Schon beim Entwickler-Besuch in München konnte Space Run unser Interesse wecken. Nun ist das Spiel endlich am Markt erschienen und wir
konnten uns vollends unserem intergalaktischen Transportunternehmen widmen. Ganz im Stile von Futurama versuchen wir unsere Waren schnell
und sicher ans Ziel zu bringen, auch wenn so mancher anderer Flugunternehmer etwas dagegen hat. Wie es uns letztendlich im Jahr 2525 ergangen ist, erfahrt ihr in unserem neuesten Review.
Wenn in der Zukunft irgendwann das Weltraum erobert sein wird, wird es neue Jobs und damit auch viele neue Gefahren geben. In Space Run
übernehmen wir die Rolle des Lieferanten Buck Mann, der uns vom Aussehen an so manchen schäbigen Trucker der heutigen Zeit erinnert. Mit
Schirmmütze und unserem Androiden Adaam-12 versuchen wir die Vielzahl unserer Kunden glücklich zu machen indem wir die Waren möglichst
schnell und sicher über den interstellaren Highway an ihr Ziel befördern. Wir hinterfragen dabei nie für wen wir arbeiten, noch was wir
ausliefern, sondern kümmern uns nur um die Sicherheit unseres Schiffes. Unterwegs treffen wir jedoch nicht nur auf Asteroiden, sondern
auch auf Piraten, die uns die Ware stehlen wollen.
Im Grunde lehnt sich Space Run vom Gameplay an klassische Tower Defense Spiele an. So müssen wir unser Raumschiff aufrüsten um einerseits
Asteroiden und Piraten abzuwehren, andererseits genügend Schutz vor den gegnerischen Waffensystemen zu produzieren und last but not least
auch den Antrieb stark genug auszubauen. Wir befinden uns nämlich in jeder Mission im Wettstreit mit anderen Lieferanten und nur wenn wir
am schnellsten ins Ziel gelangen, bekommen wir am Ende auch Reputationspunkte und Hexnuts, die wir für das Upgrade-System benötigen. Die
Upgrades sind sehr unterschiedlich gehalten und helfen in den unterschiedlichsten Situationen im Spiel und können schon einmal einen
verloren geglaubten Kampf umdrehen. Aus dem ewigen Hexnuts-Mangel muss man jedoch schlau wählen, welche Bereiche man upgradet.
Der Missionsablauf ist dabei immer gleich. Zu Beginn jeder Mission bekommen wir ein anderes Schiff zugewiesen, welches am Deck Hexagon-
Felder besitzt. Auf diesen müssen wir vor dem Start die zu transportierende Ware ablagern, wobei manche Waren bei genügend Beschuss sogar
explodieren können. Haben wir uns endlich entschieden, gilt es nach dem Start im Weltall fliegende Schrottteile einzusammeln, die wir
wieder zu Hexnuts umwandeln können und uns so neue Module für das Schiff kaufen. Dies können Waffen sein, neue Antriebsstränge oder
Energiesysteme. Dabei ist es immer wichtig auf die aktuellen Gegebenheiten zu reagieren und die vorhandenen Ressourcen weise zu nützen.
Braucht ihr weitere Waffen um Gegner auszuschalten oder doch Abwehrmechanismen um euch vor gegnerischen Raketen zu schützen? Dabei dürft
ihr jedoch auch nie die Zeit aus den Augen lassen um eure Ware doch möglichst schnell ans Ziel zu bringen. Dies macht das ganze Spiel
auch so dynamisch, denn ihr müsst alle paar Sekunden eure Taktik über Bord werfen und euch etwas neues überlegen. Dazu zählt es teilweise
auch schon bestehende Module wieder abzureißen um so Platz für neue zu bekommen. Wer zu lange überlegt und nicht handelt, landet Gefahr
entweder zu spät im Hafen anzukommen oder von Piraten auseinander genommen zu werden. Zu Beginn sind die Gegner noch klein und harmlos,
doch mit jeder Mission werden sie stärker und wenn euch dann ein Boss-Gegner gegenüber steht, müsst ihr euch wirklich anstrengen.
Gottseidank kann man jede Mission wieder spielen und so auch neue Taktiken ausprobieren, falls die letzte nicht zum Erfolg geführt
hat.
Grafik
Obwohl Space Run ein Arcade-Spiel ist, ist es technisch auf einem extrem hohen Level. Das Grafikdesign weiß zu gefallen und auch die
Effekte sind wirklich schön umgesetzt. Zum Start und Ende jeder Mission bekommt man sogar eine kurze schöne Videosequenz zu sehen. Das
Charakterdesign ist mit viel Liebe umgesetzt worden und die einzelnen Personen sind sehr unterschiedlich dargestellt. Die Unterhaltungen
im Spiel bestehen zwar nur aus Standbildern, aber man sollte die Latte bei einem Spiel wie Space Run auch nicht zu hoch legen.
Sound
Das Highlight bei der Soundumsetzung sind die Stimmen der unterschiedlichen Charaktere. Zwar sind diese nur auf englisch, passen jedoch
unglaublich gut zu den jeweiligen Charakteren. Auch während den Missionen bekommen wir von unserem Androiden immer wieder wichtige Tipps
und Informationen. Wer der Sprache nicht ganz mächtig ist, kann die Unterhaltungen auf deutsch mitlesen. Die Soundeffekte passen gut zum
Spiel und sind stimmig, schade ist, dass jedoch kein wahrer Soundtrack vorhanden sind. So gibt es zwar eine kaum merkbare Musik im
Hintergrund, die auch nicht wirklich zu fesseln weiß. Hier wäre durchaus mehr drinnen gewesen.
Fazit
macht von der ersten Mission an sofort Spass. Richtig Spaß machen hier vor allem auch die Unterhaltungen der Charaktere, ganz besonders
von Buck und dem Androiden Adaam-12, wo es immer wieder zu witzigen Situationen mit teils richtig schwarzem Humor kommt. Dafür, dass das
Spiel fast vollständig von einer einzigen Person programmiert wurde, ist die Grafik unheimlich gut, die Missionen gut ausbalanciert und
das Spieldesign eine erfrischende Neuerfindung des altbekannten Tower Defense-Systems. Mir hat es Spass gemacht und ich kann es beruhigt
bei dem Preis von knapp über 10€ mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen.






