Nachdem wir vor wenigen Wochen bereits das Honor 6 Plus testen konnten, hat uns Huawei nun die kleinere und günstigere Variante zur Verfügung gestellt: das Honor 4X. In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns das Smartphone genauer angesehen. Es kommt bereits für unter 200 Euro auf den Markt und will vor allem in der Mittelklasse punkten. Welche Abstriche man dafür machen muss und ob das Honor 4X positiv überraschen kann, klären wir in unserem neuesten Technik-Test.
Huawei versucht seit einiger Zeit, den Smartphone-Markt mit seiner günstigen Marke Honor aufzumischen. Mit dem Honor 6 Plus wurde bereits der High-End-Bereich angegriffen, nun soll mit dem Honor 4X die Mittelklasse erobert werden. Für 199 Euro verspricht der chinesische Hersteller ein Smartphone, das der Konkurrenz in dieser Preisklasse ordentlich Druck machen soll.
Auf den ersten Blick erinnert das Honor 4X optisch stark an das Honor 6 Plus. Vor allem die Vorderseite mit ihren abgerundeten Kanten wirkt sehr ähnlich. Rückseite und Rahmen bestehen jedoch aus Polycarbonat. Besonders die Rückseite mit ihrer gewebten Optik gefällt gut und sorgt dafür, dass das Smartphone angenehm in der Hand liegt. Dennoch lässt sich der Kunststoffcharakter nicht ganz verbergen. Das Gewicht von 170 Gramm überrascht angesichts der Materialwahl etwas, ist im Alltag aber noch gut vertretbar.
In der Verpackung befinden sich neben dem Smartphone ein USB-Datenkabel und ein Steckdosenadapter. Weitere Extras, etwa Kopfhörer, sucht man vergeblich. Angesichts des Preises ist das verschmerzbar, aber erwähnenswert.
Technisch kann sich das Honor 4X durchaus sehen lassen. Der 5,5 Zoll große Bildschirm bietet eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln und erreicht eine Pixeldichte von 267 ppi. Das ist natürlich nicht mit aktuellen High-End-Geräten vergleichbar, für die Preisklasse aber ordentlich. Das Bild wirkt ausreichend scharf, angenehm hell und ist auch aus seitlichen Blickwinkeln gut erkennbar. Auf die automatische Helligkeitsregelung sollte man allerdings eher verzichten, da sie das Display meist etwas zu dunkel einstellt.
Im Inneren arbeitet der Achtkern-Prozessor Kirin 620 von HiSilicon, dessen Kerne jeweils mit 1,2 GHz takten. Für die Grafik ist ein Mali-450 zuständig, dazu kommen 2 GB Arbeitsspeicher. Bei der Arbeitsgeschwindigkeit ordnet sich das Honor 4X im soliden Mittelfeld ein. Für Standard-Apps, Surfen, Messenger, E-Mails und einfache Spiele reicht die Leistung problemlos aus. Bei anspruchsvolleren Anwendungen merkt man aber, dass es sich nicht um ein High-End-Gerät handelt.
Kritischer ist der interne Speicher. Zwar sind 8 GB verbaut, davon stehen aber nur knapp über 3 GB frei zur Verfügung. Mit wenigen Apps kommt man bereits an die Grenzen. Der Speicher lässt sich zwar per microSD-Karte erweitern, allerdings nur um bis zu 32 GB. Hier hätte Huawei großzügiger sein dürfen.
Das Honor 4X besitzt zwei Kameras: vorne eine 5-Megapixel-Kamera und hinten eine 13-Megapixel-Hauptkamera. Trotz der hohen Auflösung kämpfen die Bilder teilweise mit Unschärfe, besonders bei schlechteren Lichtverhältnissen. Das eingebaute LED-Licht hilft nicht immer, sondern kann Bilder gelegentlich störend überstrahlen. Videos werden in Full HD mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen und liefern eine insgesamt akzeptable Qualität.
Als Betriebssystem kommt Android 4.4.2 zum Einsatz. Ein Update auf Android 5.0 wurde zwar angekündigt, war zum Testzeitpunkt aber noch nicht verfügbar. Darüber liegt Huaweis Emotion UI 3.0, die auf einen klassischen App-Drawer verzichtet. Alle Apps landen also direkt auf dem Startbildschirm und können zur besseren Übersicht in Ordner sortiert werden. Daran muss man sich kurz gewöhnen, danach funktioniert die Bedienung aber recht problemlos.
Das Honor 4X ist ein Dual-SIM-Smartphone, wobei einer der beiden Schächte LTE unterstützt. Anders als beim Honor 6 Plus muss man dafür nicht den Platz für die microSD-Karte opfern. Das ist ein klarer Vorteil. Die Telefonfunktionen lassen sich den beiden SIM-Karten zuweisen, alternativ kann man vor jeder Verbindung selbst auswählen, welche Karte genutzt werden soll.
Ein echtes Highlight ist der Akku. Mit 3.000 mAh ist er großzügig dimensioniert und hält bei normaler Nutzung problemlos bis zu drei Tage durch. Nur bei intensiver Nutzung durch Spiele oder Videos sinkt die Laufzeit erwartungsgemäß schneller. Für ein Smartphone dieser Preisklasse ist die Akkuleistung aber sehr stark.
Beim Telefonieren zeigt sich das Honor 4X durchschnittlich. Normale Gespräche funktionieren zuverlässig und verständlich. Die Freisprechfunktion enttäuscht dagegen etwas, da sie mit Echo-Geräuschen zu kämpfen hat.
Fazit
Dafür bietet das Honor 4X in seiner Preisklasse einige starke Argumente. Besonders die Dual-SIM-Funktion ohne Verzicht auf die microSD-Erweiterung, der ausdauernde Akku und der Octa-Core-Prozessor machen das Smartphone interessant. Für unter 200 Euro bekommt man hier ein ordentlich ausgestattetes Mittelklasse-Gerät mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer ein günstiges Smartphone mit großem Display, langer Akkulaufzeit und Dual-SIM-Funktion sucht, sollte das Honor 4X auf jeden Fall in Betracht ziehen.












