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Review: Halo 5: Guardians

von Andreas · ca. 6 Min. Lesezeit
Halo 5: Guardians

Halo ist ohne Zweifel die wichtigste Spielemarke für Xbox und ist seit 15 Jahren nicht wegzudenken.

und deswegen wundert es nicht, dass schon Tage vor Release der Hype um Halo 5: Guardians riesig war.

Nach drei Jahren Pause geht es nun erstmals auf der Xbox One mit der Story weiter und will Spielern

den perfekten Multiplayer für die nächsten Monate liefern. Ob die 343 Studios alle Erwartungen

erfüllt hat, verraten wir euch in diesem Review.

Die Geschichte in Halo wurde mit jedem weiteren Teil verwirrender und spätestens mit Teil 4 war es

nicht mehr ganz so einfach allen Erzählsträngen und Wendungen zu folgen. Teil 5 macht es da nur

wenig besser, denn nicht nur, dass es eine neue Bedrohung gibt, so verschieben sich auch die

Machtverhältnisse wieder und man bekommt dieses mal die Geschichte aus zwei Blickwinkeln erzählt.

Auf der einen Seite spielen wir Team Blue mit dem Master Chief. Dieser hat eine rätselhafte Vision

von der totgeglaubten Cortana erhalten und macht sich auf die Suche nach ihr. Da er alle Befehle

verweigert scheint aus dem Helden ein Deserteur geworden zu sein. Auf der anderen Seite spielen wir

Team Red unter der Führung des übergelaufenen ONI-Agenten Jameson Locke, das sich auf der Jagd nach

dem Master Chief befindet. Mehr wollen wir gar nicht von der sechs-stündigen Story verraten um

niemanden den Spass zu nehmen die Geschichte selbst zu erleben.

Die Geschichte hat auf jeden Fall wieder Halo-typische Momente, wo einem der Atem kurz stehen bleibt

oder der Puls richtig in die Höhe schnellt. Man merkt jedoch, dass uns nur der Beginn einer neuen

großen Geschichte erzählt wird und die wahren Highlights noch vor uns liegen. Dennoch bekommen wir

in Halo 5 viel neues zu sehen und die Orte, die wir durchkämmen, unterscheiden sich deutlich

voneinander. Es macht richtig Spass ohne Pause durch die Level zu marschieren, alles, was sich einem

entgegenstellt einfach abzuschießen und sich ins Spiel hineinziehen zu lassen. Regelmäßig vergisst

man dabei die Zeit und aufhören zwischen den Leveln ist durch die Spannung fast unmöglich.

Natürlich stehen einem auch wieder einige Fahrzeuge in den Kämpfen zur Verfügung. Neben den

bekannten Klassikern wie Banshee oder Warthog gibt es auch eine Neuerung, nämlich den Phaeton. Die

Steuerung der Fahrzeuge ist wie in den Vorgängern jedoch leicht schwammig, was schon irgendwie zu

einem Markenzeichen der Serie geworden ist. Die Waffenauswahl ist wieder sehr umfangreich, wobei es

nur wenig neues in Spiel geschafft hat. Als Spezialangriff gibt es dieses Mal einerseits den

Schulterboost mit dem Gegner kurz ausschalten kann, wie den neuen Luft-Boden-Angriff. Die teils

unbeliebten Power-Ups aus Halo Reach wurden dafür vollständig gestrichen.

Halo 5 ist sehr treibend, es gibt nur wenige Momente wo man wirklich einmal ausschnaufen kann. Fast

die ganze Zeit finden Kämpfe um euch herum statt und man wird von einer Szene quasi in die nächste

geschoben. Dabei spielt sich jedes Level doch anders, denn nicht nur die Umgebungen unterscheiden

sich, sondern auch die Gegner und die Waffen, die ihr findet. So muss man immer wieder zwischen

Fernkampf und Nahkampf wechseln, kann manchmal aggressiver in den Kampf ziehen und sollte sich

manchmal dann doch zuerst einen Unterschlupf suchen, wenn man nicht gleich sterben will. Angenehm

dabei ist, dass man immer zu viert in den Kampf zieht. Natürlich kann man zu viert über das Internet

im Coop spielen, ansonsten übernimmt die KI die anderen Soldaten und stellt sich dabei auch durchaus

passabel als Helfer an. Solltet ihr also schwer verletzt sein, kommt auch die KI angelaufen um euch

wiederzubeleben. Natürlich macht es am meisten Spass mit Freunden gemeinsam zu spielen, auch wenn

wir es schade finden, dass der Splitscreen-Coop auf einer Konsole nicht mehr möglich ist.

Grafik

Technisch war Halo nie ein Vorreiter am Markt, auf seine eigene Art und Weise konnte das Spiel

jedoch immer überzeugen. Dies trifft auch auch Halo 5: Guardians zu, das sicher nicht das grafisch

fortschrittlichste Spiel auf der Xbox One ist. Die Entwickler haben uns schöne Außenareale

produziert, wo es teilweise auch unterschiedliche Wege gibt um vorranzukommen. In den Außenarealen

gibt es auch meistens richtig viel zu sehen. Seien es andere Schlachtenorte oder auch Schlachten am

Himmel, hier wirkt das Spiel richtig lebendig. Um einiges ideenloser wirken leider wieder die

Raumschifforte, die etwas steril rüber kommen. Gottseidank gibt es hier nur recht wenige solcher

Level im Spiel. Im Multiplayer-Bereich findet man solche teils grafisch unattraktiven Level öfters,

wobei es hier sicher verschmerzbarer als im Story-Modus ist. Im Grunde wird uns typische Halo-Grafik

auf Next-Gen-Niveau geliefert, die konstant ohne Probleme mit 60 fps läuft. Richtig lobenswert sind

auf jeden Fall die Zwischensequenzen, wie zum Beispiel das absolut epische Intro, deren

Inszinierungen wirklich wunderschön umgesetzt wurden.

