Wenn man an Daedalic denkt, dann fallen einem jede Menge gute Adventures ein, die in den letzten Monaten erschienen sind. Mittlerweile braucht man sich jedoch keine wegen der Qualität keine Sorgen mehr zu machen, denn man hat gelernt, dass Daedalic sich im Adventure-Genre auskennt und jedes einzelne Spiel ein eigenes Erlebnis ist, welches man nicht verpassen darf. Auch Deponia enttäuscht uns hier nicht, das neueste Werk der Hamburger Schmiede, welches wir euch im heutigen Test vorstellen dürfen.
Unser Hauptcharakter Rufus lebt in einer Welt, die nur aus Müll besteht. Tagein, tagaus hat er nur mit Abfällen zu tun und sehnt sich nach einer schöneren Zukunft in der schwebenden, sauberen Stadt Elysium. Um seinen Traum wahr werden zu lassen, plant er seine Flucht und würde nahezu alles dafür machen. Gesagt, getan, schon versucht Rufus einfach etwas neues und beginnt seine eigene Rakete zu bauen um sich vom Planeten abzusetzen. Doch statt nach Elysium zu fliegen, landet Rufus auf einem elysianischen Transportschiff, wo der Tollpatsch dafür sorgt, dass die mysteriöse Schönheit aus der Himmelsstadt, Namens Goal, vom Schiff nach Deponia fällt. Die unbekannte Frau fällt ins Koma und ist nicht aufzuwecken, womit hier nun das weitere Abenteuer von Rufus beginnt. Doch nicht alles läuft in weiterer Folge, so wie es sich unser Hauptcharakter vorstellt, stolpert er durch seine Faulheit und Unzuverlässigkeit, die er durch seine Improvisationskunst zu überspielen versucht, von einem Problem ins nächste.
Deponia überzeugt in allen Belangen. Der eigene Charme und Witz des neuesten Daedalic-Werkes fesseln jeden in kürzester Zeit. Trotz der etwas anderen Spielwelt, bleibt das Spiel in vielen Belangen dennoch Realitätsnahe. So kracht Rufus zum Beispiel immer wieder mit seiner Ex-Freundin Toni zusammen, die immer wieder auf den Fehlern von Rufus herumreitet und ihm pure Verachtung schenkt.
Die Rätsel in Deponia sind nicht alle linear aufgebaut, sodass man zeitweise durchaus mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt. Viele der Rätsel sind nur mithilfe von Gegenständen zu bewältigen und hier ist Rufus sehr konsequent und sammelt nahezu alles ein, was man mitnehmen kann und sich irgendwann als nützlich erweisen könnte. Adventure-Fans haben hier ihren Spass die vielen Gegenstände im Inventar miteinander zu kombinieren bis man das richtige für das nächste Rätsel hat. Zwischendurch erwarten uns kleine Minispiele, die man jedoch auch einfach überspringen kann.
Steuerbar ist das Point & Click-Adventure rein über die Maus, denn die Tastatur wird überhaupt nicht gebraucht. Wer zur Hilfe die Hotspot-Anzeige braucht, findet diese einfach auf der dritten Maustaste. Das Inventar ist schnell und einfach per Scrollrad durchforstbar. Die Rästel sind meistens recht schnell durch Überlegungen lösbar. Nur selten bleibt man irgendwo hängen, wo man sich erst durch reines ausprobieren durchkämpfen kann.
Je weiter man im Spiel kommt, umso schwieriger wird es Pausen einzulegen, denn das Spiel fesselt mit seiner Geschichte an den PC. Umso erschreckender war das plötzliche Ende vom Spiel, welches uns nach sechs bis acht Stunden Spielzeit mit einigen offen Fragen zurücklässt. Die Frage "warum" konnten wir uns beantworten, bevor wir sie zu Ende gedacht hatten, denn Deponia ist als Trilogie angelegt, wo der zweite Teil noch dieses Jahr erscheinen soll. Erwähnenswert muss hier auch der Preis des Spieles sein, denn Deponia wird für unter 30 € in den Handelsregalen zu finden sein. Daedalic verzichtet diesesmal auf jeden Kopierschutz und hofft, dass dies von den Spielern auch honoriert wird.
Grafik
Wie schon erwähnt, passt die Grafik perfekt zum Spiel. Die Hamburger Entwickler, die alle Hintergrundbilder und Animationen per Hand zeichneten, können ihr Handwerk aus dem Effe. Kaum ein Adventure wird mit soviel Liebe zum Detail umgesetzt und dies sieht man auch während des Spielens. Bei den Animationen wurden sogar die Lippenbewegungen perfekt an die Soundausgabe per Hand angepasst.
Sound
Was bei der Grafik beginnt, hört beim Sound nicht auf. Auch hier hat sich das Entwicklerstudio viel Mühe gegeben und Sprecherstimmen gesucht, die den Figuren individuelle, herausstechende Persönlichkeiten verleihen. Man merkt, dass hier viel Wert auf Emotionen gelegt wurde, wodurch jeder einzelne Charakter überzeugt. Auch die Hintergrundmusik passt sich dem Spielgeschehen an und untermalt das Spiel mit wunderschönen Melodien. Als kleines Schmankerl hat dieses Mal Daedalic-Mitbegründer Jan Müller-Michaelis seinen großen Auftritt im Spiel und leitet den Spieler mit musikalischen Einlagen in Form eines singenden Erzählers durch das Spiel. Die kreativen Wortspielereien und Reime bringen den Spieler nicht nur einmal zum Schmunzeln.






