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Review: Halo Reach

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Halo Reach

Halo Reach ist auf den Tag genau achteinhalb Jahre nach dem Europa-Release von Halo: Combat Evolved erschienen. Halo wurde ein Hit, Ego-Shooter plötzlich Konsolen-fähig und der Master Chief zu einer Identifikationsfigur für die Xbox. Mit Halo Reach verabschiedet sich Bungie von der eigens kreierten Marke, die sie unsterblich gemacht hat. Die Fanbase hofft, dass sie dies mit einem großen Finale machen.

Halo Reach schließt nicht an die bisherigen Abenteuer an, sondern bringt den Spieler in die Vergangenheit, genauer gesagt, ganze 21 Jahre zurück vor Halo 1. Es wird die Geschichte rund um den Fall der Kolonie Reach erzählt, die aufmerksamen Spielern der Vorgänger-Spiele durchaus keine neue sein wird, da sie doch einer der zentralen Ereignisse in der Halo-Mythologie darstellt. Ihr übernehmt hier nun, nachdem ihr Geschlecht und Stimme eures Charakters ausgewählt hab, den Charakter Noble 6 in der elitären Noble-Einheit der Spartans. Euer Charakter bleibt hier genauso gesichts- und charakterlos wie es der Masterchief schon war. Ebenso wird bei eurem restlichen Einsatzteam nicht viel auf Charaktereigenschaften gesetzt.

Die Geschichte besitzt dafür umso mehr Tiefe und weiß zu fesseln. Je länger man spielt umso mehr wird man in die Welt hineingezogen und nähert sich dem großen unausweichlichen Ende, dem Ende des Spieles und vielleicht auch dem Ende der Spielserie. Doch hier wollen wir nicht zuviel der Geschichte verraten, soll doch jeder selbst in den Genuss des Erlebnisses kommen. Bungie hat es nämlich geschafft ein Spiel zu entwickeln, dass ohne langatmige Level und sich wiederholenden Platzfüllern auskommt.

Beim Spielgefühl gibt es dafür kaum Veränderungen. Wie schon in den alten Teilen kommt man äußerst leicht ins Spielgeschehen hinein und kämpft sich durch die Allianz-Horden, feuert wild um sich, wirft Granaten und sucht Deckungen um sich schnell regenerieren zu können. Das Adrenalin und die Anspannung steigt dabei und senkt sich nur kurz, wenn ihr euch im Level weiterbewegt, denn selten habt ihr viel Zeit zu verschnaufen. Meistens tauchen recht schnell weitere Gegnerscharen auf, deren Ziel nur euer Tod ist.

Bei den Waffen wurde nicht viel verändert, da alle altbekannten Waffen wieder mit dabei sind. Die Durchschlagskraft wurde leicht verändert, weshalb es sich durchaus lohnen kann, nicht nur mit der Standardwaffe das Spiel zu bestehen. Über die LB-Taste stehen euch Power-Ups zur Verfügung, die ihr gezielt einsetzen könnt. Statt dem Sprint, könnt ihr hier auch Hologram, Schild, Tarnung oder das Jetpack nützen. Bis auf letzteres wird man die restlichen Power-Ups aber nur sehr selten im Spiel benutzen, da man sie wirklich selten braucht. Einzig das Jetpack ist in manchen Spielsituationen zwingend vorgeschrieben, da man ansonsten nicht weiterkommt.

Wieder mit dabei sind natürlich die außergewöhnlichen Fahrzeuge des Halo-Universums. Der Warthog und der Ghost sind wieder mit dabei und können ausgiebig genützt werden. Ebenfalls spielbar ist der Scorpion-Panzer mit dem man sich genüsslich durch die Horden der Allianz schießen kann. Ganz neu dabei ist erstmals der Kampf im Weltall, wo ihr gegen feindliche Raumschiffe kämpfen müsst. Selbst hier gibt es jedoch absolut keine Probleme mit der Steuerung.

