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Review: Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

Offiziell wurde Command & Conquer 4 als letzter Teil der Serie angekündigt. Es sollte der letzte finale Kampf

zwischen GDI und NOD sein. Doch wer jetzt hofft in Nostalgie schwellen zu können, ein paar letzte Mal seinen

Farmer auszuschicken um Tiberium zu sammeln, den müssen wir enttäuschen. Denn im neuesten Teil der mittlerweile

15 Jahre alten C&C-Reihe wurden die bisher größten Veränderungen vorgenommen. Welche erfahrt ihr in unserem

Review.

C&C 4 hat mit einige Neuerungen seit dem letzten Teil zu bieten. So wurde schon alleine bei der Story die

Alienrasse Scrin geopfert, womit der Kampf zurück zu den Ursprüngen GDI vs. NOD führt. Neben den drei Tutorials

stehen euch dann auf jeder Seite sieben Missionen zur Verfügung. Die Grundgeschichte ist gleich gehalten, je

nachdem für welche Fraktion ihr euch entscheidet, erlebt ihr alles aus einem anderen Blickwinkel. Die Geschichte

lässt sich dabei auch kooperativ spielen, was das Spiel oft einfacher macht, da man alleine schnell einmal

überfordert sein kann, an allen Ecken und Enden einer Missionskarte aktiv zu kämpfen. Erwähnt werden muss jedoch

die Tatsache, dass man auch für den Einzelspieler eine dauerhafte Internet-Verbindung braucht, da man mit dem

EA-Server verbunden sein muss, da das Spiel sonst nicht spielbar ist.

Die Geschichte beginnt wieder einmal mit Kane, der im Jahr 2068 ohne Probleme in das Hauptquartier der GDI

marschiert. Dort jedoch bietet er den verdutzen Generälen seine Hilfe um an das Tiberium-Problem gemeinsam und

entgültig zu lösen, denn nahezu die ganze Welt ist mit dem hoch giftigen Tiberium überzogen. Dies gefällt

natürlich nicht allen in der NOD, weshalb ein Teil davon rebelliert und sich gegen Kane stellt, womit auch

wieder die zwei unterschiedlichen Kampagnen erklärt sind. Die Geschichte wird dabei wie schon bisher in kurzen

Videoszenen dargestellt, die von der Qualität an die letzten Teile erinnern, womit man wohl ein wenig Tradition

behalten wollte. Schön gelöst wurde, dass nun einige Geheimnisse, die in den bisherigen Teilen offen gelassen

wurden, geklärt werden. So erfährt man endlich die wahren

Denn nach den ersten Spielminuten wird man schnell merken, dass man ein ganz anderes Spiel, als die bisherigen

Teile, vor sich liegen hat. Es muss kein Tiberium gesammelt werden, keine Basis mit Stromanbindungen gebaut

werden und auch die langen Fertigungslisten sind alle Geschichte. Statt dessen bewegt ihr euch mit eurer Basis

über die Karte und könnt je nachdem, welche Klasse ihr wählt, unterschiedliche Einheiten bauen. Wählt ihr dabei

den Offensiv-Crawler könnt ihr mächtige Angriffseinheiten bauen, wählt ihr den defensiven Typ, liegt eure Stärke

im Bau von Abwehrtürmen und Bunkern. Mit dem dritten Typen, dem Support-Typen, konzentriert ihr euch auf

Unterstützungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Luftschläge. Zu Beginn jeder Mission wählt ihr dabei euren

Crawler, denn ihr jedoch auch während einer Mission tauschen könnt. Obwohl das Spielprinzip neu ist und der

Crawler die vollständige Basis in einem ist und dabei unglaublich schnell Truppen ausspuckt, lernt man recht

schnell mit dem neuen Spielprinzip umzugehen. Bemerkenswert ist, dass man in absolut kurzer Zeit wahre Massen an

Einheiten erstellen kann, da man an keine Ressourcen gebunden ist. Während also eine Gruppe von Mammoths

zerstört wird, habt ihr eine Minute später bereits wieder die vollständige Stärke erreicht, weil die nächsten

Einheiten schnell wieder produziert werden können. Einzig im Auge behalten sollte man die Einheitspunkte, denn

diese bestimmen, ob man lieber viele kleinere Einheiten baut oder ein paar wenige, die dafür umso stärker sind.

