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Review: Jagged Alliance 3

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Jagged Alliance 3

Seit 24 Jahren warten Fans der Jagged Alliance-Reihe auf einen würdigen Nachfolger und nach einer Vielzahl an gut gemeinten Versuchen, welche die Erwartungen nie auch nur ansatzweise erfüllen konnten, ist nun endlich Jagged Alliance 3 da. Der bulgarische Entwickler Haemimont Games hat genau die richtige Balance gefunden, um zum einen die noch immer von vielen Fans geliebte Spielmechanik und Welt beizubehalten, zum anderen aber mit Neuerungen das Spiel in die heutige Zeit zu katapultieren. Es ist nicht alles perfekt in Jagged Alliance 3, warum wir euch das Spiel dennoch klar empfehlen können, erfährt ihr im weiteren Review.

Jagged Alliance 3 ist kein Remake, es ist ein vollkommen neuer Teil, der es auch verdient hat die 3 im Titel zu tragen. Wie in den beiden großen Vorgängern werden wir als Söldnerführer wieder auf eine Fantasie-Insel Grand Chien im Süden Afrikas gerufen, wo der bisherige Präsident von Aufständischen entführt und das Land unter deren Herrschaft gebracht wurde. Ihr seid die letzte Rettung und müsst euch mit dem wenigen Geld ein erstes kleines Söldnerteam zusammenstellen. Aber vorsicht, Geld ist immer knapp und die Verträge der Söldner wollen regelmäßig verlängert werden. Wie schon in Teil 2 der Serie gibt es auf der Insel jedoch auch Diamantenminen zu finden, die euch nach der Befreiung neue Geldeinnahmen bringen.

Habt ihr euer Team zusammengestellt, begebt ihr euch auf die Insel, wo ich euch durch die einzelnen Sektoren vorkämpt. Jeder Sektor ist detailliert dargestellt und überall gibt es für euch etwas zu entdecken. Städte, wo ihr oft viele Gegenstände finden und mit vielen Personen reden könnt, sind zu Beginn jedoch alle von Feinden besetzt, die ihr erstmal alle töten müsst. Habt ihr einen besetzten Sektor befreit, könnt ihr dort mit den Personen sprechen, um von diesen Informationen, aber auch Aufträge zu erhalten. Aber vorsicht, so manches Gespräch verlangt von euch auch ethische Entscheidungen, die auch Einfluss auf das Spiel nehmen. Je nachdem, ob ihr eine Person laufen lässt oder tötet, wird Einfluss auf den späteren Spielverlauf haben. Dies erhöht auch die Wiederspielbarkeit, weil man sich bei diesen Entscheidungen auch unterschiedlich verhalten kann. Diese Entscheidungen haben jedoch nicht nur Einfluss auf den weiteren Spielverlauf, sondern auch auf das Vertrauen der Bevölkerung euch gegenüber. Auch sonst warten im Spiel einige Wendungen auf euch, wobei auch immer wieder mit schwarzem Humor und Genre-Klischees gespielt wird. Jagged Alliance 3 greift hier viel von den Vorgängern auf und Fans der Serie werden von den vielen One-Linern begeistert sein. Doch bei allen Witz den das Spiel mitbringt, es scheut sich nicht auch unangenehme Themen anzusprechen, wie zeitgenössische Sklaverei oder mangelnden Respekt für menschliches Leben.

Das Spiel bringt neben den rundenbasierten Kämpfen, auch einige RPG-Elemente mit. Man kann sich nämlich auch seinen eigenen Charakter erstellen, mit dem man dann auch in den Kampf ziehen dürfen. Alle Figuren sammeln Erfahrungspunkte durch ihre Taten und so verbessern sich deren Statistiken und Zusatzfähigkeiten. Im Spiel solltet ihr jeden Sektor genau untersuchen, denn es gibt fast überall etwas zu finden, seien es neue Waffen, Munition oder sonstige Gegenstände, die eurem Charakter helfen können oder einzelne Statistiken auch hochleveln.

Das Spiel selbst läuft in Echtzeit ab, es macht dabei keinen Unterschied, ob ihr eure Figuren über die Welt bewegt, Miliz trainiert, eure Söldner*inenn heilt oder Gegenstände repariert. Auch in den Sektoren läuft das Spiel in Echtzeit ab bis ihr Gegnern begegnet, erst dann wechselt das Spiel in den Rundenmodus, wo zuerst ihr mit euren Söldnern agieren dürft, bevor dann die Gegner an der Reihe sind.

Das Spiel hat mehrere Schwierigkeitsgrade zur Auwahl, wobei es für Anfänger trotzdem erschlagend sein kann. Das Tutorium ist eine der wenigen Schwächen im Spiel, man wird als Spieler quasi ins kalte Wasser geschmissen und weiß nicht sofort man zu tun hat und wie man alle Funktionen zu seinen Gunsten nutzen kann. Spieler der Vorgänger werden sich relativ rasch reinfinden, Neuanfänger sollten zu Beginn jedoch ein wenig Geduld mitbringen, sie werden es nicht bereuen.

Grafik

Das Team von Haemimont Games hat unglaublich viel Liebe in die Welt gesteckt. Jede einzelne Karte weiß mit Details zu begeistern und hat ein eindeutig unterschiedliches Design. Man erkennt vom Design her, sofort wo man sich befindet und überall gibt es einprägsame Objekte, durch die uns diese in Erinnerung bleiben. Jede einzelne Karte erzählt uns deswegen etwas von Grand Chien und wer genau hinschaut, dem wird sich Schritt für Schritt der Hintergrund der Insel erklärt. Nutzt die Zoomfunktion, ihr werdet so bei höhster Zoomstufe auch jede Menge versteckte Details finden. Schade ist jedoch, dass wir bei allen Gesprächen auf animierte Szenen verzichten müssen und uns nur Standbilder von den sprechenden Personen gezeigt werden. Hier wäre auf jeden Fall mehr möglich gewesen.

Sound

Es gibt einen wundervollen englischen Sprechcast für die unterschiedlichen Charaktere, die zum Teil auch passende Akzente je nach ihrer Herkunft haben. Jede Person hat dabei einen ganz eigenen Charakter und bringt seine eigenen flotten Sprüche mit, die zum Teil auch von den anderen angeheuerten Söldner*innen im Team abhängen. Wenn sie zwei Personen mögen, machen Sie sich gegenseitige Komplimente, wenn sich zwei hassen, streiten sie sich. Schade ist, dass die Sprachausgabe nur auf englisch ist und man sich nur mit deutschsprachigen Untertiteln begnügen muss, hier hätte eine deutschsprachige Sprachausgabe dem Spiel noch mehr Tiefe gegeben.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Grafik
9/10
Sound
8/10
Multiplayer
8/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
9/10