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Review: The Whispered World

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
The Whispered World

Während man vor Jahren noch eine richtige Auswahl an guten Adventures in den Geschäftsregalen vorfand, so lässt sich in der heutigen Zahl die Auswahl an keinen zwei Händen abzählen. Deadalic Entertainment hat nach ihrem letzten Erfolg "Edna bricht aus" den nächsten Hoffnungs-Titel veröffentlicht, den wir uns genauer ansehen durften. Ob das Spiel seinen Vorschusslorbeeren gerecht wird?

Die Installation des Spieles rennt unproblematisch ab und man landet schnell am Anfang des Spieles. Doch bevor man richtig starten kann, muss man jedesmal ein Würfel-Rätsel lösen. Dafür müsst ihr mit den mitgelieferten Würfeln die Vorlage am Bildschirm nachstellen und die fehlende Rune angeben. Was auf den ersten Blick als originelle Form von Kopierschutz darstellt, kann auf längere Zeit aber auch frustrierend sein, da man die Würfel bei jedem Start bei der Hand haben muss.

Hat man das Rätsel einmal gelöst, gelangt man ins Spiel, wo man die Rolle voM Clown Sadwick übernimmt. Unser Spielcharakter führt jedoch kein einfaches Leben, zieht er doch mit einem kleinen Wanderzirkus durch die Welt namens Corona und absolviert genervt seine Kunststücke, die ihm keinen wirklichen Spass bereiten. Nebenbei scheint er etwas depressiv zu sein und wird von Alpträumen gequält, die ihm vorhersagen, dass er die Welt zerstören wird. Hier übernehmt ihr nun die Rolle von Sadwick und begebt euch zum start einmal auf die Suche nach eurem Haustier Spot um mit diesem einen Ausflug in den Wald zu tätigen, wo es von verwünschenen Kreaturen wimmeln soll. Dort trefft ihr dann auf Bobby, der wichtige Informationen zum Königshof bringen soll. Das Problem dabei ist, dass auf der bekannten Route die bösen Agil warten, die ihn aufhalten wollen. nur Shana, das Orakel, soll wissen, wie man am schnellsten den gefährlichen Weg beschreiten kann und hier beginnt auch Sadwicks Weg durch die Phantasiewelt, die er zu retten versucht.

Stets dabei ist auch sein Haustier, die Raupe Spot, die verschiedene Transformations-Möglichkeiten besitzt. Das Menü für Spot findet man rechts oben am Bildschirm, wo man auch auswählen kann, welche Form Spot annehmen soll. So kann er sich zu einer dicken Kugel aufblasen, die man als Gewicht verwenden kann oder er macht sich dünn, wie ein Papier, um unter Türschlitzen durchpassen zu können. Während Spot am anfang noch wenige Verwandlungsfähigkeiten besitzt, lernt er im Spielverlauf immer weitere kennen. Sadwicks Haustier ist dadurch in vielen Situationen der Schlüssel um die kniffligen Rätsel zu lösen.

The Whispered World reiht sich in der Riege der klassischen Point & Click-Abenteuer ein. Die Hauptaufgabe besteht darin die unterschiedlichsten und teils sehr originellen Rätsel zu lösen. Diese sind am Anfang der vier Kapitel noch relativ einfach gehalten, steigern sich aber mit der Zeit und können ab dem dritten Kapitel bei einigen Spielern längere Denkphasen hervorrufen. Praktisch ist es dafür, dass man sich durch das Drücken der Shift-Taste alle interagierbaren Punkte am Bildschirm darstellen lassen kann. Natürlich auch mit dabei ist ein Inventar, wo Sadwick allerhand Dinge verstecken kann.

Ähnlich einfach ist auch die Interaktion mit anderen Charakter läuft ähnlich einfach ab. Man hält die linke Maustaste um ins Auswahlmenü zu kommen, wählt dort das Mundsymbol aus und klickt auf eine Figur, die man ansprechen will. In weiterer Folge kann man aus einer Liste von Dialogzeilen, die für einen passende auswählen. Sehr gut umgesetzt ist hier der ängstliche und sich selbst nichts zutrauende Charakter des Clowns Sadwick, der es aber immer wieder schafft eine Portion Zynismus einzustreuen und damit den Spieler begeistern kann.

Grafik

Die Grafik des Spieles wurde mit viel Liebe umgesetzt und alle Hintergründe wurden detailreich mit Hand gezeichnet. Leider trifft dies nicht immer auf alle Zwischensequenzen zu, wo es manchmal etwas an der Detailtiefe fehlt und wo ich mir zeitweise auch mehr erhofft hätte. Hier hätte man noch problemlos mehr herausholen können. Positiv zu erwähnen sind dafür wieder die Charaktere, da jeder einzelner Charakter einmalig und unverwechselbar gezeichnet wurde. Bei genauerem hinsehen wird man auch japanische Zeichentrickfilme der 90er erinnert, die ähnlich bunt und ausgefärbt waren.

Sound

Auf den ersten Ton hin, wirkt die Stimme von Sadwick etwas verwirrend und leicht nervend, was sich jedoch im Spielverlauf ins positive, da zum Charakter passend, wandelt. Jedoch sind nicht alle Charaktere mit so viel Liebe synchronisiert worden. Bei einigen wirkt die Synchronisation etwas halbherzig. Dies bügelt dafür Sadwicks Kommunikation mit der Umwelt wieder aus. Zu nahezu jeder Aktion, ob diese funktioniert oder nicht, hat Sadwick ein Kommentar bereit, dass sich seltenst wiederholt.

Multiplayer

In The Whispered World ist kein Mehrspielermodus vorhanden.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Nachdem ich das Spiel erstmals auf der Gamescom zu Gesicht bekommen hab, hat es mich mit seiner Stimmung und seinem Hauptdarsteller, dem depressiven Clown Sadwick, sofort in seinen Bann gezogen. Jetzt nachdem ich das Spiel durchgespielt hab, muss ich zugestehen, dass es mich nicht enttäuscht hat. Das Hamburger Entwicklerstudio hat hier ein Adventure, der Oberklasse, abgeliefert, dass uns einerseits eine interessante und spannende Geschichte erzählt, andererseite Rätsel liefert, die einem teilweise auch wirklich etwas abverlangen und das Spiel so auch zu einer Herausforderung macht, die man nicht an einem Abend durchspielen kann.<p>

Das Erfolgsrezept ist sicher die perfekte Mischung von Elementen, die man sich von einem klassischen Adventure erwartet: einen einzigartigen Charakter, der mit Sadwick eindeutig gegeben ist, eine gute Grafik mit interessanten Ortschaften und eine gute Sprachausgabe mit einer großen Prise Humor. Dies alles schiebt das Spiel in der Skala weit nach oben, die von den wenigen negativen Punkten, wie dem Kopierschutz oder nicht ganz perfekten Zwischensequenzen nicht wirklich beeinträchtigt werden kann. Adventure-fans können hier getrost zugreifen, gehört das Spiel doch ohne Zweifel zum engen Kandidatenkreis für den Preis Adventure des Jahres.
Grafik
8/10
Sound
8/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
9/10