Das Spiel Wings! wird kaum jemanden bekannt sein, ist das Spiel doch schon vor 24 Jahren am Amiga erschienen. Nun ist dank Kalypso Games mit der Wings! Remastered Edition eine Neuauflage des Kultspieles erschienen, die wir uns natürlich sofort näher ansehen mussten. Ob das Spiel heutzutage noch immer überzeugen kann, wollen wir euch im heutigen Review erzählen.
Obwohl es zur Zeit des Amigas jede Menge Spielekracher gab, war Wings doch noch einmal etwas ganz besonderes und erarbeitete
sich damals den Ruf eines der besten Spiele auf der Konsole zu sein. Dies lag nicht nur an der für damalige Zeit grandiosen
Grafik, sondern auch an dem innovativen Gameplay und der unglaublichen Spielatmosphäre zur Zeit des ersten Weltkrieges. Für den
Entwickler Cinemaware war das Spiel ein riesen Erfolg und trotz weiterer Spieleperlen schlitterte das Unternehmen 1991 dennoch
in den Konkurs. 2012 wurde das Unternehmen neu gegründet und versuchte eine Neuauflage von Wings über Kickstarter zu
finanzieren, was erst 2013 im zweiten Anlauf gelang. Nun ein weiteres Jahr später ist das Spiel nun erschienen und wir dürfen
uns endlich mit unserem Doppeldecker in die Lüfte erheben.
An der Spielgeschichte wurde nichts verändert und so beginnt ihr eure Fliegerkarriere im Jahre 1916 als britischer Pilot im 56.
Squadron an der Westfront und versucht die deutschen Streitkräfte zu bekämpfen. Eure ersten Schritte führen euch jedoch in die
Flugschule, wo ihr euch mit der Steuerung vertraut machen könnt. Ob Maus oder Tastatur bleibt euch selbst überlassen, die
Steuerung funktioniert mit beidem sehr gut und einfach. Habt ihr die Schule positiv abgeschlossen, geht es für euch schon in
den ersten von unzähligen Einsätzen. Die Geschichte dazwischen wird euch in Form von Tagebucheinträgen erzählt und dabei gibt
es immer wieder Querverweise zu historischen Ereignissen und Personen. Die Geschichtserzählung ist dabei eine der Stärken des
Spieles, denn recht bald fühlen wir uns als Teil des Squadrons und erleben von Freude bis Trauer alles mit.
Die Einsätze lassen sich in drei unterschiedliche Typen einteilen. Zuallererst der Klassiker des Luftkampfes. Ihr seht dabei
aus der Schulterperspektive auf euren Piloten und seinen Doppeldecker und fliegt auf die gegnerische Formation zu. Nun gilt es
die Gegner auszuschalten und selbst möglichst am Leben zu bleiben. In manchen Missionen muss man auch noch eigene Flieger
beschützen, damit diese nicht vom Himmel geholt werden. Dies macht richtig viel Spass, da die Steuerung gut von der Hand geht
und man teilweise dauerhaft am Schussknopf bleibt bis das Maschinengewehr den Geist aufgibt. Wer will, kann sich noch die
Zielhilfe dazunehmen, aber dann sinkt die Schwierigkeitsstufe und auch der fordernde Spielspass weit nach unten. Da die
Fluggeschwindigkeit immer fix ist und man auch die Waffe nicht wechseln kann, sollte man davon absehen. Bildschirmanzeigen
fehlen vollständig, deswegen müsst ihr euren Schaden auch anhand der Einschusslöcher erahnen.
Im zweiten Missionstyp fliegt ihr aus der Vogelperspektive einen Bomber und müsst eure Bomben an ihrem Bestimmungsort abwerfen.
Natürlich gibt es auch hier Verteidigungseinrichtungen, die euch aufs Korn nehmen, weshalb ihr ihnen ausweichen müsst. Sieht
gut aus, ist aber nicht besonders abwechslungsreich oder herausfordernd.
Mehr Spass machen hier die Tiefflugmissionen, wo man in Isoperspektive über die Spielwelt fliegt und alles aufs Korn nimmt, was
man sieht. LKWs, Soldaten und Gebäude tauchen hier vor eurem Zielkreuz auf und sollen mit eurem MG zerstört werden.
Verhunzt wurde leider die Speicherfunktion, denn manuelles speichern ist nicht möglich. Das Spiel speichert nämlich nur
automatisch, wenn ihr das Spiel beendet. Somit bleibt euch beim Ableben nur die Möglichkeit mit einem neuen Piloten
weiterzumachen oder wirklich zurück zum automatischen Speicherpunkt zu hüpfen und alles bereits erspielte zu verlieren. Dies
kann euch auch passieren, wenn ihr zu häufig in Missionen versagt. So kann es dann durchaus passieren, dass auch Oberst Farrah
einfach aus dem Squadron rausschmeißt, wenn sich eure Misserfolge häufen.
Grafik
Von der technischen Seite wurde die Neuauflage vollständig neu umgesetzt. Während das Spiel jedoch zu Amiga-Zeiten zu den
schönsten Titeln der Konsole zählten, ist Wings Remastered nur besserer Durchschnitt geworden. Den Texturen mangelt es an
Details und irgendwie fehlt dem Spiel ein ganz eigener Look in den Levels, da sich die Spielelemente zu häufig
wiederholen.Positiv erwähnen muss man jedoch die Zwischensequenzen, die mit ihren schönen Zeichnungen zu überzeugen wissen.
Sound
Eine deutsche Sprach-Synchronisation fehlt leider, dafür ist der englische Sprecher hervorragend. Alle Bildschirmtexte
erscheinen dafür in deutsch, auch wenn sich hier und da kleinere Fehler eingeschlichen haben. Grundsätzlich schaffen es aber
die Texteinblendungen im Stile von Stummfilmen durchaus Stimmung zu schaffen. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist die wundervolle
Hintergrundmusik, die wirklich zu gefallen weiß.
Fazit
einfangen lassen. Neueinsteiger sollten das Spiel jedoch mit einer gewissen Vorsicht betrachten, da es nur schwer mit heutigen
Spielen mithalten kann. Dafür ist sowohl die technische Umsetzung, wie auch das Gameplay und der Schwierigkeitsgrad zu schwach.
Als Remake haben die Entwickler jedoch alles richtig gemacht und eine perfekte Homage an den Klassiker auf den Markt gebracht.
Nostalgiker, die sich wieder wie in ihrer Kindheit fühlen wollen, kommen an dem Titel auf jeden Fall nicht vorbei. Jüngere
Spieler, die wissen wollen, wie man vor 20 Jahren spielte, können bei dem angenehmen Preis aber durchaus auch zugreifen.






