Seit Jahren begeistert die Yakuza-Reihe auf der Playstation und bringt uns die japanische Unterwelt ins Wohnzimmer. Nun heißt es jedoch den Analogstick auf die Seite zu legen und am PC mit Yakuza 0 erstmals Maus und Tastatur in die Hand zu nehmen. Doch funktioniert das Spielprinzip mit der neuen Steuerung? Hat die grafische Portierung geklappt?
Spielerisch und technisch gleicht Yakuza 0 der ursprünglich für die Playstation 3 entwickelten Engine. Wenn man durch Tokios fiktiven Stadtteil Kamurocho spaziert, gibt es in der belebten Stadt an jeder Ecke etwas zu entdecken. Die Stadt ist zwar deutlich kleiner als vergleichbare Städte wie zum Beispiel in Grand Theft Auto, dafür passiert viel mehr auf viel weniger Platz. Man muss nicht nur dem Storyleitfaden folgen, sondern kann sich wirklich frei in der Stadt vergnügen, von Tanzen über Bowling bis zu Karaoke oder Mah-Jongg haben die Entwickler einige Minispiele integriert. Das Spiel tanzt hier auf der feinen Klinge zwischen ernsten Teilen der Yakuza-Geschichte und vielen lustigen Momenten, die einem zum Schmunzeln bringen.
Wir übernehmen im Spiel die Rolle von Kazuma Kiryu und Goro Majima in ihren jugendlichen Jahren und befinden uns im Jahr 1988. Wir übernehmen in unterschiedlichen Kapiteln die Steuerung der beiden Yakuza-Aufsteigern. Kiryu landet durch eine Intrige mitten im Schußfeld der mächtigen Yakuza-Klans und muss beweisen, dass er nichts mit dem Tod eines Schuldners zu tun hat. Goro lebt im fernen Osaka und ist dort Manager eines Hostessen-Clubs. Erst im Laufe des Spieles werden die beiden Geschichten zueinander geführt. Erzählt wird die Geschichte vor allem in Dialogszenen, wo wir die Antworten selbst auswählen können. Auswirkungen auf den Ausgang der Dialoge haben die Entscheidungen jedoch nicht.
Ein wichtiger Part des Spieles sind die Kämpfe, die flüssig von der Hand gehen. Spaß macht es vor allem deshalb, da sich die Kämpfe je nach Waffen und Umweltobjekten deutlich unterscheiden. Gerade die Umgebung lässt sich perfekt für die Finishing-Moves verwenden und man wird vom Spiel quasi eingeladen in den Kampfszenen kreativ zu sein und sich ein wenig auszuprobieren.
Sega hat sich viel Mühe gemacht, eines ihrer wichtigsten Spiele mit viel Aufwand auf den PC zu bekommen. Technisch wurde das Spiel sauber umgesetzt und funktioniert deswegen mit den unterschiedlichsten Hardware-Konfigurationen. So lassen sich die grafischen Details in mehreren Stufen ein- und ausschalten und es ist sogar möglich wahlweise im rahmenlosen Fenster statt im Vollbild zu spielen. Die Bildschirmanzeigen lassen sich in Größe und Position ebenso verändern, sowie auch die Tasten bei Maus und Tastatur selbst festzulegen. Sollte man auch am PC mit Gamepad spielen, lassen sich da auch alle Tasten anpassen. Persönlich empfehle ich das Spielen mit dem Controller, es fühlt sich gerade bei den Kämpfen besser an.
Grafik
Grafisch ist Yakuzo 0 wirklich sehr detailliert umgesetzt, überall kann man in der belebten Stadt etwas entdecken. Trotzdem sieht man selbst bei der höchsten Grafikeinstellung das Alter des Spieles und der ursprünglichen PS3-Engine an. Es ist dennoch beeindruckend, dass man bei passender Hardware das Spiel auch problemlos in 4K und 60fps spielen kann. Gesamt hat hier Sega alles richtig gemacht, da man dem PC-Spieler jede Menge Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.
Sound
Was einem in Yakuza 0 sofort auffällt ist die Sprachausgabe. Die Stimmen der Charaktere sind nämlich alle in der japanischen Originalsprache gehalten. Untertitel gibt es dabei nur auf Englisch, eine deutsche Übersetzung gibt es leider nicht. Die Soundeffekte sind dafür gut umgesetzt worden und auch der Sound-Track weiß vollends zu gefallen.
Fazit
Wer schon Yakuza 0 gespielt hat, muss bei der Portierung nicht wirklich zugreifen. Wer bisher jedoch aus Mangel einer Playstation nichts mit der Serie zu tun hatte, der wird den Kauf nicht bereuen. Die Spielwelt ist wunderbar aufgebaut, die Story ist spannend und weiß mit seinen Wendungen zu gefallen und zieht in seinen Bann und das Preis-Leistungsverhältnis ist durch den Preis von 19,99 Euro nahezu perfekt.






