Österreich ist bekanntlich nicht das große Entwickler-Land und umso mehr freut man sich, wenn man als Redakteur ein Spiel aus unserem
Land der Berge zum Testen bekommt. Die Freude ist gleich noch einmal größer, wenn man so ein wunderschönes Spiel, wie Ori and the
Blind Forest, vorgelegt bekommt. Warum wir das Spiel der Moon Studios so lieben, erfahrt ihr in unserem heutigen Review.
Gleich in den ersten Spielminuten schafft es Ori and the Blind Forest nahezu jeden Spieler in seinen Bann zu ziehen. Das nicht nur
die wunderschön gezeichneten Bilder, sondern auch durch die Geschichte, die sich rund um Freundschaft, Selbstlosigkeit und
Aufopferung für den anderen dreht. Obwohl das Intro nahezu ohne Worte auskommt, ist es sowas von wundervoll und melancholisch, wie
man es selten zuvor in Spielen gesehen hat. Wir bekommen die Liebe von Ori, unserem Spielcharakter, der eine Art Wächtergeist ist,
und dem Maskenwesen Naru mit. Ori wurde nämlich verstossen und nur die Hilfe von Naru, der uns wie sein Kind aufzieht, konnten wir
überleben und lernen auf dieser Welt zu überleben. Doch eines Tages wird der Wald empfindlich verletzt und auch Naru erkrankt schwer.
Dies ist einer der emotionalsten Momente, die man je in einem Spiel gesehen hat. Nun liegt es an uns den Wald und Naru wieder zum
Strahlen zu bringen und mehr über Verantwortung und Opferbereitschaft zu lernen. Ganz alleine sind wir dabei jedoch nicht, denn schon
nach kurzer Zeit treffen wir das Irrlicht Sein, das uns hilfreich durch das Spiel begleitet und Gegner für uns angreift.
Das Team der Moon Studios wollte mit Ori and the Blind Forest das Genre der Plattformer gar nicht neu beleben, sondern mit der
Anlehnung an bekannte Spiele wie Metroid, Castlevania oder auch Rayman gute und bewährte Spielmechaniken mit neuen Idee beleben
und so ein eigenständiges Spiel abliefern. Dies ist gelungen und so fühlt sich Ori and the Blind Forest angenehm neu und
eigenständig an, weckt aber Erinnerung an ältere Klassiker, was sich beim Spielen wirklich angenehm anfühlt. Eine weitere Stärke
neben dem Spielspass und der direkten und gut umgesetzten Steuerung, ist aber vor allem die tolle Geschichte, die uns alle
Gefühlswelten durchleben lässt.
Zu Beginn des Spieles sind unsere Fähigkeiten sehr beschränkt, denn außer Springen können wir gar nichts. So gilt es springend die
ersten Spielbereiche zu erkunden, Schlüssel zu finden um neue Bereiche freizuschalten. Teilweise müssen wir zuerst auch neue
Fähigkeiten des umfangreichen Skill-Trees erlernen, bevor wir neue Bereiche bereisen können. Die Steuerung geht dabei sehr gut von
der Hand und es dauert gar nicht so lange bis man sich sehr gezielt über die Hindernisse hinweg bewegt. Ori ist zwar kein großer
Kämpfer, aber in manchem Momenten müssen wir dennoch Gegner oder Hindernisse mit Energiekugeln beschießen um weiterzukommen. Den
Großteil des Spieles gilt es dennoch seine Geschicklichkeit zu beweisen, damit man in keinen Gegner hüpft, Hindernissen auszuweichen und
die Krähe, die es auf euch abgesehen hat, in den Griff zu bekommen.
Im Spiel dabei nicht zu sterben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Man stirbt in dem Spiel fast so oft wie in Dark Souls und trotz
Frust über den eigenen Fehler, spielt man die Sequenz ab dem letzten Speicherpunkt gleich noch einmal. Nicht nur einmal flucht man
über die eigene Unfähigkeit und will den Controller gegen den Bildschirm werfen, weil man schon zu lange nicht gespeichert hat. Denn
ihr könnt im Spiel bis zu drei Speicherpunkte selbst setzen, müsst dafür nur genug Kristalle sammeln. Ihr solltet aber nicht wie wir
immer wieder darauf vergessen, um sich so lange Wiederholungen einzelner Stellen zu ersparen. Aber wenn man dann einen schwierigen
Abschnitt geschafft hat, freut man sich wie ein kleines Kind darüber. Ori and the Blind Forest ist auf jeden Fall fordernd bis zum
Schluss und so sind die ruhigen Spielmomente zwischendurch ein wahrer Genuss, da man in diesen einfach nur die malerische Umgebung
genießen kann. Ebenfalls zu begeistern wissen die Cut-Szenen am Ende jedes Kapitels, die sich wie kleine Geschenke anfüllen. Wer es
nach 12 Stunden dann bis zum Ende geschafft hat, wird von einer wunderschönen, herzzereißenden Endszene belohnt, die wir euch jetzt
aber nicht spoilern wollen.
Grafik
Obwohl wir schon zu Beginn des Artikels die Grafik gelobt haben, müssen wir dies hier auf jeden Fall noch einmal machen. Man merkt in
jedem Abschnitt des Spieles mit wie viel Leidenschaft und Liebe das Spiel entwickelt wurde. Das wunderschöne Intro ist schöner als
von so manchem AAA-Titel und auch sonst sind die Hintergründe so schön umgesetzt worden, dass man oftmals nur staunen kann. Denn nicht nur
die Farbenvielfalt ist beeindruckend, sondern auch die absolute Liebe zu den Details und zu den Kleinigkeiten. Das einzige, was den
super Eindruck ein wenig abschwächt, ist die Bitrate die abundzu leicht zum Schwanken kommt.
Sound
Über die Sprachausgabe gibt es nicht viel zu erzählen, da nur der Erzähler abundzu kurze Wortfetzen von sich gibt, die auch noch dazu
in einer Fantasiesprache sind, so dass man diese Sätze auch nicht verstehen kann. Umwerfend ist dafür der orchestrale Soundtrack, der
das Spiel perfekt untermalt und uns in eine unglaubliche Stimmung versetzt. Die Musik wurde dabei perfekt an die jeweiligen
Spielsituationen angepasst, sodass es Momente der Ruhe gibt, wie auch die kraftvollen Momente in gefährlichen Situationen. Hier muss
man dem Team ein riesen Lob aussprechen, dies ist einer der besten Soundtracks, die wir seit langer, langer Zeit gehört haben.
Fazit
richtig ans Herz. Nicht nur, weil es wichtig ist, dass österreichische Entwicklungen unterstützt werden, sondern auch, weil
unabhängige Studios, die gute Spiele veröffentlichen, auf jeden Fall Unterstützung verdient haben. Ori and the Blind Forest ist schon
jetzt eines der besten Spiele des Jahres, dass technisch, erzählerisch und von der Stimmung her überragend ist. Wir wünschen uns mehr
Spiele, die mit soviel Liebe produziert werden. Und jetzt hört auf zu lesen und kauft euch endlich das Spiel, ihr werdet es auf
keinen Fall bereuen.






