YouGame Logo

Review: Far Cry 5

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Far Cry 5

Verrückte Anführer gibt es viele auf der Welt und dank der Far Cry Reihe durften wir schon einer bunten Mischung gegenüber stehen, wie zum Beispiel Dr. Krieger, Pagan Min oder Vas. In Teil 5 präsentiert uns Ubisoft nun Familie Seed, vier Geschwister die mitten in Amerika im fiktiven Hope County eine religiöse, patriotische Sekte aufziehen. Wie immer liegt es nun wieder in unserer Hand die verrückten Fanatiker zu stoppen. Ob dies gelungen ist, erfahrt ihr im Review.

Seit Monaten hat uns Ubisoft mit Trailern heiß auf die Storyline gemacht. Der neueste Teil der Serie führt uns nämlich in den Nordwesten Amerikas, wo eine verrückte Kultusgemeinschaft die Macht über Hope County übernommen hat. Vier charismatische Geschwister predigen für eine bessere Zeit und missionieren, teils auch mit Waffengewalt, die Einwohner des ganzen Landstrichs. Unser Ziel ist es dies endlich zu beenden und wir wurden mit einer Gruppe an US-Marshals in die verschlafene Gegend geschickt um die Familie festzunehmen. Da dabei einiges schief geht, enden wir nach einer kurzen Flucht alleine in der offenen Spielwelt und müssen uns alleine dem Problem annehmen.

Wir kämpfen uns nun wie in den Vorgängern durch die Spielwelt, schießen auf Gegner, die uns im Weg sind und erledigen jede Menge Nebenaufgaben. Während wir jedoch früher auf Turme klettern mussten und dann auf der Karte angezeigt bekommen haben, wo es etwas zu entdecken gibt, ist dies nun viel dynamischer geworden. Wir stoßen nun per Zufall auf Aktivitäten oder erfahren von anderen Spielfiguren Ziele, wo wir hingehen könnten. Dieser Wandel schenkt dem Spiel eine gewisse Frische, denn man arbeitet nicht mehr eine Liste an Entdeckungen ab, die man nach dem Besteigen eines Turmes erhalten hat, sondern streift nun neugierig durch die Welt und freut sich über jede Neuentdeckung. Die ganze Spielwelt wirkt so viel realer.


Auch die Hintergrundgeschichte des Spieles gibt einem viel Abwechslung. Die drei Gebiete in Hope County sind zwischen den drei Bösewichten Faith, Jacob und John Seed aufgeteilt. Jede Region ist dabei deutlich verschieden aufgebaut und spielt sich in der Kombination mit den drei unterschiedlichen Geschwistern auch total anders, was man auch mit den Gegnern und Kämpfen aktiv mitbekommt. Als Spieler ist man jedoch nicht auf eine Region eingeschränkt und muss somit diese auch nicht hintereinander spielen. Man kann nach eigenem Wunsch zwischen den verschiedenen Gebieten herumwandern und so auch die Geschichte nach eigenem Tempo weitertreiben. Die Story selbst wird richtig dramatisch erzählt und als ob die drei Geschwister nicht schon genug wären, treffen wir noch regelmäßig auf den Oberschurken Joseph Seed, der zentrale Bösewicht, der die neue Religion im Zaum hält.


Im Vergleich zu Far Cry 4 fühlt sich der neueste Teil deutlich anders an. Man selbst steht zwischen mutigen Milizen und verrückten Sektenführern und versucht wieder Normalität ins Land zu bringen. Man jagt nicht nur alles in die Luft, sondern gibt den Menschen neue Hoffnung, dass es wieder ein besseres Leben geben kann. Während es bei Far Cry 4 mehr um Moral ging, steht in Far Cyr 5 der Kampf für das Gute im Mittelpunkt. Vollständig hat sich der Titel seiner Vergangenheit jedoch nicht gelöst. Zwar ist die Story der Hauptmission sehr gut gewählt und die Aufgaben im Missionsdesign sind überragend, jedoch sind die Zwischenmissionen dann doch noch immer sehr repititiv. Wir überfallen Außenposten, zerstören Straßensperren, jagen etwas in die Luft oder retten unschuldige Bürger. Viele dieser Zwischenmissionen hat man schon in alten Teilen gesehen oder sie wiederholen sich teilweise sogar im Spiel. Teilweise fehlt dem Titel auch die Tiefe des Vorgängers, wo wir moralische Entscheidungen treffen mussten, die uns dieses Mal nicht abverlangt werden.

