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Review: Ori and the Blind Forest

von Andreas · ca. 5 Min. Lesezeit
Ori and the Blind Forest

Österreich ist bekanntlich nicht das große Entwickler-Land und umso mehr freut man sich, wenn man als Redakteur ein Spiel aus unserem

Land der Berge zum Testen bekommt. Die Freude ist gleich noch einmal größer, wenn man so ein wunderschönes Spiel, wie Ori and the

Blind Forest, vorgelegt bekommt. Warum wir das Spiel der Moon Studios so lieben, erfahrt ihr in unserem heutigen Review.

Gleich in den ersten Spielminuten schafft es Ori and the Blind Forest nahezu jeden Spieler in seinen Bann zu ziehen. Das nicht nur

die wunderschön gezeichneten Bilder, sondern auch durch die Geschichte, die sich rund um Freundschaft, Selbstlosigkeit und

Aufopferung für den anderen dreht. Obwohl das Intro nahezu ohne Worte auskommt, ist es sowas von wundervoll und melancholisch, wie

man es selten zuvor in Spielen gesehen hat. Wir bekommen die Liebe von Ori, unserem Spielcharakter, der eine Art Wächtergeist ist,

und dem Maskenwesen Naru mit. Ori wurde nämlich verstossen und nur die Hilfe von Naru, der uns wie sein Kind aufzieht, konnten wir

überleben und lernen auf dieser Welt zu überleben. Doch eines Tages wird der Wald empfindlich verletzt und auch Naru erkrankt schwer.

Dies ist einer der emotionalsten Momente, die man je in einem Spiel gesehen hat. Nun liegt es an uns den Wald und Naru wieder zum

Strahlen zu bringen und mehr über Verantwortung und Opferbereitschaft zu lernen. Ganz alleine sind wir dabei jedoch nicht, denn schon

nach kurzer Zeit treffen wir das Irrlicht Sein, das uns hilfreich durch das Spiel begleitet und Gegner für uns angreift.

Das Team der Moon Studios wollte mit Ori and the Blind Forest das Genre der Plattformer gar nicht neu beleben, sondern mit der

Anlehnung an bekannte Spiele wie Metroid, Castlevania oder auch Rayman gute und bewährte Spielmechaniken mit neuen Idee beleben

und so ein eigenständiges Spiel abliefern. Dies ist gelungen und so fühlt sich Ori and the Blind Forest angenehm neu und

eigenständig an, weckt aber Erinnerung an ältere Klassiker, was sich beim Spielen wirklich angenehm anfühlt. Eine weitere Stärke

neben dem Spielspass und der direkten und gut umgesetzten Steuerung, ist aber vor allem die tolle Geschichte, die uns alle

Gefühlswelten durchleben lässt.

Zu Beginn des Spieles sind unsere Fähigkeiten sehr beschränkt, denn außer Springen können wir gar nichts. So gilt es springend die

ersten Spielbereiche zu erkunden, Schlüssel zu finden um neue Bereiche freizuschalten. Teilweise müssen wir zuerst auch neue

Fähigkeiten des umfangreichen Skill-Trees erlernen, bevor wir neue Bereiche bereisen können. Die Steuerung geht dabei sehr gut von

der Hand und es dauert gar nicht so lange bis man sich sehr gezielt über die Hindernisse hinweg bewegt. Ori ist zwar kein großer

Kämpfer, aber in manchem Momenten müssen wir dennoch Gegner oder Hindernisse mit Energiekugeln beschießen um weiterzukommen. Den

Großteil des Spieles gilt es dennoch seine Geschicklichkeit zu beweisen, damit man in keinen Gegner hüpft, Hindernissen auszuweichen und

die Krähe, die es auf euch abgesehen hat, in den Griff zu bekommen.

Im Spiel dabei nicht zu sterben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Man stirbt in dem Spiel fast so oft wie in Dark Souls und trotz

Frust über den eigenen Fehler, spielt man die Sequenz ab dem letzten Speicherpunkt gleich noch einmal. Nicht nur einmal flucht man

über die eigene Unfähigkeit und will den Controller gegen den Bildschirm werfen, weil man schon zu lange nicht gespeichert hat. Denn

ihr könnt im Spiel bis zu drei Speicherpunkte selbst setzen, müsst dafür nur genug Kristalle sammeln. Ihr solltet aber nicht wie wir

immer wieder darauf vergessen, um sich so lange Wiederholungen einzelner Stellen zu ersparen. Aber wenn man dann einen schwierigen

Abschnitt geschafft hat, freut man sich wie ein kleines Kind darüber. Ori and the Blind Forest ist auf jeden Fall fordernd bis zum

Schluss und so sind die ruhigen Spielmomente zwischendurch ein wahrer Genuss, da man in diesen einfach nur die malerische Umgebung

genießen kann. Ebenfalls zu begeistern wissen die Cut-Szenen am Ende jedes Kapitels, die sich wie kleine Geschenke anfüllen. Wer es

nach 12 Stunden dann bis zum Ende geschafft hat, wird von einer wunderschönen, herzzereißenden Endszene belohnt, die wir euch jetzt

aber nicht spoilern wollen.

Grafik

Obwohl wir schon zu Beginn des Artikels die Grafik gelobt haben, müssen wir dies hier auf jeden Fall noch einmal machen. Man merkt in

jedem Abschnitt des Spieles mit wie viel Leidenschaft und Liebe das Spiel entwickelt wurde. Das wunderschöne Intro ist schöner als

von so manchem AAA-Titel und auch sonst sind die Hintergründe so schön umgesetzt worden, dass man oftmals nur staunen kann. Denn nicht nur

die Farbenvielfalt ist beeindruckend, sondern auch die absolute Liebe zu den Details und zu den Kleinigkeiten. Das einzige, was den

super Eindruck ein wenig abschwächt, ist die Bitrate die abundzu leicht zum Schwanken kommt.

Sound

Über die Sprachausgabe gibt es nicht viel zu erzählen, da nur der Erzähler abundzu kurze Wortfetzen von sich gibt, die auch noch dazu

in einer Fantasiesprache sind, so dass man diese Sätze auch nicht verstehen kann. Umwerfend ist dafür der orchestrale Soundtrack, der

das Spiel perfekt untermalt und uns in eine unglaubliche Stimmung versetzt. Die Musik wurde dabei perfekt an die jeweiligen

Spielsituationen angepasst, sodass es Momente der Ruhe gibt, wie auch die kraftvollen Momente in gefährlichen Situationen. Hier muss

man dem Team ein riesen Lob aussprechen, dies ist einer der besten Soundtracks, die wir seit langer, langer Zeit gehört haben.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Wer sich jetzt noch immer nicht sicher ist, ob er sich Ori and the Blind Forest kaufen soll, dem legen wir das Spiel noch einmal so

richtig ans Herz. Nicht nur, weil es wichtig ist, dass österreichische Entwicklungen unterstützt werden, sondern auch, weil

unabhängige Studios, die gute Spiele veröffentlichen, auf jeden Fall Unterstützung verdient haben. Ori and the Blind Forest ist schon

jetzt eines der besten Spiele des Jahres, dass technisch, erzählerisch und von der Stimmung her überragend ist. Wir wünschen uns mehr

Spiele, die mit soviel Liebe produziert werden. Und jetzt hört auf zu lesen und kauft euch endlich das Spiel, ihr werdet es auf

keinen Fall bereuen.
Grafik
9/10
Sound
9/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
9/10