Wer an Strategiespiele denkt, dem fallen sofort die guten alten Zeiten von Command & Conquer oder Star Craft ein. Doch
seit Jahren erscheinen immer weniger Titel in dem Genre und umso erfreulicher ist, dass nun mit Etherium wieder ein
Titel für Echtzeit-Strategie-Fans veröffentlicht wurde. Wir haben uns den Titel in den letzten Tagen genauer
angesehen.
Schon bei der Preview haben die Entwickler bestätigt, dass Etherium nicht das schwierigste Spiel werden soll, dass
dennoch nicht in der strategischen Tiefe geizen will. Man will hier sowohl neue Spieler an das Genre heranführen, wie
auch alte Veteranen glücklich machen um so möglichst viele Käufer für das Spiel zu finden. Hierfür wurde von Seiten
der Entwickler der Basenaufbau vollkommen gestrichen und als Spieler kann man sich so vollkommen auf seine Truppen
konzentrieren. Mit diesen können wir nämlich weitere Außenposten auf der Karte erobern und uns so weitere Gebäude zu
Nutze machen. Diese lassen sich auch gezielt erweitern um neue Technologien oder eine größere Anzahl an Truppen zu
bekommen. Zur Überraschung bauen wir diese jedoch nicht auf unserer Karte, sondern bekommen diese in der Nähe unserer
Gebäude aus dem All eingeflogen. Auf die eroberten Außenposten sollte man jedoch immer ein Auge werfen, denn diese
müssen immer in direkter Linie mit unserem Hauptquartier verbunden sein. Wird die Verbindung unterbrochen, gibt es
keinen Strom mehr und unsere Erforschungen nicht mehr anwendbar. Mit gezielten Nadelstichen kann man so den Gegner
immer stark schwächen.
Schade ist, dass Etherium nahezu ohne Story auskommen muss. Wir befinden uns in ferner Zukunft, wo sich das irdische
Konsortium, die religiösen Eiferer der Intari und das Vektidenreich um den den Alien-Rohstoff Etherium streiten. Dies
wird uns kurz in einem Intro erklärt, in weiterer Folge wird die Geschichte jedoch nicht wirklich weitergesponnen,
sondern eine Mission folgt der nächsten. Die drei Fraktionen unterscheiden sich leider auch nur in wenigen
Kleinigkeiten, denn es gibt 19 Standard-Truppen, die auf allen drei Seiten gleich sind. Jediglich drei
Spezialeinheiten pro Seite plus ein paar kleinerer Vorteile sind pro Kriegspartei als Unterschied zu bemerken, die
jedoch dann doch merkbare Unterschiede im Kampf bewirken. Dafür muss man die Eigenheiten der einzelnen Fraktionen aber
gut kennen und diese auch richtig ausspielen.
Die KI im Spiel ist durchaus fordernd und intelligent und lässt uns nie verschnaufen oder achtlos werden. So werden
die Stärken der Fraktionen ausgenutzt und wir werden ständig mit Angriffen unter Druck gesetzt. Ebenso baut die KI
aber auch die eigene Verteidigung aus, sodass man oftmals überlegen muss, seine Truppen weiter zu verstärken oder doch
durch den Bau von Orbitalgeschützen die Flotte unserer Gegner zu schwächen. Ebenso kann man sich noch das Wetter auf
den Planeten zu Nutze machen. Denn jeder Wettereffekt macht merkbare Unterschiede im Spiel, so können zum Beispiel auf
Nova während der Gewitter keine neuen Truppen angefordert werden. Aber auch die Tornados oder Blizzards verändern das
Spiel deutlich, weshalb man sich immer auf Veränderungen gefasst sein sollte. Einen Vorteil haben hier jedoch die
Intari, diese können nämlich Wetteränderungen vorhersehen oder den Zeitpunkt sogar bestimmen, was ihnen auf manchen
Planeten einen taktischen Vorteil bringt.
Grafik
Die technische Umsetzung hält gottseidank ein paar Überraschungen für uns bereit, denn grundsätzlich ist das Spiel
sehr texturarm und teilweise fast schon langweilig vom Truppendesign. Aber es gibt ein paar kleinere Lichtblicke, wie
zum Beispiel die Wettereffekte, die wirklich zu gefallen wissen. Auch die Spieleffekte im Spiel, wie die zeitweise
auftretenden Vulkanausbrüche sorgen noch dazu für optische Abwechslung.
Sound
Die Sprachausgabe im Spiel ist leider nur in englisch gehalten, schade ist hier auch, dass es keine Unterschiede
zwischen den Fraktionen gibt, denn überall hören wir die selben Sprüche. Bei den Kampfeffekten fehlt oft auch der
letzte Wumms, die Waffen klingen oftmals viel zu harmlos und nicht böse genug um uns das wahre Kriegsgefühl nach Hause
zu bringen. Leider schafft es die musikalische Untermalung so nie wirklich Atmosphäre zu schaffen.
Multiplayer
Wer lieber mit Freund und Feind spielt, wird sich über den Multiplayermodus freuen. Auf den insgesamt 24
Gefechtskarten können maximal vier Spieler gegeneinander antreten. Meistens finden die Kämpfe an strategischen
Engpässen statt, wo es schon mal längere Zeit ohne Sieger zur Sache gehen kann. Wer also immer einen Plan B in der
Hand hat, die Umgebung ausnützt oder dem Gegner durch überlegte Spielzüge in den Rücken fällt, der wird am Ende die
Runden gewinnen.
Fazit
beschränkten Budget wurde ein Titel geschaffen, der durchaus Spass macht. Zwar gibt es keinen Basenbau, die grafische
Umsetzung könnte auch besser sein und ein Story-Modus fehlt vollständig, dennoch gibt es einiges, was gefällt. Das
Wettersystem ist richtig interessant und trotz Kürzungen in der Spielmechanik, bleibt der strategische Tiefgang
erhalten. Dennoch gibt es nur weniges, was uns für längere Zeit an das Spiel fesseln könnte, da sich gerade im
Single-Player die Missionen doch zu schnell gleichen und eintönig werden. Einzig der Multiplayer schaffte uns da
länger bei der Stange zu halten. Genrefans werden gerade wegen dem Multiplayer mit einem Kauf des Titels nicht viel
falsch machen, wer aber nur selten einen Echtzeit-Strategie spielt, sollte dann doch zu einer der Genre-Größen
greifen.