Sound

Die Halo-Serie hat einen der bekanntesten und besten Soundtracks der Videospielgeschichte. Jeder

kennt das Theme und erinnert sich noch an die ersten Teile, wo die Musik einem Gänsehaut enstehen

ließ. Nach dem Abgang von Komponist Martin O´Donnell merkt man jedoch, dass die Qualität nicht mehr

ganz gehalten werden kann. Die Musik ist immer noch richtig gut in Halo 5: Guardians, aber sie kommt

nicht mehr ganz an den genialen Ursprungssoundtrack heran. Man erwartet sich epische

Orchesterstücke, Chöre, Bässe und in den richtigen Momenten einzelne Klaviertöne. Musik, die einen

durch das Spiel führt und wo man sofort den Fernseher lautet dreht, weil man nicht genug davon

bekommt. Dies wird in Halo 5 nicht mehr ganz so erreicht, wie früher. Viel zu oft gibt es sogar

Szenen, die fast ohne Musik auskommen, wo Stille als Stilmittel etwas übertrieben wird. Ein extra

Lob muss man auf jeden Fall den Synchronsprechern geben, die wieder richtig gute Arbeit geleistet

haben.

Multiplayer

Da sowohl Team Red, wie auch Team Blue aus jeweils vier Mitgliedern besteht, bietet sich das Spiel

perfekt an im Coop-Modus zu spielen. Dies macht auch unglaublich viel Spass, vor allem da sich der

Schwierigkeitsgrad des Spieles an die Anzahl der Spieler anpasst. Je mehr echte Spieler, desto mehr

Gegner stellen sich euch in den Weg. Schade ist jedoch, dass es keinen Splitscreen-Modus gibt.

Natürlich gibt es die vielen, altbekannten Online-Multiplayer-Modi, die schon in den bisherigen

Halo-Teilen die Spiele zu den meistgespielten Online-Spielen auf den Xbox-Konsolen machten. Dennoch

hat sich das Entwicklerteam eine Neuerung ausgedacht, nämlich den neuen Modus Kriegsgebiet. Es

handelt sich dabei um eine riesige Karte, wo zwei gegnerische Teams um den Sieg rittern. Neben den

zwei Parteien gibt es wahlweise jedoch noch weitere neutrale KI-Einheiten, die ihr ausschalten könnt

um so Punkte zu sammeln. Weitere Punkte erhält man durch das Töten gegnerischer Spieler oder durch

die Einnahme von Basen. Diese sind jedoch wichtig für euer Team, denn durch Abschüsse verdient ihr

euch Punkte, die ihr in den Basen in bessere Waffen oder Fahrzeuge eintauschen könnt. Man sollte

also immer gut überlegen, wie man diese Punkte einsetzt, denn alle Gegenstände verliert ihr sofort

wieder, wenn ihr sterbt. Im schlimmsten Fall nützt der Gegner im weiteren Verlauf eure Gegenstände

noch gegen euch ein. Es stehen im Moment drei Karten als Kriegsgebiet zur Auswahl, die alle richtig

Spass machen. Da bis zu 24 Spieler gleichzeitig zocken können, ist auch immer genügend los. Das

Entwicklerteam hat hier alles richtig gemacht und Halo 5: Guardians wird sicher für lange Zeit eines

der meistgespielten Multiplayer-Spiele auf der Xbox One werden. Für uns auf jeden Fall der beste Multiplayer-Modus seit Halo 2.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Halo 5: Guardians ist ein würdiger neuer Teil der beliebten Serie und schafft nahezu den perfekten

Sprung auf neue Konsolengeneration. Es gibt zwar einige kleinere Bereiche, wo man auf hohem Niveau

jammern kann, wie der Soundtrack, der nicht ganz an das Original herankommt und die teils noch immer

sterilen Level. Auch die Story, die durchaus gelungen umgesetzt wurde, jedoch sicher nicht jeden

Spieler glücklich machen wird. Die Stärke von Halo liegt jedoch wie bisher im Multiplayer. Es macht

richtig Spass erstmalig zu viert die Story zu spielen, auch wenn dafür leider der Offline-Coop

geopfert wurde. Die restlichen Multiplayer-Möglichkeiten kann an die Vorgänger anschließen und mit

dem Kriegsgebiet sogar noch einmal zulegen. Die in der Vergangenheit oft kritisierten 343 Studios

haben mit Halo 5: Guardians ein richtig gutes Spiel abgeliefert, das auf keinen Fall in einer Xbox

One Sammlung fehlen darf. Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung für das Spiel!
Grafik
8/10
Sound
9/10
Multiplayer
9/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
9/10