Der Publisher Rockstar Games steht für qualitativ hochwertige Spiele, was sie mit der GTA-Reihe, Max Payne und Red Dead
Redemption eindrucksvoll bewiesen haben. Nun haben sie mit L.A. Noire den von den Spielern lang erwarteten Adventure-Krimi
auf den Markt gebracht. Ziel ist es wieder einmal für offene Münder zu sorgen, aber ob dies wieder gelungen ist?
Wir übernehmen die Rolle von Cole Phelps, ein Kriegsveteran der in der Navy mit Auszeichnungen überhäuft wurde und nun
seine Berufung als Polizist gefunden hat. Ihr beginnt ganz unten als Streifenpolizist und müsst euch langsam nach oben
arbeiten und kommt bei den 21 Kriminalfällen zu den unterschiedlichsten Dezanaten. In den ersten zwei Missionen lernt ihr
dabei die Steuerung kennen und die Spielelemente kennen. Ihr erforscht den ersten Tatort, befragt verdächtige Personen und
sammelt eure Beweise. Alles was ihr herausfindet, schreibt euer Alter-Ego in sein Notizbuch, damit ihr ja keine Spur
vergesst.
Als weitere Hilfe stehen euch die Intuitionspunkte zur Verfügung, welche ihr bekommt, wenn ihr im Rang aufsteigt. Hierfür
sammelt ihr überall im Spiel Erfahrungspunkte. Dank den maximal fünf Intuitionspunkten stehen euch drei hilfreiche
Möglichkeiten offen: Ihr könnt euch eine Verhörantwort streichen lassen bzw. einen falschen Beweis streichen lassen, ihr
könnt einen Community-Joker wählen, der die häufigst gewählte Antwort anzeigt oder ihr lasst euch bei der Untersuchung
eines Tatortes Hinweise zeigen lassen.
Die meisten Informationen bekommt ihr aber direkt in den Gesprächen mit anderen Personen. Dafür haben die Entwickler die
neuartige MotionScan Gesichtsanimationen verwendet, wie es sie bisher noch nie gab. Als Vorlage wurden damit die Gesichter
von realen Personen abgefilmt, weshalb die Stimmen perfekt zu den Gesichtsbewegungen dazupassen und man jede Gesichtsregung
auch sieht, wie hektische Augenbewegungen, Mundwinkel, die verzogen werden oder Augenbrauen, die zucken. Hierbei müsst ihr
die Gesichter auch gut beobachten, denn ihr müsst in weiterer Folge Anhand der Körpersprache entscheiden, ob ihr gerade
belogen werdet oder ob euer Gegenüber die Wahrheit erzählt. Denn nur so kommt ihr in euren Fällen auch weiter.
Neben der sehr linear erzählten Haupt-Geschichte, könnt ihr euch auch um die Nebenmissionen kümmern. Ihr werdet per Funk
über die 40 Straßenverbrechen informiert, wo jedesmal Mini-Fälle auf euch warten, die sich teilweise sehr ähnlich sind. So
müsst ihr entweder eine Schießerei zu Ende führen, Gangster verfolgen und einfangen oder eine Geiselnahme beenden. Meistens
endet alles sehr blutig und außer euch geht niemand lebendig nach Hause. Als Belohnung gibt es jedenfalls Erfahrungspunkte
für jedes einzelne Verbrechen. Aber auch sonst könnt ihr jede Menge einsammeln, begonnen bei Fahrzeugen, über Filmrollen
bis zu Wahrzeichen und Zeiten. Wer das Spiel vollständig beenden will, sollte also die Augen offen halten, gerade die
Zeitungen sind hier empfehlenswert, da jede mit einer Cutscene zur Titelgeschichte belohnt wird.
Grafik
Während die Personen-Animationen die Konkurrenz wahrlich hinter sich lassen, so wurde bei der Umgebungsgrafik etwas weniger
Zeit investiert, als man es von Rockstar-Games gewohnt ist. So trifft man vereinzelt Grafikfehler oder zu spät nachladende
Umgebungen oder Figuren an. Teilweise sehr pixelige Spiegelungen auf den Fahrzeugen ist man auch nicht wirklich gewohnt.
Was uns sehr gefallen hat, ist die Möglichkeit das Spiel auf schwarz-weiß zu stellen und so ein ganzes anderes Spielflair
zu bekommen.
Sound
Wie man schon von Grand Theft Auto und von Red Dead Redemption gewohnt ist, gibt es auch in L.A. Noire keine deutsche
Synchronisation. Für die Personen, die der englischen Sprache nicht ganz so gewachsen gibt, gibt es deutsche Untertitel,
die den Spieler aber vor eine Herausforderung stellen. Nicht immer ist es leicht die Untertitel zu lesen und das
Spielgeschehen zu verfolgen. Gerade in Szenen, wo man eigentlich die Mimik der Figuren beobachten oder in einer Cut-Szene
die Details untersuchen sollte, bleibt der Blick oft auf den Text-Zeilen hängen. Erst nach einiger Zeit gewöhnt man sich
daran beidem genügend Aufmerksamkeit zu schenken.
Fazit
wirklich empfehlenswert ist. Zwar hat das Spiel auch seine Schwächen, die ihm eine bessere Wertung verwehren, dennoch muss
man die unglaubliche Gesichtsanimationen wirklich hervorheben. Die Missionen mit den unterschiedlichen Dezernaten sind
abwechslungsreich und fordern den Spielern auch. Wir können euch das Spiel somit ans Herz legen, da euch damit einige
Stunden Spaß garantiert sind.






