Mit der Marke Honor startete Huawei seinen Angriff auf den europäischen Smartphone-Markt. Eines der ersten Modelle, mit denen dieser Schritt gelingen sollte, war das Honor 6 Plus. In China war das Smartphone bereits länger erhältlich, nun ist es auch bei uns im Handel angekommen. Trotz starker technischer Ausstattung will Honor vor allem mit einem vergleichsweise niedrigen Preis punkten. Ob sich Samsung, Apple und Co. davor fürchten müssen, haben wir im Test herausgefunden.
Während das Honor 6 Plus in Asien bereits seit Weihnachten erhältlich war, gibt es das Smartphone in Europa erst seit Kurzem in Schwarz und Weiß zu kaufen. Das 5,5 Zoll große Gerät besitzt einen echten Metallrahmen, und auch die Tasten sowie Abdeckungen bestehen aus Metall. Dadurch wirkt das Smartphone hochwertig und stabil.
Die Slots für SIM-Karten und microSD-Karte sind sauber ins Gehäuse eingelassen. Das sieht elegant aus, ist in der Praxis aber etwas umständlich. Ohne Nadel oder einen anderen dünnen Stift lassen sich die Fächer kaum öffnen. Grundsätzlich können eine Micro-SIM und eine Nano-SIM eingelegt werden. Wird der Nano-SIM-Slot nicht genutzt, lässt sich dort stattdessen eine microSD-Karte einsetzen, um den Speicher zu erweitern.
Die Rückseite besteht aus Glas, wodurch sich das Honor 6 Plus sehr hochwertig anfühlt. Der Nachteil liegt allerdings auf der Hand: Fingerabdrücke sammeln sich schnell, und nach kurzer Zeit muss man das Gerät regelmäßig abwischen, wenn es sauber aussehen soll.
Das Display bietet eine Pixeldichte von 401 ppi. Damit liegt es zwar etwas unter manchen High-End-Konkurrenten wie dem Galaxy S6, macht im Alltag aber dennoch einen sehr guten Eindruck. Die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln sorgt für ein scharfes Bild, Farben wirken kräftig und kontrastreich. Durch das spiegelnde Glas gibt es bei direkter Sonneneinstrahlung trotz einer Helligkeit von 492 Candela allerdings leichte Probleme mit der Ablesbarkeit.
Im Inneren arbeitet Huaweis eigener HiSilicon Kirin 925, ein Octa-Core-Prozessor mit einer Taktrate von bis zu 1,8 GHz. Die Leistung überzeugt im Alltag. Das Honor 6 Plus kommt zwar nicht ganz an die Geschwindigkeit eines Galaxy S6 heran, kostet dafür aber auch deutlich weniger. Unterstützt wird der Prozessor von 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internem Speicher. Per microSD-Karte lässt sich dieser auf bis zu 128 GB erweitern. Als Grafikchip kommt der Mali-T624 zum Einsatz.
Auch beim Sound liefert das Honor 6 Plus eine solide Leistung, wenngleich der Lautsprecher auf der Rückseite nicht ideal platziert ist. Hält man das Smartphone quer oder legt es auf den Tisch, wird der Klang schnell teilweise verdeckt. Für gelegentliche Videos oder Spiele reicht die Qualität aber aus.
Ein besonderes Highlight sind die Kameras. Honor verbaut gleich drei 8-Megapixel-Kameras: eine auf der Vorderseite und zwei auf der Rückseite. Die Frontkamera eignet sich sehr gut für Selfies und Videotelefonie, während die beiden Hauptkameras gemeinsam für besonders scharfe Bilder und eine verbesserte Tiefenwirkung sorgen sollen. Durch die Kombination beider Sensoren ist auch eine nachträgliche Fokussierung möglich.
In der Praxis liefert die Kamera beeindruckende Ergebnisse. Vor allem die Tiefenschärfe-Effekte können überzeugen und sorgen für Bilder, die deutlich hochwertiger wirken, als man es von vielen Smartphones dieser Preisklasse erwarten würde. Natürlich ersetzt das Honor 6 Plus keine Spiegelreflexkamera, aber es macht einen klaren Schritt in diese Richtung. Wer gerne unterwegs fotografiert, bekommt hier ein starkes Argument für das Gerät.
Softwareseitig setzt das Honor 6 Plus auf Android 4.4.2, über das Huawei seine eigene EMUI-Oberfläche legt. Diese unterscheidet sich spürbar vom klassischen Android-Aufbau, da alle installierten Apps direkt auf dem Homescreen landen. Zur besseren Übersicht können sie in Ordnern sortiert werden. Zu Beginn braucht man etwas Eingewöhnungszeit, danach lässt sich die Oberfläche aber gut bedienen. Die Menüs sind meist selbsterklärend, nur vereinzelt sind bestimmte Einstellungen etwas tief in Untermenüs versteckt.
Der Akku ist fest verbaut und kann daher nicht selbst gewechselt werden. Mit 3.600 mAh fällt er allerdings großzügig aus. Im Test hat uns die Laufzeit positiv überrascht. Selbst bei intensiver Nutzung war es kaum möglich, das Smartphone innerhalb eines Tages komplett zu entladen. Wird der Akku doch einmal knapp, bietet das Gerät einen Ultra-Stromsparmodus. In diesem Modus bleiben nur noch grundlegende Funktionen wie Telefonieren und SMS aktiv, dafür lässt sich die Laufzeit deutlich verlängern.












