Für kleine Entwickler war es noch nie so einfach Spiele zu veröffentlichen, wie heutzutage und so wird mehr Wert auf
Settings, Geschichten und Kreativität gelegt. In diese Kerbe schneidet auch Guns, Gore & Cannoli, ein klassischer
Side-Scroller, der uns ins Amerika der 20er Jahre mitnimmt. Was wir gemeinsam mit Vinnie Cannoli erlebt haben, teilen
wir in diesem Review mit euch.
Vinnie Cannoli ist ein richtiger Gangster, der sich eigentlich von nichts aus der Ruhe rausbringen lässt. Aus diesem
Grund nehmen wir ohne groß zu überlegen den neuesten Job an und reisen nach Thugtown um dort Frankie die Fliege zu
finden und zu Mafiaboss Mr. Belluccio zu bringen. Doch während der Fahrt nach Thugtown verändert sich plötzlich alles,
denn der Großteil der Bevölkerung hat sich plötzlich in Zombies verwandelt, die ihren Hunger mit Menschenfleisch
stillen wollen. Und als ob die verfeindeten Familien nicht schon anstrengend genug für uns wären, mischt sich auch
noch das Militär in der Stadt ein. Vinnie schwört sich mit allem aufzuräumen und alle ins Jenseits zu befördern, die
sich im in den Weg stellen sollten.
Guns, Gore & Cannoli ist ein klassischer Sidescroll-Shooter, wie zum Beispiel Metal Slug oder Shank. Das Spiel bleibt
dabei durchgehend fordernd und verlangt von euch immer wieder neue kreative Ansätze um die Gegner über den Haufen zu
schießen. Hilfreich ist dabei natürlich das umfangreiche Waffenarsenal mit dem ihr euch durch die Gegnerhorden
schießen könnt. Das besondere dabei ist, dass ihr immer nur nach links oder rechts schießen könnt, eure Gegner jedoch
aus allen Ecken und Enden kommen können. Ihr müsst deshalb intelligent mit der Umgebung interagieren um so die Gegner
abschießen zu können. So gilt es oftmals die richtigen Momente abzuwarten und auch die Stärken und Schwächen der
Gegner herauszufinden.
Grafik
Ein Highlight im Spiel ist auf jeden Fall die technische Umsetzung, denn die Entwickler haben sich jegliche Mühe
gegeben ein wunderbares Setting zu kreieren. Die handgezeichneten Hintergründe sind extrem detailliert und an jeder
Ecke gibt es Kleinigkeiten zu entdecken. Es wurde anscheinend viel Aufwand betrieben um die Zeit der 20er möglichst
realistisch und nachvollziehbar umzusetzen. Sämtliche Figuren wurden schick umgesetzt und die Zwischensequenzen
könnten auch aus einem Zeichentrickfilm stammen.
Sound
Bei kleineren Spielen wird meistens bei der musikalischen Umsetzung gespart. Hier überrascht uns Guns, Gore & Cannoli
aber extrem. Nicht nur, dass es einen schönen Soundtrack gibt, der uns an gute, alte Gangsterfilme erinnert, so wissen
auch die Soundeffekte wirklich zu gefallen. Überraschend ist auch, dass das Spiel überraschend vertont wurde und das
mit sogar richtig guten englisch sprechenden Synchronsprechern. Man muss also nicht andauernd Untertitel lesen,
sondern kann die schönen und teilweise auch richtig witzigen Dialoge genießen. Deutsche Stimmen wären zwar noch
schöner, aber mit diesem Wunsch würde man bei der Preisklasse wirklich zuviel verlangen.
Multiplayer
Ist euch das Spiel zu schwer oder zu mühsam, so könnt ihr Hilfe bei Freunden suchen, denn insgesamt vier Spieler
können gemeinsam spielen, sofern ihr genügend Controller besitzt. Dies macht richtig Spass, auch wenn der Bildschirm
in den Kämpfen teilweise unübersichtlich wird. Schade ist, dass es keinen Online-Modus gibt, da der Mehrspielermodus
richtig Spass macht und man so nicht auf den nächsten Spieleabend warten müsste.
Fazit
Cannoli richtig interessant. Viel zu wenige Spiele versetzen uns in die spannende Zeit zwischen dem ersten und zweiten
Weltkrieg. Umso überraschter war ich, dass die Crazy Monkey Studios um 10 Euro so ein Spiel auf den Markt gebracht
haben, das nicht nur mit der technischen Umsetzung zu gefallen weiß, sondern auch mit seinem Humor und seinem
fordernden Schwierigkeitsgrad. Toll ist es vor allem auch, dass man das Spiel unkompliziert mit seinen Freunden
spielen kann, ein Online-Multiplayer wäre noch die Sahnehaube gegeben. Für den kleinen Preis ist das Spiel auf jeden
Fall lohnenswert und mit einem Kauf kann absolut nichts falsch machen.






