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Review: NBA 2K16

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
NBA 2K16

Was für Fussballfans Fifa bedeutet, das ist NBA 2K für Basketballfans. Jeden Herbst wartet man gespannt auf den neuen Teil und während Außenstehende sich fragen, ob es überhaupt Unterschiede zwischen den Versionen gibt, finden Fans der Serie jedes Jahr viele neue Feinheiten, die das Spielgefühl doch verändern. Wir haben uns in den letzten Tagen die diesjährige Version NBA 2K16 etwas genauer angesehen, um euch die Veränderungen vorstellen zu können.

Eine der größten Neuerungen ist der Karriere-Modus in NBA2K16, der von Oscar-Preisträger Spike Lee kreiert wurde. Ihr erstellt zu Beginn euren eigenen Charakter und erlebt mit diesem eure ersten Highschool-Spiele, kommt dann aufs College, um schließlich bis zur NBA zu gelangen. Technisch ist der Karrieremodus richtig gut umgesetzt, der Schnitt der Videosequenzen ist authentisch gemacht und es wurde mit Motion-Capturing gearbeitet. Es warten auf uns über 100 Minuten Videosequenzen, in denen wir unseren Spieler Frequency Vibrations vom kleinen Kind zum NBA-Star begleiten. So gut das Handwerk aber auch ist, so schwach ist teilweise die Story. Es ist fast zu klischeehaft, dass der Spieler natürlich aus armen Verhältnissen kommt, natürlich ist er farbig und natürlich steigt ihm der Erfolg zu Kopf. Die Geschichte hat ihren roten Faden und wie in einem Kinofilm werdet ihr durch den Karrieremodus an der Hand durchgeführt. Dies führt jedoch zu teils eigenartigen Momenten, wenn eure Hautfarbe nicht zu der Hautfarbe eurer Eltern passt, vielleicht seid ihr aber auch nur adoptiert worden. Trotz der vielen Klischees ist der Storymodus jedoch einer der besten, die wir je in einem Sportspiel gesehen haben, auch wenn hier noch Luft nach oben hin offen ist.

Aber auch sonst hat das Entwickler-Team von Visual Concepts wieder jede Menge Spielmodi integriert. Man kann Streetball-Matches fechten, ganz normal den Season-Modus spielen, in fast 30 Euro-League-Mannschaften schlüpfen oder als Highlight in eines von 44 Oldschool-Teams schlüpfen. Ihr wollt mit Michael Jordan spielen? Absolut kein Problem, einfach mal das Chicago Bulls Team von 1994 wählen. Gesamt gesehen, gibt es so viele Spielmöglichkeiten, dass man monatelang spielen könnte. Realistischer ist es wohl, dass nicht jeder Spieler alle Spielmodi gleich intensiv spielen wird und dennoch für jeden etwas dabei ist, um ihn für längere Zeit an NBA 2K16 zu binden.

Neben den vielen Modi wurde natürlich nicht auf das Gameplay vergessen und die Steuerung wurde wieder leicht verändert und verbessert. Die Tastenbelegung wurde im Vergleich zum Vorgänger leicht verändert, dies macht jedoch durchaus Sinn und ist schnell erlernbar. Das Spiel ist insgesamt flüssiger geworden und es ist etwa leichter Passstafetten durchzuführen und so spektakulärer vor den Korb zu kommen. Passen ist in der aktuellen Version auch wichtiger geworden, denn beim Dribbeln gibt es nun öfters Ballverluste, als beim Vorgänger. Spieler suchen mehr Körperkontakt, es wird taktischer agiert und Fehler werden gnadenloser ausgenützt. Auch der Druckpunkt für die Würfe wurde leicht verändert, wodurch Würfe zwar einfacher sind, jedoch gesamt seltener perfekt im Korb landen, wodurch sich das Spiel realistischer anfühlt. Auch das Defensivspiel wurde realistischer umgesetzt und es zählt noch mehr das richtige Timing, um einen Block oder einen Steal zu schaffen. Unter dem Verteidiger gibt es nun auch eine Anzeige, die uns anzeigt, wie schwer wir es dem Gegner gerade machen, einen Wurf auszuführen.

Grafik

Schon NBA 2K15 hat unglaublich schön ausgesehen und dennoch hat es das Entwicklerteam geschafft, das Grafische am Spiel noch einmal zu verbessern. Es gibt zwar keine großen deutlichen Veränderungen, jedoch viele Kleinigkeiten, die das Spiel detaillierter und realistischer wirken lassen. Die Bewegungen sind flüssiger geworden und die Übergänge zwischen den Bewegungen wirken nicht mehr so abgehackt. Auch sonst ist die Präsentation richtig stark und man fühlt sich, wie bei einer Live-Übertragung eines Basketball-Spieles.

Sound

Auch der diesjährige Soundtrack weiß richtig zu gefallen und wurde von den drei Produzenten DJ Mustard, DJ Khaled und DJ Premier erstellt. Über 50 Songs wurden gefunden und passen perfekt in die Welt des Basketballs. Die guten Kommentatoren passen zum Spielgeschehen und die Soundeffekte im Stadion lassen bei uns ein Gefühl aufkommen, als ob wir uns live im Stadion befinden würden.

Multiplayer

Sportspiele haben natürlich ihre Stärke im Multiplayer und hier kann NBA2K16 natürlich auch punkten. Gerade der MyLeague-Modus, wo bis zu 30 Spieler gemeinsam in einer Liga antreten, würde ich mir in anderen Sportspielen wünschen. Es gibt keinen festen Kalender und keine feste Reichenfolge, so kann man jederzeit die Spiele der Saison bewältigen, wenn ein anderer Spieler online ist. So kann man die Spiele auf mehrere Wochen aufteilen oder auch alle Spiele vom selben Gegner an einem Abend abhacken. Natürlich ist auch ein Fantasy-Draft-Modus vorhanden oder auch Standard-Spielmodi, wie das schnelle Spiel. Online war es kein Problem Spieler zu finden und wir hatten fast keine Lags oder Verbindungsabbrüche im Spiel. Hier wurde eine deutliche Steigerung zum letzten Jahr geschafft.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
2K Games beweist wieder einmal, dass sie beim Basketball den Thron für sich beanspruchen dürfen. Bis auf die Mikrotransaktionen, die echt entbehrlich wären, haben die Entwickler ein richtig tolles Spiel hergezaubert. Die Idee einen richtigen Karrieremodus mit Geschichte einzubauen, war eine gute. Leider hat es dann trotz der Mitarbeit von Spike Lee nicht ganz geklappt den großen Wurf damit zu landen, da die Geschichte viel zu klischeehaft ist und man keine Entscheidungen und folglich unterschiedliche Entwicklungen treffen darf. Die vielen anderen Spielmodi sind aber genug Entschädigung und werden für Wochen, wenn nicht Monate fesseln. Gerade der MyLeague-Modus ist richtig genial und lässt gemeinsam mit Freunden den wahren Champion ermitteln. Technisch ist das Spiel wieder einmal richtig stark, die Steuerung geht leicht von der Hand. Basketball-Fans können also ohne Bedenken zugreifen, wer dies nicht macht, verpasst was.
Grafik
9/10
Sound
9/10
Multiplayer
9/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
9/10