Lebenssimulationen sind aktuell im Trend und dank der Kreativität der Entwicklerstudios, können wir in Rollen schlüpfen und Aufgaben ausführen, die wir sonst nie ergreifen würden. In Arcade Paradise übernehmen wir nun einen Waschsalon, doch da uns der nicht so ganz glücklich macht, beginnen wir im Hinterzimmer eine Arcadehalle aufzubauen. Wie es uns dabei ergangen ist? Dies erfährst du in diesem Review.
Wien darf sich mit dem Vergnügungspark Prater und seinen Arcade-Hallen dort vor Ort glücklich schätzen. Die goldenen Zeiten der Arcade-Hallen ist hier noch immer vorhanden und man kann immer noch jeden Tag Flipper und Videospielautomaten besuchen und seine schwer verdienten Euros ausgeben. Sogut wie jeder Besucher hatte wohl auch schon irgendwann den Traum selbst seine eigene Spiehalle zu besitzen und dank den Entwicklern von Nosebleed Interactive ist dies zumindest interaktiv in Arcade Paradise nun möglich.
Bevor ihr jedoch selbst eine große Spielhalle besitzt, müsst ihr durchaus einiges an Zeit in das Spiel investieren. Ihr übernehmt die Rolle von Ashley und euer reicher Vater Gerald hat euch einen runtergekommenen Waschsalon übergeben. Ihr sollt im echten Leben ankommen und nicht von seinem Geld leben. Also heißt es für euch zuerst die harte Arbeit kennenlernen und dies heißt, dass ihr in dem Salon die Wäsche eurer Kunden waschen und trocknen dürft und dies immer wieder und wieder. Dies mag natürlich zu Beginn sehr eintönig sein, aber niemand hat gesagt, dass das Leben leicht ist. Für jeden fertigen Wäschekorb gibt es am Ende dann Geld.
Habt ihr genug Geld verdient, könnt ihr euch euren ersten Arcade-Automaten kaufen, wo am Ende 35 verschiedene Arcade-Spiele auf euch warten, die eine riesige bunte Mischung verschiedener Genre sind. Zwar wurden keine Original-Titel eingekauft, aber der geübte Spieler wird sofort erkennen, auf welchen Klassiker sich das Arcade-Spiel beziehen will. Lob muss man hier aussprechen, dass nicht nur Oldies kopiert wurden, sondern man immer neue Interpretationen samt Modernisierungen daraus gemacht hat. Es macht am Ende also richtig Spass diese Spiele auszuprobieren, auch wenn man sich diese erst hart erarbeiten muss.
Wenn der erst Automat aufgestellt ist, liefert er euch auch täglich Umsatz ab. Dieses Geld könnt ihr dann wieder in weitere Automaten stecken oder die vorhandenen mit Updates verbessern und euer Paradies Schritt für Schritt ausbauen. Wer schneller vorankommen will, wäscht weiterhin Wäsche, wem dies dann doch zu anstrengend oder langweilig wird, der kann sich auch nur auf die Einnahmen der Automaten verlassen.
Doch auch sonst warten jede Menge Aufgaben auf euch im Salon, denn niemand hat ja gesagt, dass es einfach wäre einen Wäschesalon oder eine Arcade-Halle zu führen. Ihr kümmert euch um den Müll, müsst eingetrocknete Kaugummis herunterkratzen und abundzu wartet ein verstopftes Klo auf euch. Dies alles erledigt ihr mit kleinen Minispielen, wo ihr meistens im richtigen Moment einen Knopf drücken müsst. Insgesamt passt es gut zur Thematik und die Umsetzung passt gut zum Arcade-Thema des Spieles.
