Der Rennspielmarkt ist klassisch hart umkämpft und umso erstaunter waren wir als Ubisoft 2013 auf der E3 The Crew ankündigte. Nun, 5 Jahre später, ist bereits The Crew 2 erschienen und lässt euch abermals durch die USA brettern, zu Land zu Wasser und zu Luft. Das Ziel? Der nächste große Social Media Star zu werden. Ob uns das gelungen ist?
Amerika ist bekanntlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wer hier vom Tellerwäscher zum Millionär wird, der kann in der heutigen Zeit auch vom kleinen Rennfahrer zum absoluten Social Media Star aufsteigen. Dank deiner Crew im Hintergrund, die genau weiß, wie sie deine Rennen und dich vermarkten soll. Sogut die Idee auch ist und wenn man an Red Bull denkt, gar nicht so unrealistisch wäre, so schade ist, dass die Story mit der ihr durchs Spiel getrieben werdet, am Ende des Tages doch sehr übertrieben cool sein will, sodass man sie am Ende gar nicht mehr wirklich glauben will.
Zu Beginn fährst du ein etwas bescheidenes Fahrzeug, mit der Zeit arbeitest du dich hier jedoch nach oben und bekommst schnellere und coolere Schlitten. Je nachdem welcher Crew du dich anschließt, brauchst du natürlich andere Fahrzeuge, um erfolgreich zu sein, denn von klassischem Street-Racing, über Offroad-Rennen, bis hin zu Freestyle-Rennen ist die Auswahl sehr breit gehalten. Spaßig ist hier auch die Karriere, da man sich in den verschiedenen Klassen langsam nach oben arbeitet, um am Ende im Rivalen-Rennen zu landen. Dort gilt es dann innerhalb eines Rennens mehrere Klassen hintereinanderzufahren, die in gut durchdachten Momenten direkt während des Rennens ohne Ladescreen durchgewechselt werden. Selbst für Rennspielfans ist dies eine spannende Idee, da man sich in wenigen Sekunden an das neue Fahrzeug gewöhnen muss, wenn man das Rennen gewinnen will. Da The Crew 2 ein klarer Arcade-Racer ist, dessen Realismus überschaubar ist und wo es auch kein Schadensmodell gibt, lernt man die Steuerung relativ schnell.
Im Laufe des Rennes gewinnt ihr jedoch nicht nur Ruhm und Follower, sondern auch Geld und Fahrzeugteile. Wie ihr die Tuning-Teile anwendet, solltet ihr euch dabei gut überlegen, da ihr diese nur gewinnen, nicht aber kaufen könnt. Teilweise verstecken sich auf der Karte Teile, die ihr beim Erkunden finden könnt. Euer hart erspieltes Geld könnt ihr nur in neue Fahrzeuge investieren. Sofern ihr Teile nicht sofort in euer Fahrzeug einbaut, könnt ihr dies in einem eurer vier Hauptquartiere machen. Je mehr Follower ihr gewinnt, umso mehr Aufgaben und Fahrzeuge werden freigeschalten.
Schade ist, dass man im Spiel immer online sein muss, einfach mal das Spiel im Urlaub spielen ist, wird so schwierig. Als Ausgleich dafür wird alles, was ihr leistet, in globalen Ranglisten gespeichert, begonnen vom längsten Drift bis zur Höchstgeschwindigkeit. Da man jedoch nicht wirklich mit anderen Spielern interagiert, ist dieser Online-Zwang wirklich unnötig eingebaut. Ebenso nervig fanden wir das Gummiband-Gameplay. So können uns zwar einerseits die Gegner nie wirklich davon fahren, auf der anderen Seite kommen wir dafür auch nie wirklich von den Gegnern weg und können egal, wie schnell man fährt, einen in der letzten Kurve bei einem Fehler noch einholen. Dies führt nach längeren Rennen wirklich zu Frustsituationen.
Grafik
Im Vergleich zum Vorgänger ist die Grafik noch einmal deutlich schöner geworden, auch wenn sie mit Top-Titeln wie Forza nicht mithalten kann. Zwar können die Tag-/Nacht-Wechsel überzeugen und auch die Licht- und Wetter-Effekte haben uns wirklich gut gefallen, doch wirkt die ganze Welt doch ziemlich unbelebt. So rasen wir zum Beispiel durch so manches Stadtzentrum mit nahezu keinen Fußgängern oder anderen Fahrzeugen. Dies mag dem Rennspaß dienlich sein, da es weniger Möglichkeiten gibt mit seinem Fahrzeug hängen zu bleiben, es wirkt dennoch nicht sehr realistisch. Ab und zu mussten wir auch ein paar Framerate-Einbrüche beobachten und das eine oder andere Kantenflimmern.
Sound
Bei der musikalischen Untermalung hat Ubisoft alles richtig gemacht. Die Fahrzeuge klingen realistisch, je nach Fahrzeugtyp unterschiedlich und röhren aus den Lautsprechern und auch Wasser macht realistische Geräusche, wenn wir mit dem Boot aufplatschen. Die Hintergrundmusik besteht aus acht verschiedenen Radiosendern, die von Rock bis Klassik gehen und wodurch wirklich für jeden etwas dabei sein sollte. Die Lieder beginnen sich zwar nach einigen Stunden zu wiederholen, richtig langweilig ist uns dabei jedoch nie geworden.






