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Review: Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

von Andreas · ca. 5 Min. Lesezeit
Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Mit Metal Gear Solid V: The Phantom Pain endet wohl eine Ära. Nach dem Streit zwischen Hideo Kojima und

Konami kann man sich schwer vorstellen, dass sie zusammen noch einen weiteren Titel produzieren werden.

Die Reihe würde ohne dem Stardesigner nicht mehr das selbe sein und auch die Ankündigung keine AAA-Titel

mehr zu produzieren, spricht klar gegen jeglichen weiteren Titel. Aber ein letztes Mal darf man in die

Rolle von Agent Snake schlüpfen und mit ihm gemeinsam in den Kampf ziehen. Wie uns der Titel gefallen hat

und ob er unter dem Streit der letzten Woche gelitten hat, verraten wir euch in unserem heutigen Review.

Die Grundgeschichte von Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ist schon seit Monaten bekannt. Es sind neun

Jahre seit den Ereignissen in Ground Zero vergangen und Snake erwacht schwer gezeichnet nach neun Jahren

im Koma. Sein Körper ist schwer gezeichnet, er hat seinen linken Arm verloren und kann sich gerade auf

seinen Beinen halten, tödliche Killer auftauchen um ihn entgültig zu beseitigen. Was davor alles in der

Spielreihe passiert ist, erfahren wir nicht wirklich, lediglich die Ereignisse des letzten Teiles werden

im Intro noch einmal behandelt. Wer also bisher keine Metal Gear-Teile gespielt hat, wird bei so manchem

Insider aussteigen.

Die interessanteste Neuerung ist die vollkommen offene Spielwelt, wo man sich in Afghanistan und Afrika

frei bewegen kann. Es warten auch jede Menge Nebenaufgaben auf uns, so dass man auch zwischen der

Hauptgeschichte etwas zu tun bekommt. Die Aufgaben selbst sind jedoch nicht so berauschend, meistens gilt

es jemand zu retten oder auszuschalten und dann zu verschwinden. Den Weg durch das Spiel und die

Missionen könnt ihr vollkommen frei wählen. So gilt es zuerst aus der Entfernung die Lage

auszukundschaften und euch dann gezielt Meter für Meter vorzuarbeiten. Ob ihr euch dabei in alter Manier

durch das Level schleicht oder wie Rambo einen Gegner nach dem anderen ausschalten wollt, liegt ganz in

eurer Entscheidungsgewalt, denn auf beide Arten könnt ihr zum Ziel kommen. Ihr entscheidet auch, in

welcher Reihenfolge ihr die Missionen bewältigt, es gibt nur ein paar wenige Spielpunkte, die ihr

bewältigen müsst um die Geschichte weiterzuspinnen.

Was sich auch im neuesten Teil nicht verändert hat, ist das teils skurille Gameplay, das sich selbst

nicht ganz ernst nimmt, denn der Realismus trifft in der offenen Spielwelt nicht immer zu. So gibt es

teils seltsame Wesen, wie unser Kampf-Roboter, teils seltsame Gadgets, wie der allseits beliebte

Pappkarton, der als mobiles Versteck gilt und teils echt seltsame Charaktere. All dies ist jedoch im

Spiel spielentscheidend und kann euch sinnvoll angewendet einen Vorteil im Spiel verschaffen. So kann man

Fahrzeuge auf Pferdeäpfeln ausrutschen lassen oder Gegner per Wetterballon abtransportieren. Aber nicht

nur Gegner könnt ihr so zur eurer schwimmenden Basis befördern, sondern auch Waffen, Ausrüstung oder

Tiere. Ersteres hilft euch im weiteren Spielverlauf noch, letzteres ist nur ein weiterer Beweis des

schrägen Humors, denn ihr könnt euch auf diesem Wege einen eigenen Zoo erschaffen.

