Seit April mussten wir auf den zweiten Teil der Assassin´s Creed Chronicles Reihe warten, doch
endlich ist es soweit und wir können in Assassin´s Creed Chronicles: India schleichend und
meuchelnd durch Indien wandern. Wir haben uns mit dem persischen Prinzen durch den Sidescroller
begeben um euch unsere Meinung vom Spiel erzählen zu können.
Der erste Teil der Trilogie, der uns nach China führte, konnte trotz kleinerer Probleme die
Presse durchaus überzeugen. Der Nachfolger, der uns nach Indien führt, bleibt sich und dem
Konzept treu und führt uns nur in ein neues Setting, das sich vom Gameplay nicht verändert hat.
Die Geschichte startet jedoch 300 Jahre später und führt uns ins ferne Indien, wo wir in der Rolle des Assassinen Arbaaz Mir dem Koh-i-Noor-Diamanten nachjagen, welcher früher Ezio gehört hat. Die geschichtliche Verbindung zum großen Vorgänger wird durchaus nachvollziehbar erklärt, auch wenn man sich teilweise dann doch mehr Tiefe in der Geschichte gewünscht hätten. Wer den Comic
Assassin´s Creed Brahman gelesen hat, wird dafür etwas mehr Hintergrundwissen haben, da das Spiel daran anschließt.
Das Spiel ist wieder ein 2,5D-Sidescroller, wo die einzelnen Ebenen eine Tiefe besitzen, sodass diese in den Bildschirm hinein- und
hinausragen und die Welt so durchaus plastisch wirkt. Wir bewegen unseren Charakter nun laufend,
hüpfend und kletternd durch die indische Welt, lösen Rätsel und kämpfen mit den
unterschiedlichsten Gegnern, die sich uns in den Weg stellen. Diese haben teilweise
unterschiedliche Stärken und reagieren auf manche Angriffe besser und auf andere gar nicht.
Natürlich ist es teilweise möglich den Gegnern auch aus dem Weg zu gehen und sich vor Ihnen
verstecken um kampflos an ihnen vorbei zu kommen. Um zu wissen, was die Gegner sehen, tragen sie
einen Sichtkegel vor sich. Es ist nicht immer logisch, warum wir nicht gesehen werden, aber dies
gehört einfach zum Spielkonzept.
Es gibt fast das ganze Spiel über die Möglichkeit immer zwei unterschiedliche Spielstile
anzuwenden. So kann man einerseits durch das Spiel schleichen und fast jedem Gegner aus dem Weg
gehen oder doch etwas aktiver und aggressiver sein und versuchen die Gegner ausschalten. Oft sind
die Wege jedoch nicht auf den ersten Blick sichtbar, weshalb man doch immer wieder nur durch
einfaches Ausprobieren weiter kommt. Den einen oder anderen Tod muss man auf diesem Wege im Spielverlauf akzeptieren. Leider ist das Spiel teilweise sehr genau, wodurch man wirklich ganz genau
vor Verstecken stehen muss, da sonst die Tasteneingabe nicht akzeptiert wird. Dank kleineren
Neuerungen, wie zum Beispiel der Rauchbombe stehen uns im Gegensatz zu China doch ein paar
Lösungsmöglichkeiten kniffliger Situationen zur Verfügung.
Um das Spiel zu beenden, benötigt man um die acht Stunden. Mit den großen Brüdern kann das Spiel
natürlich vom Umfang her nicht mithalten, die Chronicles-Reihe kostet aber auch um einiges
weniger. Nach dem Ende kann man natürlich die Level noch einmal spielen um überall die höhste
Bewertung zu holen oder sich den speziellen Herausforderungsräumen widmen.
Grafik
Technisch kann das Spiel richtig punkten, denn das Spiel ist unglaublich schön geworden. Die
Spielwelt ist voll von indischen Anspielungen in Form von verschnörkeltem Design und bunten
Mandalas. Die Welten sind auch alle sehr bunt und farbenfroh gehalten. Die Animationen der
Figuren sind alle sehr flüssig und es gibt keine Fehler in den Bewegungsübergängen. Die
Zwischensequenzen sind zwar extrem minimalistisch gehalten, wirken jedoch durch kleinere,
bewegende Teile dann doch lebendig.
Sound
Die musikalische Umsetzung hat uns gefallen. Der Soundtrack passt sehr gut zum Setting und lässt
die asiatische Kultur in unser Wohnzimmer kommen. Auch die Stimmen der Wachen klingen alle
indisch und die Effekte klingen gut. Weniger gut gefallen hat uns, dass die wenigen gesprochenen
Passagen, wie zum Beispiel in den Zwischensequenzen alle nur in englisch gehalten sind und nur
mit deutschen Untertiteln untermalt sind. Die paar Sequenzen hätte man unserer Meinung nach schon
synchronisieren können.
Fazit
hat, der wird mit dem zweiten Teil auf jeden Fall enttäuscht sein. Der zweite Teil liefert uns im
Grunde eine neue Story und ein neues Setting in Indien, bleibt sich sonst aber treu. Der
Schwerpunkt im Sidescroller liegt noch immer im Lösen von Rätseln und Schleichen, was durchaus
Spass macht. Schade ist nur, dass man zeitweise richtig geduldig sein muss, denn manche Wachen
brauchen ewig um sich umzudrehen, was den Spielfluss verlangsamt. Wer schon mit dem ersten Teil
der Trilogie Spass hatte, wird auch mit Assassin´s Creed Chronicles: India nicht enttäuscht
werden. Man muss sich nur überlegen, ob man noch einmal Lust auf ein fast gleiches Spiel hat. Wer
bei Assassin´s Creed bisher noch nicht zugegriffen hat, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf
das Spiel werfen oder noch besser gleich auf die Disk-Version, die in wenigen Wochen mit allen
drei Teilen erscheinen wird, warten.






