Simulationen haben seit einigen Jahren einen wahren Boom und verkaufen sich unglaublich gut. Da wundert es nicht, dass seit Monaten so ziemlich zu jedem Thema ein neuer
Simulator erscheint. Da viele Simulatoren leider nicht wirklich gut sind, finden Spiele dieses Genres eher selten den Weg in unser Testcenter. Dennoch schauen wir uns heute Bergbau-
Industrie - Die Wirtschaftssimulation an - nicht nur weil wir das Thema interessant finden, sondern auch weil das Spiel aus Österreich kommt. Ob uns der Titel positiv
überrascht hat oder doch ein Reinfall war, erzählt euch unser heutiges Review.
Österreich als kleines Entwicklerland bringt nicht unbedingt die große Anzahl an Spielen heraus und es gibt nicht ein einziges Genre, wo ein österreichisches Entwicklerteam
seine Stärken hätte und regelmäßig Spiele veröffentlichen würde. Umso überraschender war es, dass Crafty Studio, das nur aus zwei Personen besteht, einen Simulator
angekündigt hat. Auf den ersten Blick merkt man gleich, dass uns optisch leider eher wenig geliefert wird. Zwar kann man sich durch seine eigene Bergbau-Produktion durchklicken und bekommt so Einblick in die verschiedenen Produktionsbereiche, jedoch sind diese Bilder alle sehr statisch und man merkt optisch beim Ausbau seiner Eisenerz- oder Kiesmine absolut keine Unterschiede. Das Spiel erinnert uns vom Aussehen her an so manche Simulation der 90er, die nur aus statischen Bildern und Auswahlmenüs bestand.
Zum Start des Spieles werden wir jedoch ins Tutorial befördert, wo uns über Textfelder alle Grundlagen erklärt werden. Dies ist recht schnell erledigt, hält jedoch die
Herausforderung parat, dass man seine erste Mine zwölf Monate erfolgreich führen muss, um dieses abzuschließen. Hat man dies erledigt, stehen einem in weiterer Folge zwölf
Szenarien zur Verfügung. Diese hängen jedoch nicht wirklich miteinander zusammen, denn eine Geschichte, die diese miteinander verbindet, sucht man vergeblich. Jedes
Szenario hat dafür ein anderes Ziel, das ihr in einer bestimmten Zeit erledigen müsst, was zumindest für Abwechslung sorgt. Je besser ihr dies erledigen könnt, umso mehr
Punkte erhaltet ihr am Ende bei eurer Bewertung.
Um die Ziele zu erreichen müsst ihr eine erfolgreiche Produktion aufbauen und euch dabei um alle Bereiche der Produktion kümmern. So gilt es vom Abbau über die
Verarbeitung, bis zum Transport, Lagerung und Verkauf alle Bereiche im Auge zu behalten und immer für passende Kapazitäten zu sorgen und die Produktionskette im Auge zu
behalten. Hier gilt es immer den Flaschenhals eurer Produktion im Auge zu behalten und versuchen ihn loszuwerden ohne sich hoffnungslos zu verschulden. Klingt einfach, ist
es meistens leider nicht, da viele Anschaffungen wirklich teuer sind oder auch wirklich lange brauchen bis sie gebaut sind. Eure produzierte Ware verkauft ihr am Markt,
wobei es hier gilt die Preisschwankungen immer im Auge zu behalten. Alternativ kann man Lieferverträge abschließen, wo uns täglich automatisch Ware abverkauft wird. Hier
werden uns jedoch fixe Preise, Liefermengen und Zeiträume vorgegeben. Wenn wir diese Verträge nicht einhalten können, drohen uns hohe Strafen, weshalb wir immer gut aufpassen
sollten und auf mögliche Lieferausfälle vorbereitet sein sollten. Desweiteren gilt es sich noch um die Sicherheit, die Wartung und die PR eurer Produktion zu kümmern.
Grafik
Schade ist, dass das ganze Spiel grafisch leider nicht viel her gibt und es im Grunde nur aus statischen Fenstern mit Tabellen besteht, die großteils zwar übersichtlich sind, aber sehr statisch und langweilig aussehen. Wie schon vorher erwähnt, können wir die Hintergründe verändern und so ein wenig von unserer Produktion sehen. Zwar gibt es dort teilweise
Bewegung, wie Fahrzeuge, Rauch oder blinkende Lichter, aber So richtig begeistern konnte uns die Grafik dann dennoch nicht. Sie ist uns viel zu statisch, verändert sich durch
unseren Ausbau gar nicht und leidet leider unter Detailarmut. Hier erwartet man sich in der heutigen Zeit einfach mehr von einem Simulator. In den 90ern wäre das Spiel
technisch durchaus aktuell gewesen, in der heutigen Zeit eindeutig zu wenig.
Sound
Leider ist die Musik nicht viel besser als die Grafik und weiß nicht wirklich zu überzeugen. Der Soundtrack ist viel zu eintönig und beginnt irgendwann sogar zu nerven.
Hier ist es eindeutig besser die eigene Musik zu verwenden und die Spielmusik abzuschalten. Auch sonst hat das Spiel leider wenig für unsere Ohren und ist viel zu leise. Es
kommt leider nie wirklich das Gefühl auf, dass wir in einem Bergbau arbeiten, da es weder passende Geräusche gibt, noch irgendwelche akustischen passenden Signale. Der Bereich wurde leider auch viel zu stiefmütterlich behandelt.
Fazit
fehlt am Ende dann doch die Spieltiefe und der Umfang, der uns längerfristig fesseln könnte. Von der Grafik her wird uns viel zu wenig geboten und auch die kaum vorhandene
Musik konnte uns nicht begeistern. Fans von älteren Simulationsspielen aus den 90ern werden vielleicht ihren Spass haben, alle anderen sollten einen großen Bogen um das
Spiel machen, denn von der großen Wirtschaftssimulation, die uns im Titel versprochen wird, ist das Spiel leider weit entfernt.