Die KI ist im Spiel grundsätzlich sehr intelligent und weiß euch das Leben schwer zu machen. Dennoch gibt

es immer wieder Momente, wo man sich dann doch über deren Verhalten wundert. So bemerken sie uns

teilweise nicht, wenn wir direkt vor ihnen stehen und manche schlafenden Soldaten weckt nicht einmal

unser Hund, der sie direkt anbellt. Wenn ihr Soldaten überwältigt, könnt ihr versuchen im Verhör

Informationen zu erlangen, sofern ihr deren Sprache könnt. Hierfür benötigt ihr jedoch Dolmetscher, die

ihr im Laufe des Spieles erst befreien müsst. Serienkenner werden sich hier fragen, warum Snake seine

Russisch-Kentnisse aus dem dritten Teil vergessen hat, vielleicht hat das Koma doch nicht nur äußerliche

Schäden hinterlassen. Fehler, die man dem Spiel dann aber doch vezeiht.

Grafik

Technisch ist Metal Gear Solid V: The Phantom Pain sehr gut umgesetzt worden. Die Spielwelt in Afrika und

Afghanistan ist realistisch und detailliert umgesetzt worden. Durch die wechselnden Tageszeiten gibt es

nicht nur spielerische Unterschiede, sondern auch sichtbare. Ein Highlight sind auch die Wettereffekte,

wie zum Beispiel die Sandstürme, die wirklich hervorragend aussehen. Weiteres Lob gehört vor allem der

Charakterumsetzung, da die einzelnen Personen mit unglaublicher Detailtiefe umgesetzt wurden. Einziges

Manko bei der grafischen Umsetzung ist zeitweise die Kameraführung, die nicht immer das macht, was man

sich wünscht und schon einmal in hektischen Momenten zu Frust führen kann.

Sound

Neben der fast perfekten grafischen Umsetzung, weiß auch der Sound zu überzeugen. Gerade der Soundtrack

ist ein Meisterwerk, der genau in den richtigen Momenten hektischer wird um dann wieder punktgenau ruhig

zu werden. Das Spiel wird so unglaublich stimmig untermalt ohne sich aufzudrängen. Schade ist dafür, dass

man auf eine deutsche Synchronisation vollständig verzichtet hat. Sogut die englische Sprachausgabe auch

so, so ist es doch enttäuschend mit schwachen Sprachkentnissen alles nur über Untertitel mitzubekommen.

Richtig gut getroffen sind dafür die Soundeffekte, die realistisch wirken und gut ins Gesamtkonzept des

Spieles passen.

Multiplayer

Ein richtiger Multiplayer-Modus, wo man die Geschichte im Coop bewältigen kann, wurde nicht integriert.

Die Entwickler haben sich hierfür einen ganz eigenen Modus überlegt, wo jeder Spieler online einen

eigenen Außenposten errichtet, der ihm Ressourcen für die Singleplayer-Kampagne liefert. Andere Spieler

können die eigenen Basis angreifen und die Ressourcen stehlen, weshalb es gilt diese zu einer Festung

auszubauen und andere Spieler zu infiltrieren und deren Posten zu bestehlen. Dies macht durchaus Spass,

verlieht dann aber durch seine Eintönigkeit dann doch viel zu schnell seinen Reiz.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ist ein richtig gelungener Titel, den man als Actionfan auf jeden

Fall in seiner Sammlung besitzen sollte. Hideo Kojima hat es wieder geschafft eine richtig spannende

Geschichte mit skurillen Momenten zu verweben. Technisch ist das Spiel fast perfekt und gerade die

spielerische Freiheit im Spiel macht richtig Spass. Neueinsteiger ins Spiel werden sich in den ersten

Minuten ein wenig abmühen und vielleicht die Geschichte nicht zu 100% verstehen, sie werden die

investierte Zeit aber nicht bereuen. Alles in allem ist The Phantom Pain aver ein würdiger Abschluss der

Stealth-Serie, auch wenn die spieltechnischen Fehler das Spiel nicht perfekt erscheinen lassen.
Grafik
9/10
Sound
9/10
Multiplayer
8/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
9/10