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Review: Grand Ages: Medieval

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Grand Ages: Medieval

Nachdem sich das Gaming Minds Studio mit derem Titel Port Royal ins 17. Jahrhundert begeben hat und in

Rise of Venice in die Renaissance, widmen sie sich in derem neuesten Werk Grand Ages: Medieval dem tiefen

Mittelalter im 11. Jahrhundert. Wir haben das Spiel in den letzten Tagen genauer unter die Lupe genommen

um herausfzufinden, wie gut die Kombination aus Handel und Massenschlachten zueinander passt.

Das Spiel beginnt im Jahr 1050 n.Chr. und ihr seid ein Regent einer kleinen Stadt im aufstrebenden

Europa. Eure Aufgabe ist es nun eure Stadt wachsen zu lassen, eure Macht auszubreiten und euch dabei nie

mit zu starken Gegnern anlegen. Wie man erahnen kann, hat man alle Hände voll zu tun im Spiel. Bevor ihr euch jedoch der Kampagne zuwendet, ist es empfehlenswert das Tutorial zu spielen. Hier werden

euch die wichtigsten Bereiche des Spieles erklärt, vieles weitere wird euch erst im Laufe der Kampagne

erklärt. Wie bei so manchem anderem Strategietitel ist diese auch nicht der Kernteil des Spieles, sondern

eher ein nettes Beiwerk um die vollständige Steuerung zu lernen und die Spielmechaniken des Spieles zu

verinnerlichen. Die Geschichte in der Kampagne ist absolut nichts besonderes und an manchen Stellen

wünscht man sich schon etwas mehr Tiefe und Drama. Am Ende der Kampagne könnt ihr euer Spiel sofort in

ein freies Spiel umwandeln, wo das Spiel dann erst so wirklich seine Stärken ausspielen beginnt.

Natürlich ist es auch möglich, dass ihr direkt im Startmenü ein freies Spiel startet. Dabei könnt ihr

sowohl die Anzahl der Gegner, die Größe der Karte, wie auch das Spielziel einstellen.

Den Grundstock für euren Spielerfolg setzt ihr immer mit dem Handel der über 20 im Spiel zur Verfügung

stehenden Güter. Damit sichert ihr euren Wachstum und den Wohlstand eurer Städte. Ihr könnt versuchen

mehr Güter herzustellen und neue Betriebe zu bauen, doch dafür benötigt ihr auch das passende Kleingeld.

Gerade zu Beginn fehlt es euch noch an Geld und auch Gütern, weswegen ihr neue Gebiete erkunden müsst um

dann mit den neu entdeckten Städten diplomatische Beziehungen einzugehen und Handelsabkommen

abzuschließen. Um neue Städte zu finden, schickt ihr einfach einen Späher los, könnt dabei aber auch

Schätze, Ruinen oder aber auch Barbarenlager finden. Als zweiter Helfer steht euch der Händler zur

Verfügung, der auf eurer Handelsroute verkehrt und eure Waren handelt. Es liegt dabei ganz bei euch, ob

ihr ihn frei agieren lässt oder ob ihr ihm strikte Handelsbefehle geben wollt. Wichtig ist es, dass ihr

möglichst viele Waren in eure Stadt bekommt um so eure Bürger glücklich zu machen und auch eure

Staatskasse aufzufüllen.

Euer Reich könnt ihr auf zwei Arten vergrößern: Die erste Möglichkeit ist es, an strategisch günstigen

Orten neue Städte zu gründen. Ihr schickt dafür einfach einen Siedler los, der euch dann auch immer

anzeigt, welche Rohstoffe sich in seiner näheren Umgebung befinden. Es ist immer vorteilhaft hier

Ressourcen, die anderen Städten fehlen, zu suchen. So stärkt ihr nämlich euer Reich und senkt die

Abhängigkeit vom Handel mit anderen Städten. Die andere Möglichkeit das Reich zu vergrößern, ist es

feindliche Nationen anzugreifen und deren Städte zu übernehmen. Da diese natürlich auch eure Städte

wollen, ist es immer wichtig eine genügend starke Armee zu besitzen, die auch unterschiedliche Einheiten

besitzt. Nur mit dem richtigen Mix habt ihr nämlich auch die Möglichkeit gegen feindliche Armeen zu

bestehen. Man darf jedoch nie vergessen, dass man auch Nahrung für seine Soldaten benötigt und genug Gold

für deren Sold besitzt, damit diese nicht eure Befehle verweigern. Auf die Kämpfe selbst habt ihr keinen

Einfluss, diese laufen automatisch ab, sobald ihr eure Armee auf den Gegner loslasst. Desweiteren ist es

möglich mit euren Soldaten fremde Städte zu belagern und sie so von Güterlieferungen auszusperren und sie

nach einiger Zeit zur Kapitulation zu bringen.

Grafik

Persönlich hätte ich mir ein etwas schöneres Spiel gewünscht, denn da läuft die Genre-Konkurrenz dem

Spiel eindeutig davon. Schön ist dafür, dass es einen stufenlosen Zoom gibt mit dem man sogar in die

Städte hinein zoomen kann um dort eurem Volk zuzusehen. Die Weltkarte ist richtig groß gehalten, deckt es

doch ganz Europa ab. Die Spielmenüs sind übersichtlich gehalten, auch wenn sie recht einfach gehalten

sind.

Sound

Auch bei der musikalischen Umsetzung wäre mehr möglich gewesen. Die Musik ist im groben und ganzen zum

Spiel passend. Sie schafft es aber nach einiger Zeit dann doch etwas zu nerven. Die Soundeffekte sind da

besser gelungen, auch wenn sich diese teils wirklich schnell wiederholen, ein paar mehr Aufnahmen hätten

dem Spiel gut getan.

Multiplayer

Ein Highlight im Spiel ist der Multiplayer, wo bis zu 8 Spieler gemeinsam oder gegeneinander

online spielen können. Mit den richtigen Freunden ist so wochenlang Spass garantiert auf der Suche nach

dem wahren Herrscher Europas. Auch hier kann man jede Menge Einstellungen vornehmen, wie die Spieldauer oder die Siegesbestimmungen. Schade ist, dass man nicht im LAN-Netzwerk spielen darf.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Grand Ages: Medieval wurde als Verbindung von Handels- und Kriegssimulation beworben. Während der Handel

ein wirklich wichtiger Part im Spiel geworden ist und man vielfältige Möglichkeiten hat seine Städte zum

Wohlstand zu führen, so sind die Kämpfe leider viel zu eintönig gehalten, da man überhaupt keine

Möglichkeiten hat Einfluss auf sie zu nehmen. Technisch ist das Spiel solide umgesetzt worden, ein

grafisches Feuerwerk solltet ihr euch jedoch nicht erwarten. Auch mit der Kampagne ist jetzt nicht der

große Wurf gelungen, da ihr ein wenig die Tiefe fehlt. Dafür kann das freie Spiel und vor allem der

Multiplayer überzeugen. Genrefans können beruhigt zugreifen, wer jetzt nicht der große Simulationsfan

ist, sollte das Spiel lieber vorher ausprobieren, wenn er einer Enttäuschung vorbeugen will.
Grafik
7/10
Sound
7/10
Multiplayer
8/10
Gameplay
7/10
Spielspaß
8/10