Wenn man an Spiele denkt, deren Grundlage Kinofilme sind, dann fallen einem kaum wirklich gute Titel ein.
Meistens wurden die guten Grundlagen nicht genützt und das Spiel ist meistens nichts mehr als ein seichtes
Kinderspiel. Disney schickt passend zum Kinfilm Alice im Wunderland die Spieler auf der Wii in die Fantasywelt.
Warum uns das Spiel überrascht hat, könnt ihr in unserem Review herausfinden.
In der zauberhaften und magischen Welt von Hutmacher, Grinsekatze und Co. ist es sehr düster geworden, denn die
Rote Königin hat die Macht ergriffen und verbreitet Angst und Schrecken. Gemäß der alten Prophezeihung kann nur
eine Person die Welt retten, nämlich Alice aus der Menschenwelt. Schwierig nur, dass es nicht nur ein Mädchen
mit dem Namen gibt, weshalb der weiße Hase etwas gestresst auf der Suche nach der richtigen Retterin ist. Diese
erinnert sich jedoch nicht mehr daran, dass sie bereits vor Jahren als Kind in dieser Welt war. So lockt der
Hase sie zu einem Hasenbau, wo er sie einfach hineinzieht, als sie sich hineinbeugt. Dort könnt ihr dann
beobachten, wie Alice mit Trank und Essen ihre Größe verändert um durch eine winzige Tür zu passen.
Im Spiel beginnt ihr mit der etwas gealterten Alice im Hasenbau, von wo ihr beginnt Unterwelt zu erforschen.
Anfangs schlüpft ihr dabei noch in die Rolle des Hasen, der Alice einfangen muss, habt aber in weiterer Folge
auch die Möglichkeiten in die Haut der Grinsekatze, der Haselmaus, dem Hutmacher und die des Märzhasen zu
schlüpfen. Jede Figur hat dabei ihre ganz eigenen Fähigkeiten, die es heißt gezielt einzusetzen. So kann der
weiße Hase die Zeit anhalten, der Märzhase Gegenstände per Telekinese bewegen, die Haselmaus kämpft als bestes
und während der Hutmacher Illusionen erschafft, macht Grinsekatze sich und Gegenstände unsichtbar.
Während ihr also in Jump'n'Run-Manier die Welt auf eurem vorgegebenen Pfad erforscht, könnt ihr mit der C-Taste
den Charakter wechseln und mit der B-Taste angreifen. Sollte ein zweiter Spieler mitspielen wollen, kann er
jederzeit mit einer zweiten Fernbedienung einsteigen und einen zweiten Charakter steuern. Gibt es Gegenstände
mit denen ihr interagieren könnt, leuchten sie in unterschiedlichen Farben auf. Die Gegner, welche euch in Form
von königlichen Karten-Soldaten versuchen werden euch aufzuhalten, stellen selten ein Problem dar, da deren
Intelligenz auf der einen Seite sehr schwach ist und man andererseits unendlich Leben hat. Hier muss gleich noch
erwähnt werden, dass der Schwierigkeitsgrad des Spieles generell eher niedrig gehalten ist, womit die Zielgruppe
wohl eindeutig bei den Kindern liegt. Wer sich im Spiel jedoch anstrengt und genügend vom imaginären Geld
gesammelt, könnt ihr dieses gegen Belohnungen, wie zum Beispiel Zwischensequenzen oder neuen Angriffskombos
eintauschen.
Grafik
Grafisch kann man dem Spiel nichts vorwerfen, lehnt es dich doch von der Optik perfekt an den Kinofilm an. Die
leicht düstere und trotzdem absolut magisch wirkende Aufamchung, lässt einen in eine andere Welt versinken. Auch
die Charaktere wurden sehr gut vom Film übernommen, weshalb ein großer Wiedererkennungswert vorhanden ist.
Selbst die Zwischensequenzen wissen zu überzeugen. Schade ist jedoch, dass anscheinend die Wii nicht ganz mit
der Grafikpracht mitkommt und in größeren Kämpfen schon einmal leicht zu stottern beginnt. Gottseidank stören
die Ruckler nicht wirklich beim Spielgenuss.
Sound
Auch beim Sound konnte sich das Entwicklerteam am Original bedienen, weshalb es auch hier wenig zu
bemängeln gibt. Einzig die Wahl der Synchronsprecher ist etwas daneben gegangen, denn man hätte für den weißen
Hasen nicht unbedingt den Sprecher von Spongebob nehmen müssen. Auch hätte man etwas mehr Hintergrundmusik
einsetzen können. So klingen manche Szenen etwas ruhig.
Multiplayer
Einen vom Einzelspieler-Modus getrennten Mehrspielerbereich gibt es nicht. Stattdessen wurde dem Spiel nur der
Coop-Modus geschenkt. Schade ist, dass man hier nicht mehr die Charaktere wechseln kann, sondern sich jeder
Spieler auf einen konzentrieren muss. Vorteilhaft dafür ist es, dass man jederzeit als zweiter Spieler per
Knopfdruck einsteigen kann. Da sich die Rolle des zweiten Spielers nur als Unterstützer manifestiert, kann es
zwar unterhaltsam, aber doch schnell eintönig werden. Die Funktion dürfte wohl vor allem Eltern spendiert worden
sein, die so ihr Kind in den Kampfszenen unterstützen können, die Spielerfahrung aber dem Sprössling überlassen
wollen.
Fazit
Spiel speziell. Schade ist, dass es im Grunde nur einen Schwierigkeitsgrad gibt und dieser noch sehr niedrig
gehalten wurde. Für Kinder deshalb ein perfektes Spiel, für Spieler der älteren Generation zu leicht. Technisch
kann man dem Spiel jedoch nicht viel vorwerfen, da sowohl Sound, wie auch Grafik, gut umgesetzt wurden, die
vereinzelt auftretenden Ruckler scheinen dann aber doch zu stören. Fans des Filmes dürfen sich über kurzweiligen
Spass freuen, der Rest wird durch die wenige Innovation und dem nicht immer vorhandenen Spielwitz enttäuscht
sein.