Grafik

Technisch wurde nocheinmal an der Schraube gedreht um alles etwas schöner wirken zu lassen. Geblieben ist jedoch der Halo-Look, der mit aktuellen Shootern im Bereich der Realität nicht mithalten kann. So sucht man zum Beispiel vergeblich von Fahrzeugen hinterlassene Spuren und auch die Spielumgebung reagiert selten auf Explosionen. Diese sind dafür gewohnt stark umgesetzt. Selten zuvor hat man so mächtige Explosionen in einem Spiel bewundern können.

Sound

Die Hintergrundmusik wurde von Martin O'Donell wieder wahnsinnig gut umgesetzt und sofort setzt ein altbekanntes Halo-Feeling ein, das einen durch das Spiel treibt und die Situation immer perfekt untermalt. Leider wurde bei den Stimmen nicht ganz soviel Liebe investiert, weshalb manche Charaktere mit ihren Stimmen etwas gelangweilt wirken. Hier fehlt es einigen Stimmen einfach am Einsatz und an Power.

Multiplayer

Wie bei allen Halo-Teilen ist der Single-Player nur der Einstieg für den Multiplayer. Denn erst dort wird die wahre Macht des Spieles präsentiert. Die Kampagne kann dabei von bis zu vier Spielern absolviert werden, wobei sich der Schwierigkeitsgrad mit jedem weiteren Mitspieler erhöht. Einfacher wird das Spiel mit Freunden somit nicht wirklich.

Ebenfalls wieder mit dabei ist der in Halo ODST erstmals eingeführte Feuergefechts-Modus, wo ihr immer größeren und aggressiver werdenden Gegnern gegenübersteht. Dies wird besonders dann schwierig, wenn sich ein paar Spieler auf die Seite der Allianz begeben. vor jedem Respawn habt ihr erneut die Wahl zwischen den Klassen, da jede ihre eigenen Waffen- und Power-Ups hat. Wer lange bestehen will, sollte im Team arbeiten, da man sonst in kürzester Zeit von den Gegnermassen überrannt wird. Mit jedem Kill sammelt ihr Erfahrungspunkte um im Rang zu steigen.

Dies könnt ihr jedoch auch in den vielen anderen Multiplayer-Möglichkeiten, die euch im Spiel zur Verfügung stehen. Neben den altbekannten Modi wie Showdown, Hügelland oder Odd-Ball, gibt es auch ein paar neue Varianten, die alle ihren eigenen Spaß mit sich bringen. Hier sollte man in den Lobbyabstimmungen ruhig einmal Mut zu was neuem haben, da es einige spassige neue Varianten gibt.

Was natürlich im letzten Teil der Serie nicht fehlen darf, ist die Schmiede, mit der Spieler wieder einen eigenen Editor spendiert bekommen haben, mit dem man eigene Mehrspieler-Karten basteln kann. Auch hier wurde wieder ein wenig an der Performance geschraubt, weshalb findige Spieler sich hier wieder austoben werden können um ihre eigene perfekte Karte zu erschaffen.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Halo Reach hat es geschafft voll und ganz zu überzeugen und zum besten Teil der Serie zu werden. Man muss sich vor Bungie

verneigen, da nahezu das perfekte Spiel auf den Markt gebracht haben. Die Geschichte ist fesselnd und zwingt einen zum

Weiterspielen. Die Level sind schön umgesetzt und der Multiplayer ist sowieso ein Wahnsinn. Doch genug geschwärmt von Halo

Reach, ein paar kleine Mankos gibt es trotzdem, die dem Spiel die vollen zehn Punkte vermiesen. So ist die Grafik leider nicht

ganz so gut, wie man es sich erhofft hätte, hier gibt vergleichbare bessere Spiele. Auch bei der Synchronisation hätte man noch etwas mehr herausholen können. Dennoch ist Halo Reach ein absolutes Must-Have-Spiel auf der Xbox 360. Bungie tritt nun am Höhepunkt ihrer Serie ab und widmen sich neuen Projekten, aber wie heißt es so schön? Man soll gehen, wenn es am schönsten ist.
Grafik
9/10
Sound
8/10
Multiplayer
10/10
Gameplay
10/10
Spielspaß
10/10