Der richtige Mix zwischen den Einheiten führt in den jeweiligen Leveln zum Erfolg, denn jede Einheiten hat

Schwächen gegenüber anderen Einheiten. Um das Spiel deswegen nicht ganz einfach zu machen, wurden kaum

klassische Level aufgeboten. Statt dessen gilt es auch mal eine zeitlang gewisse Punkte zu beschützen, was in

den späteren Missionen alles andere als leicht ist.

Durch erfolgreich absolvierte Missionen und Mehrspielergefechte sammelt ihr Erfahrungspunkte und steigert so

euer Level. Je höher ihr dabei kommt umso bessere Spezialfähigkeiten, wie höhere Schussraten, Reichweiten oder

Geschwindigkeiten eurer Einheiten, bekommt ihr. Um im Mehrspieler bessere Chancen zu haben, wird man quasi

gezwungen die Einzelspieler-Missionen zu beenden.

Grafik

Die Grafik basiert zwar auf der etwas älteren Sage-Engine, trotzdem haben die Entwickler es geschafft

noch das beste herauszuholen. Die Einheiten sehen schön aus und die Explosionen wissen zu überzeugen. Einig die

Kameraperspektive ist in manchen Situationen viel zu niedrig angesetzt um wirklich Übersicht zu behalten. Freuen

wird die Grafik jedoch die Spieler, die nicht einen absoluten Top-PC unterm Tisch stehen haben, denn auch bei

Ihnen wird das Spiel absolut flüssig spielbar sein.

Sound

Bei der Musik gibt es wenig zu bemängeln, wurden die Sound-Effekte sehr gut umgesetzt. Auch die

orchestrale Hintergrundmusik passt perfekt zu den Kampfszenen und wurde wie in den bisherigen Teilen sehr

aufwändig umgesetzt. Auch die deutsche Sprachausgabe weiß zu überzeugen und die Synchronsprecher wurden wie

bisher sehr gut ausgewählt.

Multiplayer

Bei C&C 4 wurde eindeutig der Schwerpunkt auf den Multiplayer gelegt, denn dieser ist wirklich gut gelungen.

Beim Start des Online-Modus landet man sofort in einem Chat-Bereich, wo ihr neue Gegner finden könnt und

allerlei Einstellungen vornehmen. Ebenso könnt ihr hier Freunde in eure Party einladen. Gerade die größeren

Spiele wie die 5vs5 machen unheimlich viel Spaß, da man hier auch einigermaßen auf unterschiedliche Taktiken

bauen kann.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Command & Conquer 4 ist eine gewagte Weiterentwicklung der Serie. Keine fixe Basis mehr, kein Tiberium, das

gesammelt werden muss, und neue Einheiten wie am fließenden Band. Das neue Spiel ist schnell und macht Spaß.

Negativ zu erwähnen ist aber auf jeden Fall die Tatsache, dass man im Spiel dauernd online sein muss, da sonst

nichts geht. Wer also eine instabile Internet-Verbindung hat oder auch mal mobil spielen will, wird enttäuscht

sein. Auch die Geschichte ist leicht enttäuschend und schafft es nicht ganz an die Geschichte früherer Versionen

heranzukommen. Spass wird man jedoch einige Zeit mit dem Mehrspieler-Bereich haben. Zusammengefasst hat die

C&C-Reihe zwar ein würdiges Ende bekommen, aber ein Oscar-reifes und ein somit ein absolut bombastisches Ende

wurde der Serie leider trotzdem nicht erteilt.
Grafik
8/10
Sound
9/10
Multiplayer
8/10
Gameplay
7/10
Spielspaß
7/10