Zwischendurch wird die Arbeit durch die Spielgeschichte aufgelockert. Euer Vater meldet sich regelmäßig und will euch wichtige Lebenstipps mit auf den Weg geben. Von Zeit zu Zeit suchen die Kunden den Kontakt und geben auch damit an, dass auf einem eurer Geräte der Highscore geschlagen wurde oder wollen euch zu einem Spiel herausfordern. Natürlich greift ihr dies auf und wollt ihnen zeigen, wer der wahre Meister des Arcade ist. Über euer Handy erhaltet ihr auch täglich kleinere Missionen, die euch durch das Spiel vorantreiben. Erledigt ihr diese, erhaltet ihr Geld in der Alternativwährung, die ihr für gewisse Ausgaben benötigt, wie zum Beispiel für den Kauf von Werbung für euer Geschäft.
Arcade Paradise wird nicht jeden Geschmack treffen, denn für das Spiel muss man jede Menge Geduld mitbringen. Während die ältere Spielegeneration damit wohl weniger Probleme haben wird, da man schon aus der Vergangenheit gewöhnt ist, dass man in Spielen Phasen hat, wo sich Dinge einfach wiederholen, wird die jüngere, oft schnell ungeduldige Generationen wohl schneller damit zu kämpfen haben. Dabei kann das Spiel eine gute Schule fürs Leben sein, den schnellen Erfolg gibt es nicht, wer erfolgreich sein will, muss sich durch viele sich wiederholende Arbeitsschritte kämpfen. Durchhalten ist angesagt bis man alle Arcade-Automaten gekauft hat.
Grafik
Das Spiel ist technisch solide umgesetzt und passt zum Thema, dennoch ist hier noch viel Luft nach oben offen geblieben. Gerade die Spielwelt und die NPCs hätten schöner ausfallen können. Das Spiel versetzt uns zurück in die 90er mit all seinen Anspielungen auf diese Zeit. Deutlicher positiver fällt hier die Umsetzung der 35 Arcade-Spiel aus, wo viel Liebe zum Detail hineingesteckt wurde und man von diversen Pixel-Umsetzungen bis hin zu 3D-Spielen eine bunte Mischung präsentiert bekommt, die zu gefallen weiß.
Negativ erwähnen muss man, dass gewisse Zwischensequenzen im Spiel nicht übersprungen werden können. So müsst ihr euch bei jedem Waschvorgang immer und immer wieder die selbe Abfolge ansehen ohne dass ihr diese per Tastendruck überspringen könntet. Dies hätte man anders lösen müssen und hier muss man hoffen, dass dies noch per Update ausgebessert wird.
Sound
Die Sound-Umsetzung hat uns mit gemischten Gefühlen zurücklassen. Es gibt zwar eine wirklich solide deutsche Sprachausgabe, es hat uns aber etwas mehr Spass gemacht, auf englisch zu spielen. Dies hat den einfachen Grund, da hier Geralt von Riva die Stimme des eigenen Vaters ist.
Die Hintergrundmusik im Spiel ist zu Beginn sehr generisch und kann mit der Zeit wirklich zu nerven beginnen. Gottseidank kann man nach einiger Zeit die eigene Jukebox kaufen und bekommt dann eine deutlich bessere Mischung an Liedern geliefert. Man muss zwar jedes Lied einzeln auswählen und läuft so sehr häufig zur Jukebox, aber alles besser als die Standard-Musik. In den einzelnen Arcade-Games bekommt ihr jeweils dazupassende Lieder vorgespielt. Zwar schwanken diese auch leicht in der Qualität, aber jeder einzelne Song passt perfekt zum dazugehörigen Arcade-Spiel.
Multiplayer
Einen wirklichen Multiplayer-Modus gibt es nicht. Ihr baut eure eigene Arcade-Halle alleine auf. Viele der Arcade-Spiele lassen sich jedoch zu Zweit spielen, hier könnt ihr also eure Freunde zu Hause zum Mitspielen bewegen. Einen Online-Multiplayer für die Arcade-Spiele gibt es nicht, aber ihr könnt euch zumindest in alter Tradition über eine globale Topliste mit Spielern aus aller Welt messen.






