Die Alien-Invasion wurde nicht besiegt, denn Sega schickt den Agenten Michael Fort erneut auf der Wii in die Schlacht.
Wieder gilt es die Pläne der Aliens zu durchkreuzen und die Welt zu retten. Doch haben die Entwickler aus den Fehlern des
Vorgängers gelernt?
Der Vorgänger Conduit war ein Spiel, dass von der Qualität schwer einzuordnen war. Während die Steuerung wirklich gut
umgesetzt war und das Spiel deswegen gerade im Multiplayer extrem viel Spaß machte, so konnte das Spiel im Singleplayer
absolut nicht überzeugen. Die Level waren eintönig und zu schnell wiederholend und die KI konnte auch nicht überzeugen.
Dennoch haben die Entwickler von High Voltage nicht aufgegeben, sich die Kritik zu Herzen genommen um uns nun den
Nachfolger, der alles besser machen soll, zu präsentieren.
Dies scheint auch gelungen zu sein, denn die Welten sind viel abwechslungsreicher geworden und einfach abkopierte Räume
findet man nur noch selten. Auch die unterschiedlichen Level, die uns von China über Sibirien bis nach Atlantis sorgen für
Abwechslung. Zwar besucht man manche Abschnitte mehrmals, dies wirkt aber nicht wirklich störend.
Im Laufe des Spieles könnt ihr euren Spielcharakter verbessern. Dafür stehen euch vier Slots zur Verfügung, die ihr mit
Fähigkeiten, wie schnellerem Nachladen, Munitionsgürteln oder Gesundheitsschüben füllen könnt. Diese müsst ihr jedoch erst
im Spiel finden und mit dem Allsehenden Auge (ASA) freischalten. Dies gestaltet sich teilweise etwas mühsam, da die ASA-
Ansicht nicht unbedingt sehr gelungen ist und es mit der Zeit lästig ist, zwischen der normalen Ansicht und der ASA-Ansicht
zu wechseln. Auch neue Waffen könnt ihr nur auf diese Weise finden.
Viel problematischer sind jedoch wie im Vorgänger die Gegner, die anscheinend noch immer an kollektiver Verblödung leiden.
Oft genug ist es uns passiert, dass die Gegner einfach stehen geblieben sind und aus allen Rohren gefeuert haben. Deckung?
Wofür. Stellungswechsel? Brauchen wir nicht, wir sind ja unbesiegbar. So ist es oft recht einfach, die Gegner zu
beseitigen, vor allem dann, wenn sie an Hindernissen hängen bleiben und nicht an diesem vorbeikommen. Um die KI-Schwächen
auszugleichen, wurde einfach die Respawn-Rate erhöht und so kommen teilweise wahre Massen an Gegnern auch zugerannt. Diese
Flut hört erst dann auf, wenn die Kokons, wo sie nachschlüpfen, zerstört. Etwas intelligenter agieren hier die Boss-Gegner,
die schon nach Taktik agieren. Diese kann man nach einiger Zeit jedoch auch durchschauen, wodurch nur noch die Stärke
mancher Gegner für Frustmomente sorgen kann. Dennoch machen gerade die Bosse extrem viel Spaß und sind eine
Herausforderung. Hier hätte man ruhig ein paar Gegner mehr einbauen können. Einzig störend sind hier die schlecht gewählten
Speicherpunkte, wegen denen man teilweise ganze Passagen neu spielen muss um dann gleich auch alle zuletzt gefundenen
Objekte nocheinmal suchen und finden zu müssen, da man die bei einem Tod verliert.
Sehr vorbildlich ist dafür wieder die Steuerung. Diese hatte im ersten Teil schon sehr gut funktioniert und dies ist auch
diesemal wieder so. Die Remote kann im Menü perfekt an euer Steuerverhalten angepasst werden und so steuert ihr euren
Charakter sogut, wie in kaum einem anderen Spiel. Die Bewegungen sind auch sehr intuitiv gehalten, so wirft man zum
Beispiel eine Granate mit einer entsprechenden Bewegung mim Nunchuck. Wer es lieber klassisch mag, kann natürlich auch den
Classic-Controller wählen, doch empfehlen wir hier die Bewegungs-Steuerung vorzuziehen.
