Der Segel Simulator 2010 reiht sich in die Reihe der vielen in letzter Zeit erschienen Simulatoren ein, wo man sich hinter
das Steuer von Baggern, Traktoren, Zügen oder LKWs setzten kann. Ab sofort kann man sich ans Ruder eines Bootes sitzen und
sowohl zum Spaß, wie auch im Wettkampf, durch die Weltmeere segeln.
Die Zielgruppe des Spieles liegt eindeutig bei Seglern und Fans des Wassersports, dennoch macht das Spiel auch absoluten
Neulingen Spass, die jedoch am Anfang etwas Einarbeitungszeit brauchen werden. Tutorial wird nämlich keines angeboten,
stattdessen landet man direkt im Geschehen. Eine Lektüre des Handbuches, wo die Erklärung der unterschiedlichen Segel, wie
zum Beispiel die Fock, der Spinnaker oder der Gennaker, mit Bildern kurz beschrieben ist. Die Steuerung selbst geht dann
leicht von der Hand und lässt sich mit der Maus betätigen. Am unteren Bildschirm-Rand befinden sich nämlich die
verschiedenen Icons mit denen ihr Sele Hissen oder Streichen könnt, den Hilfsmotor zuschalten oder das Körpergewicht an
Board verteilen. Um eine bessere Übersicht zu haben, stehen einem auch einige Hilfsmittel zur Verfügung, wie
Kartenmaterial, GPS und Echolot. Um Einsteigern das Spiel etwas zu vereinfachen, lassen sich auch einzelne Aufgaben
automatisch ausführen lassen.
Ganz so einfach ist das Spiel jedoch dann doch nicht, muss man sich doch an die Feinheiten des Segelns gewöhnen.Je nach
Wetter, Wind und Wellengang steuert sich jedes der sechs verschiedenen Boote unterschiedlich und verhalten sich den
Situationen entsprechend realistisch. Wer es darauf anlegt, kann mit seinem Boot auch schnell einmal kentern um es per
Mausklick wieder aufzurichten.
Wem lieber seinen eigenen Kurs basteln will, kann dies im Editor machen. Dieser ist jedoch nicht ganz so einfach
ausgefallen, denn ohne Blick ins Handbuch wird man nicht weit kommen. Dafür ist die Auswahl der Möglichkeiten zu
vielfältig und nicht ganz einfach erklärt.
Schade ist, dass im Spiel ein wenig Potential hergeschenkt wurde, denn es wurden keine Aufgaben und kein Storymodus dem
Spiel geschenkt. Hier wurde viel Potential liegen gelassen, das die Langzeitmotiv gesteigert hätte. Segelfans werden in
den noch kalten Monaten sicher ihre Freude damit haben, doch auf lange Sicht kann nur der Mehrspielermodus mit seinen
Online-Turnieren binden.
Grafik
Von der technischen Seite ist das Spiel sehr stark. Die sechs Bootstypen sind sehr detailgetreu umgesetzt worden und
strotzen vor Details. Die Wasseroberfläche wirkt samt Wellengang absolut realistisch und die vier Szenarien Cabrera, Koh
Hong, Scheveningen und Treasure Island können von der Seeseite aus erkundet zu werden. Grafisch geben die Landschaften
leider bei weitem nicht soviel her, wie die Wasseranimationen. Positiver zu erwähnen ist jedoch das dargestellte
Deckpersonal, dass einem beim Segeln unterstützt.
Sound
Die Musik im Spiel ist sehr puristisch angelegt und konzentriert sich eigentlich auf die Effekte. Diese wurden dafür gut
umgesetzt, weshalb man sich auf ein schönes Meeresrauschen und Vogelgekreische freuen darf. Wem dies zu ruhig ist, der
darf gerne seinen MP3-Player anwerfen und eigene Musik starten.
Multiplayer
Wer kein Fan des einsamen Segeln ist, der kann sich in Mehrspieler-Modus mit Freund und Fein austoben. Hier kann man
sowohl über Netzwerk, wie auch über das Internet Regatten segeln und sich mit anderen Spielern messen um Herauszufinden,
wer wirklich Herr der Meere ist. Ein wenig Steuerungserfahrung solltet ihr jedoch schon haben, sonst werdet ihr bei den
Turnieren den anderen Spielern nur hinterhersegeln.
Fazit
Händler-Regale. Umso überraschender, dass der Segel Simulator 2010 von der technischen Seite überzeugen kann. Schöne
Boote, ein realistisches Meer, schöne Landschaften, lizensierte Rennen und ein gut umgesetzter Online-Modus. Trotzdem wird
Gelegenheitsspielern etwas zu wenig geboten, denn ein gutes Tutorial sucht man vergeblich und auch die Langzeitmotivation
wird Aufgrund fehlender Missionen leider etwas niedergedrückt. Fans der Materie werden jedoch ihren Spaß haben und werden
sich im Mehrspielermodus austoben können. Fans der Simulationen, die dem Meer schon immer was abgewinnen konnten, sollen
aber auch einen Blick auf das Spiel werfen.






