so auch bei Battlefield 3. Da die Single
-Player-Kampagne Aufgrund der Geschichte nur alleine gespielt werden kann, wurden
sechs spezielle Missionen entwickelt, die für den Coop-Modus speziell konzipiert
wurden. Die Missionen sind sehr unterschiedlich gestaltet und gehen von Horde-
Missionen, wo ihr Gegner abhalten müsst bis zu Sniper-Missionen, wobei ihr
speziell Punkte fürs möglichst schnelle und perfekte Durchlaufen der Mission
bekommt.
Noch mehr Spaß als der Coop-Modus macht jedoch der wirkliche Multiplayer-Modus, wo
euch fünf verschiedene Modi zur Verfügung stehen. Bei Eroberung müsst ihr
klassisch Flaggenpunkte erobern, bei Rush müsst ihr zwei Computerstationen pro
Kartenabschnitt beschützen bzw. zerstören, Squad-Rush, Squad-Deathmatch und Team-
Deathmatch sind die ganz klassischen Modi, die man nicht weiters erklären muss.
Zum Start stehen euch neun Karten zur Verfügung, wobei die sich je nach Spielmodi
doch noch etwas voneinander unterscheiden, gerade in der Größe. Die Karten selbst
sind gut ausbalanciert und bereiten gerade mit der maximal möglichen Anzahl von 24
Spielern riesen Spass.
Der Spass beruht vor allem an den vielen Möglichkeiten, die dem Spieler gegeben
werden. Egal, ob man sich als direkt als Soldat, oder doch in einem Fahrzeug oder
einem Jet oder Heli über die Kampfgebiete bewegt, nie bekommt man das Gefühl
übermächtig zu sein oder anderen Gegnern unterlegen zu sein. Ein gut gewähltes
Schere-Stein-Papier-Prinzip sorgt dafür, dass man in jeder Situation die richtige
Antwort für den Gegner hat. Je größer und theorethisch stärker ein Fahrzeug ist,
umso schwieriger ist es damit umzugehen oder Gegner gezielt ins Visier zu nehmen.
Als bestes Beispiel sind hier die Jets genannt, die sehr schwer zu beherrschen
sind, aber dafür auch eine der gefährlichsten Waffen des Spieles.
Erwähnen muss man auch, dass die Klassen überarbeitet wurden. Vier Klassen stehen
dem Spieler nun zur Auswahl, Soldaten, Medic, Engineer und Sniper, wobei jeder
andere Waffen und Zubehör bei sich trägt. Vieles muss man sich jedoch erst
freischalten, wobei jede Klasse jede Menge Upgrade-Möglichkeiten zur Verfügung
hat. Wer schon aus den Vorgängern die Upgrade-Features geliebt hat, wird sich
freuen, dass diese weiter ausgebaut wurdenDesweiteren sorgt das System, dass man
quasi nicht mehr zum Spielen aufhören kann und versucht eine Auszeichnung nach der
anderen zu bekommen, da man meistens recht schnell zu neuen kommt. Schafft man es
einmal nicht, ist man so knapp dran, dass man sich quasi dazu genötigt fühlt noch
eine Mission anzuhängen, nur um dies schnell noch freizuschalten. Positiv zu
erwähnen ist, dass man mehr Punkte sammelt, wenn man wirklich als Squad arbeitet
und sich gegenseitig hilft und unterstützt und dadurch das Teamplay gefördert
wird.
Zuletzt wollen wir kurz auf die Server eingehen. Endlich gibt es auch für die Xbox
360 eine halbwegs durchdachte Möglichkeit, sich selbst ein Spiel auszusuchen. Nur
reines Auto-Matchmaking gibt es nicht mehr und man kann unterschiedliche
Einstellungen vornehmen und so zum Beispiel alle Fahrzeuge ausschalten.
Eine nette Erfindung ist der Battlelog, ein eigenes soziales Netzwerk, wo alle
Ergebnisse der Schlachten gesammelt werden und man sich diese auch aller seiner
Freunde anschauen kann. Gefällt einem das, was man sieht, kann man dies auch
liken.
Fazit
Geschichte und die einzelnen Missionen wirken teils aneinander geflickt oder aus
anderen Spielen abgeschaut. Leider gibt es auch Fehler in der Programmierung, wo
man nur dann im Spiel weiterkommt, wenn man sich wirklich an die Vorgaben hält und
bestimmte Wege so abgeht, wie sie von den Programmierern vorgesehen sind. Wer sich
das Spiel also nur für den Singleplayer kaufen will, sollte sich dies gut
überlegen. Viel besser sieht es hier jedoch beim Multiplayer aus. Es gibt viele
gute Neuerungen, durch die Upgrade-Möglichkeiten stundenlange Motivation und durch
das gute Balancing nie wirkliche Frustmomente. Der Multiplayer fesselt für viele
Stunden und es ist wirklich schwer wieder den Controller wieder loszulassen. Also,
wer ein neues Multiplayer-Spiel sucht, kann hier quasi nichts falsch machen.
Technisch können wir auch nur das beste berichten, die Grafik ist atemberaubend
und der Sound ist Balsam auf den Ohren - wahre Hollywood-Qualität.