Grafik
Grafisch wurde sich die Kritik des Vorgängers zu Herzen genommen und es wurde für mehr Abwechslung gesorgt. Die Texturen
wurden verfeinert und die Schauplätze wurden detailreicher. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Atmospähre aus, die von
der ersten Spielminute an zu wirken beginnt, als man bei Regen umgeben von Blitzen eine Bohrinsel von seinen Widersachern
befreit. Auch die restlichen Level sind alle schön umgesetzt, was nur leider dazu führt, dass die Wii an ihre
Leistungsgrenze stösst, es desöfteren zu Rucklern kommt und die Bildrate in den Keller rasselt. Dennoch wird uns hier eines
der grafisch besten Spiele auf der Wii geliefert, die zeigt, was alles möglich ist auf der Konsole.
Sound
Die Soundausgabe hat wahrlich ein Schmunzeln ausgelöst. Die englischen Sprecher wirken mit ihrer übertriebenen Aussprache
selbst in ernsten Situationen ungewollt witzig, denn hier wurde eindeutig versucht den Duke zu kopieren. Doch was bei
diesem cool wirkt, wirkt hier leider absolut fehl am Platz und aufgesetzt. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht,
einzig deutsche Untertitel kann man einschalten. Obwohl das Spiel Pro Logic II unterstützt, wird der Effekt-Bereich nicht
ausgenützt. Nur bei Raketeneinschlägen gibt es was für die Ohren, sonst wirkt alles recht zahm. Die Hintergrundmusik ist
vernachlässigbar und bleibt sogut wie gar nicht im Hirn hängen.
Multiplayer
Der Multiplayer ist der eigentliche Höhepunkt in Conduit 2. Ingesamt 12 Karten stehen euch hier zur Verfügung, sowie die
drei Spielmodi Deathmatch, Team-Deathmatch und Teamziel, wobei jeder Spielmodi noch ein paar Feineinstellungen und
Variationen besitzt, die für Spaß sorgen. Von Last Man Standing bis zum Capture The Flag ist alles vorhanden. Offline
können sich per Solit-Screen bis zu vier Spieler gegenseitig aufs Korn nehmen, während online bis zu 12 Personen
gleichzeitig spielen können. Eine Lobby steht dabei leider nicht zur Verfügung. Man muss sich mit den umständlichen
Freundes-Codes befassen und hat als einzige Vereinfachung die Möglichkeit eine Liste an Rivalen anzulegen, sozusagen
Spielern, denen man in Online-Spielen schon über den Weg gelaufen ist. Statt WiiSpeak vom ersten Teil zu übernehmen, muss
man im zweiten Teil das Headbanger-Headset sein Eigen nennen um mit anderen Spielern reden zu können.
Interessant ist, dass die Verbindungsqualität extremen Schwankungen unterworfen ist. Während wir auf der einen Seite
vollkommen problemlose Spiele hatte, gab es dann wieder Spiele wo wir mit Lags kämpfen mussten, die dann teilweise in
Verbindung mit den Grafikeinbrüchen sehr mühsam werden und das Zielen einem Zufallsprodukt entspricht. Wenigstens haben
alle Spieler mit den selben Problemen und dem Chaos zu kämpfen.
Fazit
Das Leveldesign wurde verbessert, die Grafik aufpoliert. Leider führt dies teilweise zu echten Performance-Problemen, die
den Spielspass trüben. Dies schafft leider auch die Intelligenz der Gegner, die man durch die hohen Respawn-Raten zu
verstecken versucht. Sehr vorbildlich jedoch wieder die Steuerung, die selten in anderen Spielen so gut umgesetzt ist.
Ebenso hervorherben muss man den Multiplayer, der wirklich Spass für viele Stunden bereiten kann und die Schwächen des
Single-Players vergessen lässt. Alles in allem wird hier nicht der beste Shooter für einsame Stunden geliefert, wer jedoch
mit Freunden und Online spielen will, der kann mit dem Kauf nicht allzuviel falsch machen.