Grafik

Mit seinem eigenen Ökosystem und der wunderschönen, detailreichen offenen Welt hat sich Ubisoft wieder einmal selbst übertroffen. Die Berge im Hintergrund, stimmungsvolle Lichtsetzungen und die üppige Vegetation liefern ein sehr stimmungsvolles Bild ab. Überall gibt es was zu entdecken und Kleinigkeiten, wie Häuser, die wirklich so aussehen, als ob jemand darin wohnen würde, lassen die Welt sehr realistisch erscheinen. Ein wahrer Hingucker sind auch die Zwischensequenzen, die Hollywood-Qualität von der Erzählweise und der Schnitttechnik haben. Abgerundet wird die tolle grafische Umsetzung nur noch von den beeindruckenden Feuergefechten, wo teilweise wortwörtlich die Hölle ausbricht. Fürs Auge wird somit viel geboten, denn Grafikfehler sind uns während dem Spiel keine aufgefallen.

Sound

Beim Sound sind wir leider ein wenig hin und her gerissen. Der Soundtrack ist unglaublich gut ist, alleine das Credit-Lied „We will Rise again“ von Dan Romer reicht aus um jeden zu überzeugen. Do so unfassbar gut die Musik im Spiel und auch die englischen Synchronstimmen sind, so schade ist es, dass die deutschen Synchronstimmen nicht vollständig mithalten können um dieselbe Intensität zu liefern. Uns hat das Spiel in Englisch mehr Spaß gemacht, da so mancher Wortwitz in Deutsch nicht zündet. Loben dürfen wir dafür wieder die Soundkulisse und die –effekte, die wieder richtig gelungen sind.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Far Cry 5 ist ganz speziell geworden und Ubisoft zeigt uns darin ein etwas beunruhigendes Bild von Amerika mit einem verrückten Sektenführer, den es samt seiner drei Brüder zu besiegen gilt. Ubisoft wollte mit dem Spiel ein etwas schwierigeres Thema ansprechen und Amerikanern ein wenig den Spiegel vorzuhalten. So gut das Setting am Ende des Tages ist, so schade ist es am Ende, dass doch nicht das Maximum herausgeholt wurde und das Spiel vor allem mit seinen Schockmomenten zu überzeugen weiß. An jeder Ecke wartet eine Überraschung auf euch, die euch immer wieder zum Wundern bringen wird. <br />
Dennoch bleibt Far Cry 5 seinem Seriencharakter treu. Wir haben eine wahnsinnig tolle Welt mit einer halbwegs guten Geschichte, die uns auch immer wieder zu schocken und zu überraschen weiß. Leider wurde die Chance nicht ergriffen sich wirklich dem Thema Fanatismus und religiöser Sekten richtig kritisch zu nähern und Moral ins Spiel zu integrieren. Für ganz oben im Genre fehlt hier noch ein wenig, auch wenn die Entwickler am richtigen Weg sind. Vielleicht traut man sich beim nächsten Teil einmal einen radikaleren Wandel zu vollführen und auch am Gameplay ein wenig zu schrauben und nicht nur ein neuerlich vollkommen abgedrehtes Setting aus dem Hut zu zaubern. Bis dahin werden wir jedoch weiter Far Cry 5 spielen, denn wir wollen Amerika ein weiteres Mal vom Bösen befreien.
Grafik
9/10
Sound
8/10
Multiplayer
8/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
8/10