Das Genre der Twinstick Shooter ist ja seit langem ein immer wieder kommendes Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Ob Hatred oder Helldivers, die bewährte, auf dem Papier einfache Steuerung, sorgt noch immer für viel Spaß. Nun versucht Blazing Badger mit AIPD, das mit kunterbunter Grafik à la Geometry Wars aufwartet, in dieses Genre einzusteigen. Wir konnten uns den Titel in den letzten Tagen genauer ansehen.
Das Spielprinzip ist relativ einfach gehalten, bleibt aber trotzdem fordernd. Man spielt in einer großen Arena, vernichtet umherfliegende Gegner und versucht dabei nicht den Überblick in dem neonlastigen Wirr-Warr zu verlieren. Wenn man sich mit bis zu 3 Freunden ins Getümmel werfen will, kann man dieses direkt von Beginn an. Dank Unreal Engine 4 wird zwar das Farbenspiel noch heftiger, die Überlebenschancen steigen aber deutlich an. Denn einfach ist das Spiel im Singleplayer auf keinen Fall. Die verschiedenen Gegnertypen sorgen zumindest für eine gewisse Zeit für genügend Abwechslung, sodass man es nicht bereut einige Stunden in das Spiel zu investieren.
Wem das allerdings noch nicht reicht, der kann sich über sechs freischaltbare Waffen und ebenso viele Schiffsmodifikationen freuen. Freischalten kann man diese, indem man gegnerische Schiffe abschießt und deren liegengelassene Punkte aufsammelt. Das kann zwar schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen, aber nie zu lange, sodass man deswegen die Lust am Spiel verliert. Zudem bekommt man nach jeder absolvierten Welle noch die Auswahlmöglichkeit von über 20 möglichen Modifikationen, wo zwischen zwei Buffs für die Gegner entschieden werden muss. So kann man sich zum Beispiel wählen, ob Gegnerschiffe Bomben legen können, die nach einer gewissen Zeit explodieren, falls man nicht schon vorher drüber fliegt und so die Runde beenden oder ob ein bestimmter Gegnertyp schneller fliegen kann. So bekommt das Ganze noch einen Rogue-like Charakter, der eine gewisse Risk/Reward-Mechanik mitbringt. Denn die unterschiedlichen Gegnerfähigkeiten haben noch unterschiedlich hohe Punkte-Multiplikatoren. So kann man sich meist entscheiden, ob man das mindere Übel nimmt und dafür auch weniger Punkte erhält oder gleich in die Vollen geht und auf eine hohe Punktzahl spekuliert.
Vom technischen Standpunkt her darf man auch nicht meckern. Ob Steuerung, Hitbox oder Kollisionsabfrage, alles ist präzise umgesetzt und erfüllt die Erwartungen. Zwar klingt das alles nach sehr viel Umfang, ein Manko gibt es leider doch. Es steht nämlich nur eine einzige Arena zur Verfügung, die mit Zeit ein wenig langweilig wird. Es gibt zwar eine gewisse Gegnervielfalt, doch auch hier hätte man ruhig mehr unterschiedliche Modelle umsetzen können. Unterschiedliche Spielmodi sucht man hier leider auch vergeblich. Es gibt zwar außer dem Standard Modus noch diverse Auswahlmöglichkeiten, doch diese unterscheiden sich nur durch zugeschaltete Modifikationen voneinander. Für eine schnelle Runde zwischendurch reicht das zwar, aber für den Langzeitspaß hätten wir uns mehr gewünscht.
Grafik
Bunt ist das neue schwarz. Zumindest für den Entwickler Blazing Badger. Das ist auch gar nicht schlecht. Das knallige Neondesign passt perfekt zu Genre und Mechanik. Dank Unreal Engine 4 sieht das auch im 4 Spieler Coop grandios aus und läuft stabil. Auch das Design von Gegner und dem eigenen Schiff passt einfach gut ins Gesamtbild. Nicht unerwähnt bleiben sollte jedoch die grafische Ähnlichkeit zu Geometry Wars, die Frankurter Entwickler dürften sich da ein wenig Inspiration geholt haben.
Sound
Der Soundtrack mit seinen Electro- und Techno-Beats ist gut gewählt und passt perfekt zum hektischen Allgemeinbild des Spiels. Die Waffen-Sounds klingen gut, mehr aber auch nicht. Hier fehlt es uns jedoch ein wenig am nötigen „Wumms“. Sowohl Musik, wie auch die Soundeffekte können einzeln leiser oder lauter gedreht werden, sodass man sich auch seine eigene Musik einschalten kann, wenn man genug von der Hintergrund-Musik hat.
Multiplayer
Der Multiplayer ist einfach, aber effektiv gehalten. Man kann jederzeit am Auswahlbildschirm einen zusätzlichen Controller oder am PC eine Maus und Tastatur für einen zusätzlichen Spieler anmelden. Wenn jeder Spieler sich sein eigenes Loadout ausgesucht hat, geht es auch schon mit bis zu 4 Spielern los. Vorsicht ist allerdings geboten, denn jede Unachtsamkeit wirkt sich sofort auf das gesamte Team aus. Stirbt nämlich ein Spieler, ist die Runde für alle vorbei. Nach getaner Arbeit erhält man noch ein paar Statistiken zu den einzelnen Spielern und in wenigen Momenten kann schon die nächste Runde starten. Leider geht das nur auf lokaler Ebene, denn einen Online-Multiplayer sucht man leider vergebens.






